Seltene Äpfelsorten in den Garten holen

In die Geheimnisse des Apfelsortenanbaus weist am Sonnabend, 18. Januar, Peter Schlottmann auf der Streuobstwiese (Ratezburg) ein. Sein Obstseminar beginnt um 15.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

In diesem ersten Kurzseminar können die Teilnehmer in der Ruhezeit der Bäume Reiser und Steckhölzer für den Eigenbedarf schneiden. Diese müssen bis zum Frühjahr eingelagert werden, um dann selbst einen schon vorhandenen Obstbaum mit mehreren Sorten auszustatten.

Die Reiser können auch zum dritten Teil des Seminares mitgebracht werden. Sie werden dann vom Fachgärtner auf eine Unterlage setzt. So können Sippen in den eigenen Garten geholt werden, die sonst im Handel kaum bis gar nicht mehr erwerbbar sind. Dazu gehört bei den Äpfeln unter anderem der wunderbare Prinz Albrecht von Preußen und die Alkmene. Diese Sorten sind herrlich für den Frischgenuss sowie für Grütze oder Kuchen bis Dezember.

Besondere Bedeutung hat beispielsweise der Rote Holsteiner Cox aus Kopenhagen und der Danziger Kantapfel, die wegen ihres Reichtums an Anthocyanen besonders gesund, aber auch sehr wohlschmeckend von Mitte November bis Anfang Januar sind. Wer heimisches Obst aus der Nähe möchte, kann sich für den vorzüglichen Holsteiner Cox aus Fitzen bei Büchen entscheiden. Besonders empfehlenswert ist der saftig-aromatische Dithmarscher Paradiesapfel. Der Name ist geschmacklich Programm. Gute Äpfel bilden auch die Stina Lohmann und die Champagner Renette mit ihren vielen Polyphenolen, die zur Gesundung eines Menschen beitragen können.

Darüber hinaus sind auch Reiser von wunderbaren Primitivpflaumen möglich. Veredeln lassen sich die Kricke, die Kreete, die Kreeke, der Spilling, die Ziparte, die Löhrpflaume usw. Dabei muss besonders auf die Falshöfter (Angeln) Kricke und den dortigen blauen Spilling verwiesen werden, die sich für eine herrliche Marmelade ganz besonders eignen. Ob noch Reiser von den Kirschpflaumen gewählt werden können, hängt von der Wärme des Winters ab. Bis zur Veredelung im Seminar am 14. März oder privat bis Anfang April, müssen Reiser in einem Eimer oder einer Kiste mit jeweils nicht ganz trockenem Kies zwischengelagert oder auch beim Fachgärtner in Auftrag gegeben werden.

Obstseminar, 18. Januar, Streuobstwiese, Ortsteil Stüvkamp, Einhaus, Ratzeburg, 14.30 bis 15.30 Uhr, freier Eintritt