P-Linie mit Strauss

Unter dem Titel „Von Geisterstädten und norddeutschen Großseglern“ hält der Historiker Dr. Dieter Strauss am Montag, 28. August, im Augustinum (Aumühle) einen Bildervortrag über die Atacama-Wüste.  Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr.

In dem Bildervortrag geht es zugleich um die Großsegler der Hamburger Reederei F. Laeisz. Das Unternehmen war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das schnellste im Salpetergeschäft. Die berühmtesten Schiffe gehörten zur „Flying P-Line“, deren Namen alle mit P anfingen, allen voran die Passat, die Preußen und die Pamir. Der Salpeter wurde aus der Atacama-Wüste in Nordchile in die Salpeterhäfen nach Antofagasta, Pisagua oder Iquique gebracht und von dort nach Hamburg verschifft. Um 1910 wurde von den deutschen Chemikern Haber und Bosch der Kunstdünger erfunden, der die traditionelle Gewinnung unrentabel machte; die Salpeterstädte in der Atacama verwandelten sich daraufhin in kurzer Zeit in Geisterstädte, die legendäre „Flying P-Line“ wurde eingestellt.

Chacabuco, eine dieser Städte, wurde nach dem Militärputsch in Chile im September 1973 als Internierungslager für 1200 Gefangene missbraucht. Die isolierte Lage mitten in der Wüste verführte dazu. Der Referent Dr. Dieter Strauss koordinierte die Restaurierung dieser Salpeterstadt, die heute als Mahnmal an die Zeit-, Sozial- und Industriegeschichte Chiles erinnert.

Dieter Strauss ist Germanist und Historiker. Er hat für das Goethe-Institut auf vier Kontinenten gearbeitet. Heute lebt er als freier Referent, Autor und Ausstellungsorganisator in München.