Brahms-Liederabend im Ratzeburger Dom

Mit einem Liederabend werden im Ratzeburger Dom am Sonnabend, 27. Oktober, die Johannes-Brahms-Tage eröffnet. Interpret ist der Bariton Christopher Jung, Gesangsprofessor an der Martin-Luther-Universität Halle. Sein Instrumentalpartner ist Simon Reichert, Organist an der gotischen Stiftskirche in Neustadt an der Weinstraße. Das Konzert beginnt um 18 Uhr.

Auf der Suche nach geistlichen Kunstliedern für Stimme und Orgel stießen Christopher Jung und Simon Reichert auf feinsinnige Werke, die in ihrer Unterschiedlichkeit die Vielfalt klanglicher Ausdrucksmöglichkeiten der Kombination von Bariton und Orgel verdeutlichen. Die Werke ermöglichen  eine tiefe Einsicht in die zerbrechlichen Zustände menschlichen Daseins, tiefen Glaubens und zweifelnden Fragens.

Werke von Johannes Brahms für Solo-Orgel bilden einen Rahmen, in den die Lieder eingebettet sind. Auf diese Weise ergänzen sich in Musik  gegossene Worte und wortlos sprechende Musik zu einer einzigartigen
klanglichen Ausdrucksform.

Die Orgelchoräle op. 122 posthum von Johannes Brahms sind keine Choralbearbeitungen im herkömmlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um sehr persönlich ausgewählte Charakterstücke, die eher vom Klavier her erdacht sind. Sie entstanden direkt nach dem Tod der Freundin Clara Schumann.

Max Regers am Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Lieder umreißen eine aufwühlende, unsichere Existenz, münden aber im Verlauf zuversichtlich und voller Sehnsucht in himmlischen Frieden und Trost. Die Besonderheit der Orgellieder, welche Tilo Medek erschuf 1975/1984, liegt im vielfältigen Verhältnis, das die Orgel zum vertonten Text einnimmt. Neben der kompositorischen Auslegung der den Texten innewohnenden Bilder entwickelt das Instrument plötzlich eine Eigenständigkeit im Sinne eines Kommentars. Es treten Bilder hinzu, die wie eine Collage funktionieren.

Die Lieder von Jan Roelof Wolthuis (2017) sind Miniaturen auf Texte Angelus Silesius von 1653. Mit ihnen schließt sich der Kreis zu Johannes Brahms, den die Melodien des 17. Jahrhunderts zu seinen Kompositionen inspirierten.

Im Rahmen der Johannes Brahms-Tage steht am 17. November das Oratorium „Ein deutsches Requiem“ auf dem Programm.

Eintrittskarten für den Liederabend gibt es an der Abendkasse ab 17.15  Uhr. Tickets für das Oratorium „Ein deutsches Requiem“ sind direkt in der Buchhandlung Weber oder via Internet unter https://veranstaltungen.weber-buch-rz.de/ erhältlich.