Die Dynamitfabrik des Alfred Nobel

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Zu einem historischen Spaziergang „Auf den Spuren Alfred Nobels“ lädt am Sonntag, 24. Juni, ab 11 Uhr der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht im Rahmen des KulturSommers am Kanal ein. Zentrales Thema ist die Entstehung der „ersten Dynamitfabrik der Welt“. Treffpunkt ist das Hotel Elbmatrose an der Elbuferstraße 72. Anmeldungen werden unter Tel. 04152-8877840 entgegengenommen.

Der Spaziergang führt über das Gelände der ehemaligen Dynamitfabrik, geründet 1865 von Alfred Nobel. Schwedische Geschäftsleute, die in Hamburg aktiv waren, hatten die Kontakte zu dem schwedischen Erfinder und Industriellen geknüpft. Um Nitroglycerin herzustellen, erwarb er zunächst ein 42 Hektar großes Gelände und wenig später auch die Konzession zur Herstellung des Sprengöls.

Die Hoffnung der „Königlich-Preussisch-Herzoglichen Lauenburger Regierung“, auf dem Krümmel eine einträchtige Industrieansiedlung zu schaffen, schien sich wenige Monate später mit einem schweren Explosionsunglück auf dem Fabrikgelände zu zerstören. Das Gegenteil war der Fall: Nobel setzte eine Reihe serieller Versuche zur Dämpfung des Nitroglycerin erfolgreich fort und erfand in seiner Fabrik das Dynamit.

Der neue Sprengstoff war verhältnismäßig sicher für den Transport und in der Handhabung, so dass er sich schnell im zivilen Sprengmittelmarkt für Bergbau-, Eisenbahnbau-, und Tunnelbau durchsetzte.

Mit dem Erfolg des Dynamits weltweit entwickelte sich Geesthacht von einem Dorf mit etwa 1.450 Einwohnern zu einem bedeutenden Industriestandort.

Der Historische Spaziergang führt über teilweise verschlungene Wege durch den Wald zum Krümmeler Wasserturm, einem Gebäude aus dem Kriegsjahr 1916. Das Gebäude zur Wasserversorgung einer Nitrozellulosefabrik ist eines der letzten Original-Bauwerke der ehemaligen Sprengstofffabrik.

Die dreißig Meter hohe, verklinkerte Stahlbetonkonstruktion des Turmes mit klarer Fassadengliederung und Kuppeldach, das sich heute malerisch und weithin sichtbar über den Wipfeln des Geestwaldes erhebt, gilt als herausragende Architekturleistung für ein Industriegebäude ihrer Zeit.

Erst 2011 wurde entdeckt, dass es sich um ein Gebäude des zu seiner Zeit sehr beachteten Architekten Hermann Distel (1875 bis 1945) handelt. Hermann Distel lebte mehrere Jahrzehnte in Bergedorf und hatte dort auch sein Büro, das lange als „Distel und Grubitz“ firmierte. Zahlreiche Villen in Bergedorf gehen auf die Architektenpartner zurück.

Mehr zum Start in den KulturSommer am Kanal lesen Sie unter

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/06/18/die-liebe-ist-die-antithese-zur-optimierung/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/06/18/kultursommer-eroeffnet-in-ratzeburg/

http://kultursommer-am-kanal.de/startseite/

Foto: Archiv Karl Gruber