Angriff der Nordmänner

Obacht heißt es in diesen Tagen in Ratzeburg. Auf der Schlosswiese haben seltsame Gesellen ihre Zelte aufgeschlagen. Männer aus einer versunkenen Zeit. Mit Schwertern und Rüstung. Diese Kerle verstehen keinen Spaß. Wer hier vorbeischaut, sollte sich tunlichst nicht mit ihnen anlegen.

Es sind die Normannen, die Nordmänner – auch Wikinger genannt. Eingeladen haben sie die mutigen Organisatoren des 22. Racesburg Wylag, das noch bis Sonntag, 6. August, geöffnet hat. Um die Haudegen unter Kontrolle zu halten, veranstalten sie große Rüstschauen und Übungskämpfe. Ob das die Männer dauerhaft davon abhält, auf Beutezug zu gehen, sei mal dahingestellt. Das Schlimme ist, dass sie die Kinder zu Knappen machen. Sie drücken ihnen Schwert und Schild in die Hand und fordern sie auf, es ihnen gleichzutun.

Zum Glück gibt es Männer und Frauen, die mit diesem Treiben nichts zu tun haben. Sie zeigen, dass das Leben viel mehr ist, als anderen Menschen das Hab und Gut zu nehmen. Sie zeigen das Handwerk – so wie es die Leute um das Jahr 1000 herum beherrschten. Im Kessel liegen die Stoffe, die gefärbt werden müssen. Schmiede hämmern auf erhitztes Metall ein, um mit viel Geschick Werkzeuge zu erstellen. Es wird genäht, gesägt, gefeilt. Und selbst der Sinn für das Schöne kommt nicht zu kurz. Die Normannen verstanden und verstehen sich nämlich neben dem Brandschatzen auch auf das Herstellen von Schmuck.

Das „Racesburg Wylag“ ist bis zum 6. August täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet. Die Taverne, in der die Besucher einkehren können, ist ebenfalls bis 24 Uhr zugänglich.