Weit gereistes Kalb

Das „Goldene Kalb“ hat einen weiten Weg genommen. Bis nach Breitenfelde ist es gekommen. Weithin sichtbar steht es dort nun auf der Kirche. Nein, von ganz allein hat es das nicht geschafft. Dafür brauchte es die Unterstützung von Heidrun und Hans Kuretzky. Das Künstlerpaar hievte das Glanzstück hoch hinauf. Mit dem Tier machen sie auf ihre laufende Ausstellung im Gotteshaus aufmerksam.

Hoch hinauf geht es für das „Goldene Kalb“.

Warum ein „Goldenes Kalb“ wollte das Kulturportal wissen? „Die Welt ist erfüllt von der Gier der Triebe und Sinne, von der Gier der Augen, vom Prahlen mit Geld und Macht“, zitiert Hans Kuretzky den ersten Johannesbrief.

Daran hat sich für ihn wenig bis nichts geändert. „Immer geht es um Geld“, führt der Künstler aus. „Die Nicht-Reichen in Deutschland kommen so über die Runden. Es wird permanent mit der Wurst vor ihrem Maul gewedelt: neues Auto, ein Haus mit Garten, eine teure Hochzeit, ein Urlaub mehrmals im Jahr, die Südsee, der Skiurlaub, die neue Software, das neue Fernsehsystem, das Kleid, der Golfschläger meines Wunsches und so weiter. Man könnte diese Aufzählung endlos fortsetzen.“

„Doch wann“, will Hans Kuretzky wissen, „war ich das letzte Mal ‚wunschlos glücklich‘?“