„Buernleed“ & Co.

Im Rahmen des Niederdeutschen Autorentreffens stellen die plattdüütschen Schriftsteller traditionell „live“ aktuelle Werke vor. 2020 wandern ihre Texte ins Netz. Hintergrund ist, dass aus der am Sonnabend, 16. Mai, geplanten „analogen“ Zusammenkunft ein virtuelles Treffen wird. Dementsprechend gibt es die Texte der plattdüütschen Lüüd als Podcast zu hören. Interessierte finden Sie unter dem Link http://www.niederdeutschzentrum.de/niederdeutsches-autorentreffen-online/. Vorab veröffentlicht Kulturportal-Herzogtum.de das Gedicht „Buernleed“ von Hans-Joachim Oldenburg.

„Buernleed“

In’n Lenzing de Buer sien Trecker betankt,

bevör he dormit up den Acker rutjankt.

He plööcht un he eggt un he seit un he plant,

bestellt so för all all de Johr all dat Land.

Bevör he dor ruttreckt geiht he noch in’n Stall,

wieldat man sien Diere wat Gots andon sall.

He melkt un he fodert, messt ut, wenn he kann

denn schlütt he bi allens ok een Maschin an.

Bi alls, wat he rinstäkt, an Grenzen he stött,

bevör sik ut allens wat ruthålen lött.

He läst un he räkent, gifft up orrer hålt

noch rut, wat he sik ees in Dröms har utmålt.

Hans-Joachim Oldenburg