„Wir sind die Juden aus Breslau“

Im Rahmen des Antisemitismusprojektes „Zugänge schaffen“ zeigt der „Verein Miteinander“ leben am Dienstag, 26. März, im Burgtheater Ratzeburg den prämierten Dokumentarfilm „Wir sind die Juden aus Breslau“. Die Vorführung beginnt um 18.30 Uhr.

Sie waren jung und blickten erwartungsfroh in die Zukunft. Sie fühlten sich Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, heimatlich verbunden. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, verschlug es sie in alle Himmelsrichtungen. Im Exil mussten sie sich ein neues Leben aufbauen. Nicht wenige wirkten bei der Gründung und dem Aufbau Israels mit.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films von Karin Kaper und Dirk Szuszies. Diese Menschen erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Sie liefern auch ein eindrückliches Generationenporträt. Einige haben im Zuge des Drehs sogar den Weg in die frühere Heimat gefunden. Sie reisten ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegneten. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Der Film mit dem Prädikat „wertvoll“ ist mit dem Deutsch-Polnischen Kulturpreis Schlesien 2017 sowie der Ehrenmedaille der Europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw ausgezeichnet worden. Regisseurs Dirk Szuszies ist am 26. März anwesend und steht für Fragen zur Verfügung.

Dank der Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ vom Bundesfamilienministerium besteht am 27. März zudem die Möglichkeit, für Schulen der Region eine kostenlose, vormittägliche Schulvorführung zu organisieren. Interessierte Klassen können sich unter miteinander.leben@t-online.de anmelden.