Der Fall Luther

Vorhang auf für das Kleine Theater Schillerstraße (kTS): Das Geesthachter Ensemble zeigt am Donnerstag, 7. September, das Stück „Der Fall Luther“. Aufführungsbeginn ist um 20 Uhr.

„Der Fall Luther“ nähert sich dem Leben des Reformators auf ungewöhnliche Weise: Der Mann, der die Kirche gespalten hat, muss sich vor Gericht rechtfertigen. Doch es ist kein irdisches Strafgericht, dem sich der kluge Reformator gegenübersieht. Es ist sein eigener Zweifel, der sich in Form fiktiver Richter und Kläger durch Luthers Leben pflügt. Da steht er nun, der große Reformator, der einst als kleiner Mönch die ganze Kirche bis hinauf zum Papst in helle Aufregung versetzte und dem die Bevölkerung zu Füßen lag: allein, angefeindet. Er wird angeklagt, den Aufstand der Bauern in Wort und Schrift angezettelt zu haben. Dabei ging es ihm doch „nur“ um das Wort, die Wahrheit, Christus. Der intellektuelle, an sich unpolitische Theologe wird zerrieben zwischen den weltlichen Intrigen von Kirche, Fürsten und Kaiser. Viel hat er errungen für die Religion und ihre Schäfchen. Es gibt eine deutsche Bibel, es gibt eine reformierte Kirche. Doch dies ging nicht ohne weltlichen Umsturz. Trägt er damit nicht auch Schuld an den vielen Todesopfern? In hitzigen Wortgefechten im Gerichtssaal, mit nachdenklichen Tönen im Privaten, durchwirkt von zahlreichen Rückblenden – so lässt Karlheinz Komm Luther am Ende seines Lebens kritisch Rückschau halten. Luther ist hier kein reiner Held, sondern vor allem ein Mensch. Einer mit Visionen und einem starken Willen, einer mit Ecken und Kanten, einer, der – ob er es wollte oder nicht – die christliche Welt revolutionierte. Ein hochspannender, geistreicher Fall.

Karten gibt es im kTS, Schillerstraße 33, in Geesthacht, bei Zigarren Fries oder unter www.kts-geesthacht.de.