Der Macher – das Fest – die Menschen

Nun steht er also vor der Tür – der KulturSommer am Kanal. Endlich – ist man geneigt zu sagen. Die Vorbereitungszeit war und ist für alle Beteiligten aufwändig und anstrengend. Da freut man sich, wenn es nun bald losgeht. Das gilt für all diejenigen, die als Schauspieler, Musiker und Künstler sich in langen Übungsstunden auf ihren Auftritt vorbereiten, das gilt für all jene, die im Hintergrund die Fäden spinnen und das große Festival mit seinen mehr als 90 Veranstaltungen organisieren. Endlich – werden auch all jene sagen, die sich als Zuschauer und Zuhörer auf das Event freuen, weil sie dabei sein möchten, es erleben möchten.

Kann man sich als Außenstehender den Aufwand vorstellen, der hinter so einem Programm steckt? Wohl kaum. Deshalb an dieser Stelle mal der Versuch, das Ganze zumindest ein wenig aufzudröseln – frei nach dem Motto: Der Macher, das Fest, die Menschen.

Der Macher – das ist Intendant Frank Düwel. Er bewegt sich das ganze Jahr über im KulturSommer und zwischen den KulturSommern. Sein Kopf kreist um laufende und künftige Regiearbeiten, um eigene Produktionen und um Produktionen, die andere auf die Beine stellen. Er knüpft Kontakte, nutzt sie, um Kreative zusammenzubringen und so Neues für das Festival anzuschieben und um ein Wir-Gefühl entstehen zu lassen. Die Menschen sollen sagen: Der KulturSommer – das ist unser Ding in unserer Region, in unserer Landschaft, da machen wir mit, da bringen wir uns ein.

Das Fest – das sind in diesem Jahr 90 Veranstaltungen. Das heißt 90 Mal: Wer singt, spielt und spricht denn da? Was braucht er oder sie dafür? 90 Mal Bühne, Technik und Publikumsplätze planen, herankarren und aufbauen. Mikros und Bier, Würstchen und Klavier, Stehtische und Gebäck, Stühle und Gesteck, Blumen und Fahnen, Flyer und Plakate, Broschüren, Pressetexte und Posts im Netz.

Die Menschen – das sind die, die dafür sorgen, dass die Zutaten, die so ein Fest braucht, dann auch (rechtzeitig) da sind. Das Equipment für eine Veranstaltung gelangt nicht wie von Geisterhand an seinen Bestimmungsort. Jemand muss es fahren. Und wenn sie auch niemand wahrnimmt auf der Straße, die Lkw, Transporter oder Kombis, weil sie keinen Schriftzug „KulturSommer am Kanal“ tragen, sind sie doch in diesen Tagen schon und noch bis zum 15. Juli unterwegs. Von Mölln nach Ratzeburg oder Berkenthin oder Lauenburg und wieder zurück ist nur ein Katzensprung? Von wegen. Es läppert sich.

Und wenn die Sachen dann vor Ort sind, müssen sie auch funktionieren. Auch da braucht es fleißige und kompetente Techniker, die die Kabel fachgerecht verlegen, dass der perfekte Sound nicht zur Illusion, sondern zur Gewissheit wird. Sie sorgen dafür, dass der Strom fließt, der Bass wummert, das Schlagzeug scheppert und die Stimmen glänzen.

Und wenn dann alles so weit ist, heißt es: Vorhang auf und Ahoi für die Künstler, die dann hoffentlich auf viele besetzte Stühle blicken. Denn: Ohne Publikum, ist am Ende alles nichts. Ohne Publikum, kein KulturSommer.

Helge Berlinke