Was ist das eigentlich, Totensonntag?

Der November ist der Monat des Gedenkens. Nach Allerheiligen, Allerseelen und dem Volkstrauertag bildet der Totensonntag, der Gedenktag der evangelischen Christen für die Verstorbenen, den Abschluss der Gedenktage. Die Kirche spricht vom Ewigkeitssonntag, um Bezug auf den Glauben an die Auferstehung und ein ewiges Leben zu nehmen. Der Ewigkeitssonntag ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres – das neue beginnt eine Woche später am ersten Adventssonntag.

Auf die Bedeutung dieses Tages weist Petra Kallies, Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, hin: „Alles hat seine Zeit, und die Feste soll man feiern wie sie fallen. Totensonntag ist ein Tag, um der Verstorbenen zu gedenken und sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu werden. Aus Respekt vor den Toten und den Trauernden sollte dieser Tag nicht mit Zuckerwatte überkleistert werden. Ich halte es für bedenklich, dass das Thema Tod immer mehr aus unserer Gesellschaft herausgedrängt wird – gehört er doch zum Leben jedes Einzelnen dazu“.

Die Ursprünge des Ewigkeitssonntags gehen in die Zeit der Reformation zurück. Als Totensonntag rief ihn dann König Friedrich Wilhelm III. von Preußen aus. 1816 nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon mit vielen Verlusten, sollte am Sonntag vor dem 1. Advent der Toten gedacht werden. Mehrere Landeskirchen griffen diesen Vorstoß auf. Heute werden am Ewigkeitssonntag in vielen Gottesdiensten die Namen der Menschen verlesen, die über das Jahr gestorben sind. Christen besuchen an diesem Tag die Gräber ihrer Angehörigen und schmücken sie. Der Ewigkeitssonntag hat für Protestanten eine ähnliche Bedeutung wie Allerseelen für Katholiken.

Traditionell stehen in den Gemeinden zum Ewigkeitssonntag Gottesdienste und geistliche Musik auf dem Programm. Hier eine kleine Auswahl für den 24. November:

Ratzeburg

Im Dom wird ab 10.15 Uhr zum Kantatengottesdienst geladen. Unter der Leitung von Domkantor Christian Skobowsky spielen und singen das Bremer Bach Consort und das Ratzeburger Vokalensemble Johann Sebastian Bachs „Actus tragicus – „Gottes Zeit ist die allerbeste“.

Mölln

In der Heilig-Geist-Kirche predigt ab 10 Uhr Vikar Thorsten Nasse.

Niendorf

Pastorin Jennifer Rath predigt ab 9 Uhr in der St. Anna-Kirche.

Schwarzenbek

In der St. Franziskus-Kirche beginnt der Gottesdienst zum Totensonntag um 9.30 Uhr.

Seedorf

Pastor Jakob Henschen predigt ab 9 Uhr in der St. Clemens-Kirche.

Wohltorf

Musik im Gottesdienst gibt es ab 10 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche. Die Predigt hält Pastor René Enzenauer.

Lauenburg

In der Maria-Magdalenen-Kirche predigt ab 11 Uhr Pastor Billet.

Wer seine Gemeinde hier nicht findet, wird unter der Webadresse https://www.kirche-ll.de/veranstaltungen.html fündig.

Text: Steffi Niemann/Kulturportal-Herzogtum.de