Der Eiserner Kanzler und das Zeitalter der Moderne

Das Zeitalter des Eisernen Kanzlers und die Entstehung einer facettenreichen Moderne stehen 2020 im Fokus der Otto-von-Bismarck-Stiftung (Friedrichsruh). Die Einrichtung leuchtet das 19. Jahrhundert mit Expertenvorträgen und diversen Führungen durch das Bismarck-Museum weiter aus. Hinzu kommen Filmvorführungen im Bahnhofskino und Blicke über den Tellerrand: Unter anderem spricht der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Peter Graf von Kielmansegg am 2. April im Warburg-Haus (Hamburg) über Migration.

Zum Jahresbeginn wendet sich die Otto-von-Bismarck-Stiftung zunächst einmal ihrem Namensgeber zu: Am Donnerstag, 16. Januar, stellt der Wissenschaftler Tobias Hirschmüller (M.A.) die Frage, ob Bismarck ein Held Österreichs gewesen sei. Hintergrund für seinen Vortrag ist die Tatsache, dass in den deutschsprachigen Gebieten der Donau-Monarchie sich eine Bismarck-Begeisterung einstellte, obwohl diese Regionen 1866 nach dem Krieg Österreichs gegen Preußen aus Deutschland ausgeschlossen worden waren.

Einen ganz anderen Blick auf das 19. Jahrhundert und sogar darüber hinaus gibt am Donnerstag, 6. Februar, Dr. Claus Gossler frei. Im Historischen Bahnhof stellt er die Lebenserinnerungen des Hamburger Architekten Martin Haller vor. Haller entwarf unter anderem die Laeiszhalle.

Vom Einzelnen und seiner Profession geht der Fokus dann auf eine Gruppe über. Prof. Dr. Carola Groppe (Helmut-Schmidt-Universität) widmet sich am Donnerstag, 20. Februar, im Historischen Bahnhof dem Bürgertum im Deutschen Kaiserreich, dessen Lebenswelt im 19. Jahrhundert einem erheblichen Wandel unterworfen ist.

Dr. Nils Freytag wiederum schildert am 19. März die „Vielfalt und Widersprüchlichkeit“, die das Leben im Wilhelminischen Kaiserreich widerspiegeln.

Weitere Programmhöhepunkte sind die Literaturverfilmung „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ (27. Mai), der Historienstreifen „Paulus, der Apostel Christi (11. März), die Erinnerung an die Rettung skandinavischer KZ-Häftlinge über die Aktion „Weiße Busse“ (14. Mai) sowie Vorträge über Ludwig II. von Bayern (4. Juni) und Karl Dönitz (7. Mai/Augustrinum Aumühle).

Die Vorträge im Historischen Bahnhof beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

Weitere Infos gibt es unter www.bismarck-stiftung.de.