„Capernaum – Stadt der Hoffnung“

Mit dem Film „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ zeigt das Elbkino am Sonnabend, 8. Juni, ein in Cannes ausgezeichnetes Drama, in dessen Zentrum der kleine Zain steht. Die Filmvorführung in der Osterwoldhalle beginnt um 20 Uhr.

Worum geht es? Zain (Zain Al Rafeea) ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste.

„Capernaum“ ist eine Beschreibung biblischen Ursprungs, die sich vor allem im Arabischen und Französischen als Bild für einen Ort voller Chaos und Unordnung etabliert hat. Einen solchen Ort zeigt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki in ihrer hochemotionalen Fabel. In visuell eindrucksvollen Kinobildern erzählt Capernaum von den abenteuerlichen Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber in unserer Welt keine Chance haben. Mitreißend inszeniert legt Nadine Labaki die Mechanismen unglaublicher, sozialer Ungerechtigkeit offen und gibt denen eine Stimme, die im Schatten leben, oft ohne Ausweispapiere und Arbeitsmöglichkeiten. Ein Film von großer Empathie und Menschlichkeit.

„Capernaum – Stadt der Hoffnung“ erhielt in Cannes den Preis der Jury und den Preis der Ökumenischen Jury. Zudem wurde der Film für den Oscar als Bester nicht-englischsprachiger Film nominiert.

„Capernaum – Stadt der Hoffnung“, Filmvorführung, Heinrich-Osterwoldhalle, Elbstraße 145, 20 Uhr