„Diego Maradona“

Das bewegte Leben des Fußballers Diego Maradona ist am Sonntag, 12. Januar, auf der Leinwand im Augustinum Aumühle zu bewundern. Die Einrichtung zeigt in Kooperation mit dem Filmring Reinbek Asifs Kapadias biografischen Spielfilm aus dem Jahr 2019. Vorführungsbeginn ist um 19.30 Uhr.

Fußballgott, Nationalheld, die „Hand Gottes“ – Diego Maradona ist eine schillernde Persönlichkeit. Der Regisseur Asif Kapadia, der mit dem berührenden und oscargekrönten Porträt der Musikerin Amy Winehouse bekannt wurde, widmet dem argentinischen Sportler einen Dokumentarfilm. Dieser behandelt die intensiven Jahre von 1984 bis 1991, in denen Maradona vom hoffnungsvollen „schlampigen Talent“ zum Weltmeister, Europapokalsieger und „Erlöser“ einer ganzen Region wurde. Sowohl er als auch sein Verein hatten in dieser Phase ihre beste Zeit.

Der finanziell schwache SSC Neapel konnte – mit Hilfe der Mafia? – die damals unvorstellbare Summe von 24 Millionen DM aufbringen, um Maradona vom FC Barcelona nach Süditalien zu transferieren. Er wurde schnell als Vereinsikone verehrt: Mit seinen Leistungen auf dem Platz konnten sich die Neapolitaner gegen die übermächtigen Klubs aus dem reichen Norditalien (Mailand, Turin) durchsetzen, die sie jahrelang verhöhnt hatten. Jedoch belastete die erdrückende Liebe der Tifosi den Argentinier zunehmend, und die Mafia, die ihn regelmäßig mit Kokain und Prostituierten versorgte, ließ ihn nicht mehr los. Als Kokainsüchtiger geriet er ins Visier der Polizei, eine lange Sperre beendete seinen sportlichen Erfolg – auch diese Schattenseiten gehören zu Maradonas Zeit beim SSC Neapel.

„Diego Maradona“, 12. Januar, Augustinum, Mühlenweg 1, Aumühle, 19.30 Uhr