Die Welt umarmt

Mit dem Blauen Montag – Abschlussveranstaltung des diesjährigen KulturSommers – gelang Intendant Frank Düwel die Umarmung der Welt: Musik und Tanz aus den verschiedensten Regionen, ein sommermilder Abend vor der Kulisse des Möllner Sees, Kunst zum Gucken und – eine blaue Stunde wie aus dem Lehrbuch. Wer – bitte schön – wollte da nicht die Welt umarmen?

Den Anfang machte Punk-Rocker Can Carstens. Ganz leise auf der Gitarre spielte er seine schmissigen Lieder, die er sonst mit seiner Band „About Blank“ zum Besten gibt. Im Anschluss entlockte Lorenz Stellmacher seinem Akkordeon eine schwedische Taufmelodie und sorgte mit seinem fliegenden Fingerspiel für schwindelerregende Bewunderung. Auf ihn folgte der Auftritt von Folkmusiker Jörg-Rüdiger Geschke, der sich und das Publikum an einen alten Song erinnerte, bei dem mitgesummt werden konnte. Den Weg in die Ferne suchte dann Klaus Irmscher. Er sang mit Ironie von Engstirnigkeit und Fremdenfeindlichkeit, mit Feingefühl vom Fernweh einer Frau aus Isfahan, ehe er in heimatliche Gefilde zurückkehrte, um auf Plattdüütsch von der Ungeduld des modernen Ichs zu erzählen.

Als aus der blauen Stunde die dunkle wurde, zogen die Besucher und die Künstler in den Festsaal des Herrscherhauses im Stadthauptmannshof um. Dort zeigte eine Gruppe syrischer Tänzer folkloristische Weisen aus der Heimat. Hinzu kamen weitere Musik-Acts. Pop-Hymnen standen auf dem Programm und auch noch mal Klaus Irmscher, der im Zusammenspiel mit einer orientalischen Laute „Dat du mien leevsten bist“ erklingen ließ. Den Gesang übernahm die iranische Sängerin Tara Shahkarami.

Einer von vielen Höhepunken des Blauen Montags: Tara Shahkarami singt „Dat du mien leevsten bist“.          Fotos: Kulturportal