Industrie von gestern

Teppichfabrik Geesthacht NORDPFEIL Aufnahmen der laufenden Produktion im Jahre 2004 Dachkonstruktion der Sheddachhallen Archiv Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e. V. Photos: Jochen Meder

„Vom Schießpulver zum Schurwollteppich – Geesthachts Industriegeschichte im Wandel“ lautet der Titel eines Vortrags, der am Freitag, 21. Juli, im Kommunikationszentrum des Kernkraftwerkes Krümmel zu hören ist. Referent ist Bastian Müller vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Müller berichtet über die Baugeschichte und Baukonstruktionen der denkmalgeschützten Anlagen der ehemaligen Norddeutschen Teppichfabrik, die zum Teil aus der Zeit der Düneberger Pulverfabrik stammen. Zudem spricht Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze ein Grußwort. Das Stadtoberhaupt verhandelt derzeit darüber, wie es mit dem Gelände der ehemaligen Norddeutschen Teppichfabrik weitergehen kann.

„Wir würden uns wünschen, dass bald historische Spaziergänge über das Gelände möglich sind“, blickt Ulrike Neidhöfer vom Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e.V. schon mal voraus. Die Norddeutsche Teppichfabrik wurde 1951 von dem aus der DDR stammenden Teppichfabrikanten Hubertus Rösel gegründet und war zeitweilig Geesthachts größter Arbeitgeber. Die Produktion erfolgte in den Räumlichkeiten der ehemaligen Düneberger Pulverfabrik.

Teile der ehemaligen Teppichfabrik stammen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Foto: Archiv Karl Zabel – Förderkreis Industriemuseum Geesthacht

Die Fabrikgebäude stammen zum Teil noch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Sie waren das Produkt des sogenannten Hindenburg-Programms. Ein weiterer Teil entstand in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.  Zwischen den Weltkriegen waren auf dem Gelände Teile der Linoxyn-, Vulkanfiber- und Luttenrohrproduktion angesiedelt.

Die Möglichkeiten, die Hallen wenigstens zum Teil für museale, kulturelle und kreative Zwecke und für innovative Wohnformen nutzen zu können, fasziniert seit einigen Monaten viele Geesthachter Bürgerinnen und Bürger. „Wir hoffen, dass es uns gelingt, die historische Bausubstanz aus den Anfängen der Geesthachter Industriegeschichte zu erhalten und einer Neunutzung zuzuführen, die durch ihre Architektur inspiriert und mit der Moderne verbindet“, so Ulrike Neidhöfer.

Anmeldungen für die Veranstaltung werden unter der Telefonnummer 04152-8877840 oder per Mail unter industriemuseumgeesthacht@gmx.de entgegengenommen.