Kay Ray wirft Fragen auf

Kay Ray hat unpopuläre Gedanken. Foto: Andreas Elfmer

Kay Ray hat unpopuläre Gedanken. Foto: Andreas Elfmer

Man lebt nur einmal. Davon ist Kay Ray überzeugt. Grund genug also sich in punkto Humor nicht allzu sehr zurückzuhalten. Für sein Publikum heißt das, dass es sich in Acht nehmen muss: Der Comedian plant nicht weniger als Anschläge auf die Lachmuskeln. Sein nächstes Ziel: das kleine Theater Schillerstraße in Geesthacht. Dort betritt er am Sonntag, 8. Oktober, um 20 Uhr die Bühne.

„Yolo“ heißt das aktuelle Programm von Kay Ray. Yolo steht für „You only live once”. Der Comedian widmet sich darin einem bunten Themenstrauß. Kay Ray wirft Fragen auf: Ist die Burka wirklich frauenfeindlich? Stellen Politiker, die sich von Securities begleiten lassen, uns unter Generalverdacht? Sind Menschenfresser Kannibalen oder Andersessende? Ist Nazikeulenschwingen eine neue Sportart? Ist man umweltfreundlich, wenn man „elektrisch fährt“, aber „kreuz schifft“?

Im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung hat er sich nicht in die Schublade des Familienvaters begeben. Mitnichten ist er durch die Geburt seiner Tochter ruhiger geworden. Ganz im Gegenteil: Er nutzt die Gelegenheit sich zu empören über den Unsinn in der Welt, das Denken in Schubladen. Er freut sich über seine Freiheit als bisexueller Mann – mit Haltung und Dreck am Stecken.

Diese Freude gönnt er übrigens jedem. Doch viele möchten sie nicht. Weil sie sauber bleiben wollen im Dienste der Zeit. Im Auftrag einer Gesellschaft, die im Einheitsbrei der Unterhaltungsprostitution vor sich hin pennt und sich bei Facebook und Co. gegenseitig meuchelt.

Eigene Musik. Versaute Geschichten. Witze und unpopuläre Gedanken. Das macht „Yolo“ aus. Es braucht ein Publikum, das sich amüsieren möchte. Weil es sich amüsieren darf. Schluss mit betreutem Lachen. Drauflosgelacht ohne zu hadern. Drauflosgedacht ohne zu haken. Frei sein!