Geschichte im Fokus

BUS: So sieht das Sonderpostwertzeichen zum Jubiläum aus / Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung

Um Europa im 19. Jahrhundert geht es im Juni und Juli bei der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Erst ist Interessantes über Fürst Metternich, danach Wissenwertes über den Norddeutschen Bund zu erfahren.

Friedrichsruh – „Der alte Metternich hat mit viel Geschick den Aberglauben verbreitet, daß die vertragsmäßige Gestaltung, die […] aus dem Wiener Kongreß hervorging, für die Ewigkeit gültig sei […]. Wir hatten unsrerseits weniger Ursache, uns dieses Glaubens zu getrösten“. Das schrieb Otto von Bismarck 1861 an Außenminister Alexander von Schleinitz. Wer war dieser „alte Metternich“? Professor Dr. Wolfram Siemann (Ludwig-Maximilians-Universität München) stellt den österreichischen Diplomaten am 1. Juni (19.30 Uhr) in seinem Referat „Metternich – Stratege oder Visionär?“ im Friedrichsruher Stiftungsgebäude Am Bahnhof 2 vor.

Der bekannte Staatsmann gilt Historikern als „Kutscher Europas“. Klemens Wenzel Lothar von Metternich (1773 – 1859) spielte nach dem Sturz Napoleons eine führende Rolle beim Wiener Kongress, mit dem Europa politisch und territiorial neu geordnet werden sollte. Professor Wolfram Siemann hat neben anderen Publikationen zwei Bücher über Metternich veröffentlicht, darunter eine Biographie. Der Referent ist Historiker und gilt als Spezialist für die Revolutionen und Verfassungen im 19. Jahrhundert. Anmeldung zu Vortrag wird erbente unter Tel. 0 41 04 / 97 71 – 0 oder info@bismarck-stiftung.de. Der Eintritt ist frei.

So sehen die Sondermarken zum Jubiläum aus.  / Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung

Im Juli 150-Jahr-Feier „Norddeutscher Bund“

Am 1. Juli jährt sich zum 150. Mal die Gründung des Norddeutschen Bundes. Die Otto-von-Bismarck-Stiftung nimmt das Jubiläum zum Anlass, mit einer Sonderausstellung im historischen Bahnhof von Friedrichsruh an dieses Ereignis zu erinnern und es in einen historischen Kontext bis zum Deutsch-französischen Krieg von 1870 zu stellen. Unter dem Titel „Auftakt zum Norddeutschen Nationalstaat: Der Norddeutsche Bund 1867-1871“ wird die Kabinettausstellung vom 17. Juli 2017 bis 14. Januar 2018 zentrale Aspekte der inneren, der Wirtschafts-, der Militär- und Außenpolitik beleuchten.

Und das ist der zugehörige Sonderpoststempel / Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung

Die Schau präsentiert zahlreiche Zeugnisse aus einer fast vergessenen Epoche deutscher Geschichte, darunter als Highlight das große Bundessiegel des Norddeutschen Bundes aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellungseröffnung am 16. Juli 2017 um 10.30 Uhr hält der Bismarck-Biograph Professor Dr. Christoph Nonn im Bismarck-Museum, Am Museum 2, einen Festvertrag über „Bismarck und der Norddeutsche Bund – Provisorium oder Wunschziel?“ Am Tag der Vernissage eröffnet die Deutsche Post AG um 11.30 Uhr im Stiftungsgebäude Am Bahnhof 2 ein Sonderpostamt. Dort werden eine Sonderbriefmarke und ein Sonderstempel herausgegeben. Der Briefmarkensammler-Verein Bergedorf und Umgebung beteiligt sich an der Veranstaltung mit einer Sonderausstellung.