Martin Luther und die deutsche Sprache

Auch nach dem 500. Geburtstag des Thesenanschlags „luthert“ es weiter im Kreis: Am kommenden Freitag, 17. November, hält Prof. Dr. Joachim Reichstein (Schleswig) im Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg einen Vortrag über den Reformator und seine Bedeutung für die deutsche Sprachgeschichte. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Reichstein unterstreicht in seinem Vortrag, dass Martin Luther ein Getriebener der Ereignisse war, die aus seinem Thesenanschlag resultierten. Der Wittenberger wollte keine neue Kirche gründen. Und dennoch geht die Teilung der Kirche auf ihn zurück. Luther wollte auch keine geeinte deutsche Sprache begründen. Und dennoch hat er einen großen Anteil an unserer einheitlichen deutschen Sprachkultur.

Wie groß war Luthers Einfluss auf unsere Sprache? Die Antwort darauf gibt eine Zusammenfassung der sprachgeschichtlichen Forschung der letzten zwei Generationen zu diesem Thema. Unbestritten sind Luthers Wort- und Sprachmächtigkeit, die in seiner Bibelsetzung Ausdruck fanden. Hinzu kam, dass er die Heilige Schrift wie auch all seine anderen Werke in einer Zeit veröffentlichte, als der von Gutenberg erfundene Buchdruck erstmals Massenpublikationen möglich machte. Beides zusammen sorgte dafür, dass Luther eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung des Neuhochdeutschen bekam.

Prof. Reichstein ist Tutor für Archäologie und Geschichte Lauenburgs an der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

Veranstalter des Vortrags sind die Stiftung Herzogtum Lauenburg und die Stadt Lauenburg.

Foto: Stiftung Herzogtum Lauenburg