„Der gefallene Engel“

Für eine Lesung mit Buchpräsentation kommt der Autor Detlef Romey am Sonnabend, 8. Februar, nach Groß Sarau. Im Dorfgemeinschaftshaus liest er unter anderem aus „Winnetou – ein Friedensmonolog. Höhepunkt dürfte die Vorstellung seiner Biografie „Der gefallene Engel“ sein, in der er sich mit Henny Porten, einer erfolgreichen Schauspielerin der frühen Kinogeschichte befasst. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

„Das Buch stellt nicht die Filme, sondern den Menschen in den Mittelpunkt“, sagt Romey. Für ihn ist die Beschäftigung mit dieser legendären Frau auch ein politisches Anliegen. Angesichts des Wiedererstarken des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit möchte er an das berufliche Schicksal der Schauspielerin erinnern. Weil Porten, verheiratet mit dem jüdischen Arzt Wilhelm von Kaufmann-Asser, an ihrer Ehe festhielt, geriet sie beruflich ins Abseits. Nach einigen Rollen, die sie auf Fürsprache Albert Görings – dem Bruder des Reichsfeldmarschalls Hermann Göring – erhielt, war es für sie in der Nazizeit mit der Schauspielerei vorbei.

Nicht alle waren so mutig und standhaft wie die Porten. Heinz Rühmann beispielsweise trennte sich von seiner jüdischen Frau. „Sie hat für ihn ihre Karriere aufgegeben“, so Romey. Nach dem Krieg lebte Henny Porten einige Jahre in Ratzeburg, ging zurück nach Berlin, drehte dort noch zwei Filme für die DEFA. Aber an ihre großen Erfolge konnte sie nicht mehr anknüpfen. Sie starb 1960 in Berlin.

Romeys Biografie entreißt sie der Vergessenheit: Henny Porten, Protagonistin des legendären deutschen Kinos in der Weimarer Zeit, das es zu Weltruhm brachte.

„Der gefallene Engel“ ist im Verlag Neopubli (Berlin) erschienen. Das Buch hat die ISBN-Nummer 978-3-7502-6950-7.

Lesung Detlef Romey, 8. Februar, Dorfgemeinschaftshaus, Klempauer Straße, Groß Sarau