Historischer Spaziergang

Das erste Kontorgebäude der Pulverfabrik Düneberg an der Lichterfelder Straße 20 / Foto: Jochen Meder

Am 7. Mai lädt der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht zu einem historischen Spaziergang in den Betriebsteil „Elbe“ der ehemaligen Düneberger Pulverfabrik ein.

Das erste Kontorgebäude der Pulverfabrik Düneberg an der Lichterfelder Straße 20 / Foto: Jochen Meder

Geesthacht – Der rund zweistündige Rundgang unter dem Motto „Deutsches Pulver für die Welt“ führt über das Gründungsgebiet der Fabrik und deren Entwicklung bis 1918. Die Teilnehmer treffen sich um 11 Uhr an der Lichterfelder Straße 15 (Firma Riess). Festes Schuhwerk und wettergemäße Kleidung werden empfohlen. Anmeldung unter Tel. 04152 / 88 77 840 ist erforderlich. Es wird nur zurückgerufen, wenn der Spaziergang ausgebucht ist.

Gegründet wurde die Düneberger Pulverfabrik 1876 von dem süddeutschen Pulverfabrikanten Max von Duttenhofer als Pulverfabrik Köln-Rottweil. Dazu pachtete er ein 20 Hektar umfassendes Gelände im Bereich des heutigen Industrie- und Gewerbegebietes Düneberg, das zum Besitz des Fürsten von Bismarck gehörte. 1918 gab es auf dem Betriebsgelände Düneberg 475 Gebäude und 20.000 Arbeiter und Angestellte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Pulverproduktion laut Versailler Vertrag unterbunden. Viele Gebäude wurden darauf hin abgetragen, standen leer oder wurden  für die Herstellung ziviler Produkte genutzt.

Noch erhaltene Gebäude auf dem ehemaligen Schießplatz in Düneberg/ Foto: Jochen Meder

Alte Fotos und Pläne der Pulverfabrik verdeutlichen die frühere Situation und machen heutige Gebäude und Straßenführungen verständlich. Erhalten sind heute vor allem die Wohngebäude der Fabrik zwischen der Düneberger Straße – Mittelstraße – Waldstraße, im Bereich der Lichterfelder Straße (Verwaltungs- und Laborgebäude von dem Bergedorfer Architketen Hermann Distel) und am Heuweg, sowie einige Fabrikations- und Lagergebäude im Gelände der früheren Fabrik. Was im Zeitraum 1933 – 1945 geschah, kann man bei einem geführten Spaziergang zum Werksteil „Birke“ in den Besenhorster Sandbergen erfahren.