„Bonjour, Paris!“

Mit dem Solo-Stückbringt der Schauspieler Volker Ranisch am Montag, 27. Januar, im Augustinum Mölln ein legendäres Stück Rilke auf die Bühne. Der Text basiert auf den „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“, dem Großstadtroman des Poeten. Die Aufführung beginnt um 19 Uhr.

Mit den „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“, da ist sich die Literaturwissenschaft sicher, hat Rainer Maria Rilke Neuland betreten, denn es handelt sich hierbei um eine der ganz großen Durchbruchleistungen der Literatur, um nicht weniger, als den ersten Roman der Moderne.

Rilkes einziger Roman spielt in der Kulisse der Großstadt. Er lässt sein Alter Ego Malte dessen Erlebnisse, Tagträume, Gedankenspiele und persönliche Notizen während seines Aufenthalts in Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu sogenannten Ereignisflächen montieren. Geheimnisvoll umkreist Malte ein verborgenes Zentrum, dem er sich nicht zu nähern vermag. In außerordentlicher Sensibilität ringt er darum, das Unsagbare in Worte zu fassen.

Die Schauplätze, die Personen und Zeitebenen der Notate wechseln im Theaterstück durchgängig. Erhalten jedoch bleibt vom ersten Satz an jener dunkel hallende „Malte-Ton“, den Fritz J. Raddatz im Nachwort zur Neuausgabe dieses „Wunderwerks moderner Prosa“ glänzend beschreibt. Dieser Ton war neu in der Literatur, beispiellos, und er hat bis heute nichts von seiner Suggestivkraft verloren.

„Bonjour, Paris!“, 27. Januar, Augustinum, Mühlenweg 1, Aumühle, 19 Uhr