Der Traum von Freiheit und Einheit

Am 9. November jährt sich zum 100. Mal das Ende des Deutschen Kaiserreiches und die Ausrufung der Republik. Damit einher geht auch das Ende des Ersten Weltkrieges, der von 1914 bis 1918 Millionen Männern das Leben gekostet hatte. Vorausgegangen war dem der Aufstand der Matrosen. Angesichts der sich abzeichnenden Niederlage Deutschlands hatten sie sich dem Befehl, die Flotte auslaufen zu lassen, wiedersetzt. Die Männer sahen nicht ein, sich kurz vor Toresschluss sinnlos zu opfern. Stattdessen forderten sie die Einführung der Räterepublik.

Dem Aufstand der Matrosen widmet sich am kommenden Donnerstag, 18. Oktober, der Historiker Prof. Dr. Oliver Auge in der Otto-von-Bismarck-Stiftung (Friedrichsruh). Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Veranstalter sind die Stiftung Herzogtum Lauenburg und die Otto-von-Bismarck-Stiftung.

„Ein alter demokratischer Traum von Freiheit und Einheit […] wird jetzt auf neuen und höheren Bahnen Wirklichkeit!“ So heißt es in einem Aufruf des Kieler Arbeiter- und Soldatenrates an die Bevölkerung Schleswig-Holsteins vom 7. November 1918. Die Stadt an der Förde ist damals Ausgangsort und vorübergehend Zentrum des Widerstandes. Historiker Auge fahndet nach den Ursachen, dem Verlauf und den Konsequenzen der von Kiel ausgehenden Novemberrevolution vor einhundert Jahren.

Anmeldungen für den Vortrag werden unter der Telefonnummer 04104-977110 oder per Mail unter info@bismarck-stiftung.de entgegengenommen. Der Eintritt ist frei.

Neben dem Vortrag hat die Bismarck-Stiftung weitere Veranstaltungen zum Thema Krieg, 1918 und die Revolution geplant. Unter anderem stellt am Donnerstag, 22. November, Prof. Dr. Holger Afflerbach sein Werk „Auf Messers Schneide. Wie das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg verlor“ in der Buchhandlung Erdmann (Reinbek) vor.

Darüber hinaus liest Autor Andreas Platthaus (Frankfurt/M., Leipzig) in der Bismarck-Stiftung aus seinem Buch „18/19. Der Krieg nach dem Krieg. Deutschland zwischen Revolution und Versailles.“ Beide Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr.

Der Novemberrevolution gedacht wird in diesen Wochen auch im Schleswig-Holsteinischen Landtag und im Kieler Schifffahrtsmuseum. Letzteres präsentiert noch bis zum 17. März zum 100. Jahrestag des Kieler Matrosenaufstandes eine große Sonderausstellung.

Im Landtag ist am kommenden Montag, 22. Oktober, der Film „Frantz“ zu sehen. Eine von François Ozon 2016 größtenteils in Schwarz-Weiß gedrehte Liebes-, Kriegs- und Familiengeschichte. Darüber hinaus hält der Militärhistoriker Prof. Dr. Michael Epkenhans am Montag, 29. Oktober, im Konferenzsaal des Landtages einen Vortrag zum Thema „1914/18 vs. 2018 – Vom Stellungs- zum Drohnenkrieg. Der Krieg und seine Folgen früher und heute“. Beide Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr.

Weitere Links zum Thema:

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/15/novemberrot/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/15/geburtsstunde-der-demokratie-2/

Foto: Stadtarchiv Kiel