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Aus der Stiftung Ausstellungen Nördlich der A24

Landt-Schau bleibt am Wochenende geschlossen

So schnell kann es gehen: Wegen der ab Sonnabend bundesweit gültigen Corona-Notbremse bleibt die Schau „Kunst – Leben – Hoffnung“ an diesem Wochenende (24./25. April) geschlossen. Das neugefasste Bundesinfektionsschutzgesetz schreibt bei einer Inzidenz von mehr als 100 die Schließung von Kultureinrichtungen vor. Im Kreis Herzogtum Lauenburg lag sie zuletzt bei 105.

Die Stiftung Herzogtum Lauenburg hatte zu Wochenbeginn die Verlängerung der Frühjahrsausstellung bis zum 9. Mai beschlossen.

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Südlich der A24

Kurz notiert – unterwegs im Südkreis

Kulturnetz.SH: Mit der Plattform Kulturnetz.SH erweitert Schleswig-Holstein im Verbund mit dem Landeskulturverband (LKV) seine Unterstützungsoffensive für die Künstler-Szene im Land. Es ermöglicht Live-Übertragungen, die Präsentation von Cluster-Videos, 3D-Führungen, Podcasts, Ausstellungen bis hin zum SH-eigenen Radiosender und vieles mehr. Zusätzlich bietet das Kulturnetz.SH Kulturschaffenden aus Schleswig-Holstein die Möglichkeit, ihre Werke online zu vermarkten. Die Nutzung ist kostenlos. Künstlerinnen und Künstler können zudem ihren eigenen Shop gestalten und ihre Werke zu ihren Konditionen anbieten. Unterstützt und betreut werden sie dabei von der Projektstelle des Landeskulturverbands Schleswig-Holstein, erreichbar unter redaktion@kulturnetz.sh. Das Land und der LKV der hoffen mit https://kulturnetz.sh die Sichtbarkeit von Schleswig-Holsteins Kulturschaffenden zu erhöhen.

Projektstipendium: Christian Helwing hat vom Künstlerhaus Lauenburg ein einjähriges Projektstipendium für Bereich Bildende Kunst erhalten. Bis zum 15. April 2022 arbeitet er unter dem Titel Besucher*Systeme“ an der Schnittstelle von Architektur und Bildender Kunst an einem künstlerischen und architektonischen Konzept. Das Projektstipendium wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein gefördert.

Orff-Aufnahme: Mit Carl Orffs „Carmina Burana“ beschäftigt sich am Sonntag, 25. April, die Sendung Kulturzeit. Ab 17 Uhr geht es um die Texte des Werkes sowie um Hintergrundinformationen. Zudem ist im Radio erstmals eine besondere Live-Aufnahme der Orff-Komposition. Der Chor der Lauenburgischen Gelehrtenschule sang es 2000 unter der Leitung von Holger Martens. Die Sendung wird am Dienstag, 27. April, um 9 Uhr wiederholt. Zu empfangen ist Kulturzeit unter UKW-Frequenz 98,8 MHz, auf DAB+ und im Internet unter www.okluebeck.de.

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Südlich der A24

Marie Diot singt später

Eigentlich sollte Marie Diot am Sonnabend, 29. Mai, im Rahmen der Kultur auf Dorf-Tour Station in Fitzen machen. Doch daraus wird nichts. Wegen der Pandemie wurde der Auftritt im Heusaal von Heiko und Marina Rink (Schönes vom Dorf) verschoben. Neuer Termin ist der 21. August.

Die Fangemeinde muss also noch ein wenig warten, bis sie Marie Diots eigensinnige und humorvolle Show erleben kann. Die Sängerin und Musikerin hat ihr musikalisches Können in der berühmten SAGO-Liedermacherschule* ausreifen können. Als Auszeichnung ihrer Kunst hat sie bereits viele wichtige Preise erhalten. 2014 wurde sie Preisträgerin beim Treffen junge Musikszene, ein Jahr später erhielt sie den Förderpreis „Nahaufnahme“ des Bundeswettbewerbs Berliner Festspiele und 2017 stand sie im Finale des Deutschen Song Contest „Troubadour“.

Die „Kultur auf Dorf-Tour“ gibt es seit 2016. Potentielle Veranstalter können sich dafür bei der Stiftung Herzogtum bewerben und damit auf ein kostenloses Kulturereignis in der heimischen Gemeinde hoffen. Die Einrichtung zahlt pro Event 450 Euro sowie – falls sie anfallen – GEMA-Gebühren und etwaige Versicherungsgebühren seitens der Künstlersozialkasse. Darüber hinaus hilft sie bei der Bewerbung der Veranstaltung.

Umgekehrt verpflichtet sich der Veranstalter, für einen reibungslosen Ablauf des Events zu sorgen. Dazu gehören angemessene Räumlichkeiten, die Bewerbung des Kultur-Events im Vorfeld, der Aufbau einer Abendkasse und die passende Technik. Darüber hinaus kümmert sich der Veranstalter mit Kaffee, Kuchen oder auch kalten Getränken und Grillwurst um das leibliche Wohl der Gäste. Die Einnahmen daraus sowie aus dem Kartenverkauf kommen ihm selbst zu Gute. Das Geld sollte möglichst für die Planung und Durchführung weiterer kultureller Veranstaltungen verwendet werden.

Mit „Kultur auf Dorf-Tour“ verfolgt die Stiftung das Ziel, kulturelle Veranstaltungen, wie zum Beispiel Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Ausstellungen unter anderem in den Dörfern des Kreises Herzogtum Lauenburg zu etablieren.

Mögliche Acts finden Interessierte im Künstlerkatalog der Stiftung Herzogtum Lauenburg. Nach Eingang der Bewerbung erfolgt die Kontaktaufnahme zu den Künstlern, die Terminabstimmung und der Abschluss der Honorar-Verträge.

Bewerbungen werden unter Tel. 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de entgegengenommen.

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Kunst gesucht!

Für seine Kampagne „Kultur im Sommer“ sucht der Landeskulturverband (LKV) nach kunstvollen und kreativen Bildern. Es winkt ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro. Als Wettbewerbsbeiträge in Frage kommen neben Fotos und gemalten Bildern wie Aquarellen auch Grafiken und Comiczeichnungen.

Eine Jury wählt die drei besten Motive aus, mit denen dann auf kulturimsommer.sh aufmerksam gemacht werden soll. Die drei Motive erscheinen unter anderem auf Postkarten. Zu finden sie zudem überall dort, wo es um kulturimsommer.sh geht. Einsendeschluss ist der 2. Mai. Der Wettbewerbsbeitrag muss als JPG-Datei (300 dpi, 2,5 MB) eingereicht werden. Das gewünschte Druckformat ist A6. Die Bilder sind über www.landeskulturverband-sh.de/kulturimsommer2021 hochzuladen.

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Thema der Woche

„Der Ortsbezug ist der rote Faden“

Isabelle von Schilcher (Foto: Benjamin Stumpf) hat aktuell die künstlerische Leitung des Künstlerhauses Lauenburg inne. Sie vertritt Marita Landgraf, die in Elternzeit ist. Die junge Frau, die in Münster an der Kunstakademie studiert und bereits an mehreren Standorten im organisatorischen Bereich tätig war, hat an ihrer neuen Dienststätte gleich mit mehreren Herausforderungen zu tun: Das Künstlerhaus feiert dieses Jahr 35. Geburtstag, bekommt die langersehnte Stadtgalerie und hat nebenbei – wie alle Kultureinrichtungen – mit Covid-19 zu kämpfen. Kulturportal-Herzogtum.de sprach mit der 37-Jährigen über ihren neuen Job.

KP: Seit November haben Sie die künstlerische Leitung inne. Wie gefällt Ihnen Ihre Aufgabe?

Von Schilcher: Ausgesprochen gut. Ich war von Anfang an begeistert von der Energie im Haus. Natürlich ist das Haus selber schon so, dass man es einfach nur toll finden kann. Die Lage an der Elbe, die Ateliers, die Möglichkeit, Stipendien zu vergeben, der Bau der Stadtgalerie und so weiter. Was mich aber am stärksten beeindruckt hat, sind die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, die im Haus arbeiten – mit welch einer Energie die hier agieren und wie viel Zeit sie investieren. Das hat es mir leicht gemacht, mich in die Arbeit hineinzuwerfen und die Fäden aufzunehmen, die mir Frau Landgraf übergeben hat.

KP: Wie viele Ehrenamtler engagieren sich für das Künstlerhaus?

Von Schilcher: Im Moment sind es 14, die im Haus aktiv sind. Da gibt es natürlich Frau Mechau-Krasemann, die den ersten Vorsitz macht. Das ist meiner Meinung nach im Moment ein Fulltime-Job. Es gibt die zweite Vorsitzende Angelika Fobian, die immer präsent ist und an allen möglichen Gesprächen und Entscheidungen beteiligt ist. Da ist Isabel Renken, die quasi die ganze Gastronomie unter ihren Fittichen hat. Da sind die Leute, die in der Technik arbeiten und gerade dabei sind, das Haus zu renovieren. Wir haben eine Ehrenamtlerin, Ingrid Bussmann, die ein ‚StipendiatInnenarchiv‘ aufbaut. Und viele mehr.

KP: Und dann ist da Isabelle von Schilcher, die hauptamtlich die künstlerische Leitung innehat. Wie viele Stunden sind Sie wöchentlich im Einsatz?

Von Schilcher: Auf dem Papier 15 Stunden.

KP: Das ist überschaubar.

Von Schilcher: Das ist abhängig von den Fördergeldern, die das Haus bekommt. Man arbeitet hier gerne, wenn das Projekt so toll ist. Ich sage aber auch: Wir brauchen dringend mehr Stunden für die künstlerische Leitung, vor allem jetzt wo wir die Stadtgalerie dauerhaft bespielen.

KP: Sie sagten gerade, dass im Künstlerhaus aktuell sehr viel passiert. Wie schaffen Sie es, Abstand zu halten und sich nicht in die Quere zu kommen?

Von Schilcher: Das entzerrt sich total. Die Leute arbeiten zu unterschiedlichen Zeiten.

KP: Haben Sie derzeit Stipendiatinnen und Stipendiaten im Haus?

Von Schilcher: Im Moment nur einen – Christian Helwing. Er arbeitet auf Einladung bei uns im Haus und das für ein ganzes Jahr. Alle weiteren Belegungen haben wir aufgrund von Corona abgesagt.

KP: Wie viele Stipendiatinnen und Stipendiaten kommen sonst zu Ihnen?

Von Schilcher: Normalerweise schreiben wir fünf Stipendien aus. Dieses Jahr läuft es anders, auch weil wir den Umbau der Stadtgalerie im Nebenhaus vor uns haben. Da soll es in Zukunft einen großen Durchbruch geben zwischen den Häusern. Allein der Baulärm und alles was da an Umstrukturierungen stattfindet, hat es uns unmöglich gemacht, die Stipendien in diesem Jahr regulär auszuschreiben. Was wir 2021 ausschreiben, ist ein viermonatiges Arbeitsstipendium ohne Residenzpflicht für eine Künstlerin beziehungsweise einen Künstler mit Kind. Da läuft die Bewerbungsfrist noch bis zum 15. Mai. Wir haben gedacht, wir machen jetzt mal etwas, was Leute anspricht, die normalerweise nicht von den Residenzstipendien bei uns profitieren können. Künstlerinnen und Künstler mit Kind sind immer gerne gesehen, aber für die ist das organisatorisch oft nicht möglich, zum längeren Aufenthalt zu kommen.

KP: 2022 kehren sie bei der Stipendienvergabe dann aber wieder zum ursprünglichen Umfang und Prozedere zurück?

Von Schilcher: Nicht ganz. 2022 schreiben wir nur noch vier Stipendien regulär aus. Zwei im Bereich bildende Kunst, eins im Bereich Komposition und eins im Bereich Literatur. Hinzu kommt ein Stipendium, das wir in Zukunft jährlich auf Einladung vergeben wollen. Da geht es dann um einen Künstler, der ortsspezifisch in Lauenburg arbeitet oder sich mit dem Thema Lauenburg auseinandersetzt, in Verbindung mit einer Ausstellung in der Stadtgalerie. Die Anbindung der Stadtgalerie bedeutet eine große strukturelle Veränderung. Da müssen wir unser Konzept jetzt einfach anpassen.

KP: Geht es auch darum, das Künstlerhaus stärker im Bewusstsein der Lauenburger zu verankern? Ich erinnere mich, dass auch Frau Landgraf dieses Ziel verfolgt hat. Moderne Kunst gilt ja bei vielen als abgehoben.

Von Schilcher: Klar geht es auch darum, die Leute vor Ort zu begeistern. Wir müssen jetzt mit der Stadtgalerie und dem Programm, was wir da machen, an sie herantreten. Wir wollen ihnen die Möglichkeit bieten, noch mehr Interesse zu entwickeln.

KP: Sie halten also an der Strategie fest, näher an die Einheimischen heranzurücken?

Von Schilcher: Genau. Wir wollen auf keinen Fall wie ein Ufo landen und völlig aus dem Kontext gerissen Dinge zeigen, mit denen keiner was anfangen kann. Das wäre tatsächlich abgehoben. Natürlich soll zeitgenössische Kunst zu sehen sein. Wir wollen beispielsweise mit der jährlichen ,StipendiatInnen-Ausstellung‘ zeigen, was hier im Künstlerhaus als Produktionsstätte entsteht. Der Ortsbezug – das habe ich auch von Frau Landgraf vermittelt bekommen – ist der rote Faden.

KP: Auf der anderen Seite bekommen Sie aber auch Unterstützung von außerhalb – zum Beispiel vom Land Schleswig-Holstein.

Von Schilcher: Genau. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein fördert unter anderem das Stipendienprogramm.

KP: Und Sie sind eine Adresse in der Kunstszene, wo sich Menschen aller Herren und Frauen Länder bewerben können.

Von Schilcher: Natürlich wollen wir uns nicht beschränken. Wir machen ein internationales Programm und schaffen uns damit die Möglichkeit, über Ländergrenzen hinweg namhafte Künstlerinnen und Künstler nach Lauenburg einzuladen.

KP: Neue Möglichkeiten bietet Ihnen vermutlich auch die Stadtgalerie, die Sie bereits erwähnt haben. Wie kam es zu diesem Projekt?

Von Schilcher: Die Idee der Stadtgalerie gibt es schon lange. Es gab auch schon mal einen temporären Ort für die Stadtgalerie, die bis 2016 im Hagenström* betrieben wurde. Danach gab es die ‚Stadtgalerie im öffentlichen Raum‘. In diesem Rahmen sind dann auch weitere Projekte entstanden. Jetzt stellt uns Franz Hitzler für die Stadtgalerie Teile des Nachbarhauses zur Verfügung.

KP: Die gute Nachricht lautet: Das Künstlerhaus und Lauenburg können der Kunst mehr Raum geben. Gegenwärtig haben solche Nachrichten allerdings immer einen faden Beigeschmack. Viele Galerien und Ausstellungshäuser haben aktuell geschlossen. Kunst findet vor allem im digitalen Raum statt. Wie sehen Sie das? Wie sehen die Künstlerinnen und Künstler das?

Von Schilcher: Das ist für die meisten eine große Herausforderung. Wir sind da mit vielen – auch mit unseren ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten – in Kontakt. Einige sind durch die Pandemie finanziell hart getroffen. Vielen Galerien geht es auch nicht sonderlich gut. Aber viele Leute entwickeln neue Strategien, um sich weiter zu positionieren und zu zeigen. Wenn es im analogen Raum nicht möglich ist, dann halt im digitalen Raum. Das ist auch eine Chance.

KP: Spiegelt sich das auch bei Ihnen wider?

Von Schilcher: Wir haben einige Künstler, die in Kooperation mit uns arbeiten. Da sind beispielsweise die Hamburger Künstlerinnen Ina Arzensek und Sarah-Christina Benthien vom LÜP**. Sie entwickeln prozessorientierte ortsspezifische, forschende Formate, die auch auf die aktuelle Situation eingehen.

KP: Das hört sich ziemlich abstrakt an.

Von Schilcher: Das ist es tatsächlich auch, wenn man so darüber spricht. Greifbarer sind die Ergebnisse, die sich daraus entwickeln, zum Beispiel in Form von Mailart. Da werden Kunstwerke per Email verschickt. Oder auf dem Postweg. Da ist schon sehr viel Kreativität im Spiel, wie man das Publikum erreicht oder wie Leute in den künstlerischen Prozess involviert werden können. Das geht auch unter Pandemiebedingungen.

KP: Diese Form der Kunstentwicklung und Kunstverbreitung kommt aber nicht allen Künstlerinnen und Künstlern entgegen. Es gibt Kreative, die sagen: Wenn wir unsere Kunst nur in eine virtuelle Galerie stellen können, kaufen die Leute nichts. Geht das Künstlern, die mit digitalen Möglichkeiten arbeiten und spielen genauso?

Von Schilcher: Das kann ich nicht sagen. Ich weiß, dass viele aus der Not eine Tugend machen. Aber prinzipiell lässt sich Analoges nicht ersetzen. Wenn man durch eine Ausstellung geht und Videos ansieht oder Installationen, ist es etwas anderes, als sich das Ganze beispielsweise auf vimeo.com anzusehen. Man steht da einer Sache gegenüber, die in ihrer Substanz vielleicht nicht unbedingt nur digital ist. Andererseits wächst der Anteil der komplett digital arbeitenden Künstlerinnen und Künstler. Das ist natürlich der Zeit geschuldet. Corona hat da gewisse Tendenzen vielleicht noch verstärkt.

KP: Irgendwie ist man ja auch dankbar, dass es die eine oder andere digitale Lösung gibt…

Von Schilcher: Es eröffnet unter anderem auch Möglichkeiten sich Ausstellungen anzusehen, die man sonst nicht gesehen hätte, weil sie beispielsweise zu weit weg sind. Ich habe wegen der Schließungen viele virtuelle Rundgänge gemacht, mir online Ausstellungen angeguckt und an digitalen Künstlergesprächen teilgenommen.

KP: Frau von Schilcher, ich danke Ihnen für das Gespräch.

*Ehemaliges Kaufhaus in Lauenburg

**Labor für Übergänge und Prozesse

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Thema der Woche

Durchbruch für die Stadtgalerie

Für Ulrike Mechau-Krasemann und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter vom Verein Künstlerhaus Lauenburg war es eher ein Hirngespinst. Etwas, was man mal so dahinsagt, ohne ernsthaft daran zu glauben. „Wir haben da drüber gewitzelt“, erinnert sich die Vorsitzende. „Vielleicht können wir ja irgendwann die Räume des Nebengebäudes für die Errichtung einer Stadtgalerie bekommen.“

Von 2011 bis 2016 hatte es im Hagenström – einem ehemaligen Kaufhaus – so eine Stadtgalerie gegeben. Seitdem war der Verein Künstlerhaus Lauenburg offiziell auf der Suche. Bis dann Franz Hitzler, ehemaliger Eigentümer der gleichnamigen Werft, vorstellig wurde. Er ließ Mechau-Krasemann wissen, dass er das Gebäude neben dem Künstlerhaus – Elbstraße 52 – gekauft hatte.

Das Hirngespinst, der Traum, über den man Witze macht, materialisierte sich. Unverhofft. Ganz plötzlich stand er in Gestalt des erfolgreichen Geschäftsmannes in der Tür. Hitzlers Intention: Die Nummer 52 zu einem Ort für Kunst und Kultur zu machen. Konkret hatte er da an den Verein Künstlerhaus Lauenburg gedacht.

„Herr Hitzler ist immer schon ein Förderer und Unterstützer von uns gewesen“, sagt Mechau-Krasemann. Ein überaus großzügiger, wie sich im Falle der Nummer 52 herausstellt hat. Das Erdgeschoss des Gebäudes – 120 Quadratmeter groß – hat er mittlerweile an den Verein Künstlerhaus Lauenburg überschrieben. Damit ist der Weg für die „Künstlerhaus Stadtgalerie Lauenburg“ frei. Die Umbauarbeiten dafür sind seit April im Gange.

Die beiden Gebäude sollen miteinander verbunden werden und über einen neuen Eingang zu erreichen sein. „Historisch gehören diese Häuser zusammen“, erklärt Mechau-Krasemann. Dementsprechend hat der Verein Künstlerhaus Lauenburg keine Probleme mit dem Denkmalschutz. Im Gegenteil: Dass die Fassade zur Elbstraße wiederhergestellt wird, habe die Behörde begrüßt.

Überhaupt erfährt das Projekt Stadtgalerie viel Zuspruch – und große Unterstützung. „Wir haben 62.000 Euro über Mitglieder und Freunde für den Verein gesammelt. Das ist unglaublich“, so Mechau-Krasemann. Geld gibt es zudem über einen Antrag der Aktiv-Region Sachsenwald-Elbe. 228.000 Euro fließen von dort in das Projekt. Darin enthalten sind 37.000 Euro vom Land Schleswig-Holstein, 20.000 Euro vom Kreis Herzogtum Lauenburg und 10.000 Euro von der Stadt Lauenburg. Eröffnet werden soll die Galerie im Oktober mit einer Ausstellung mit Arbeiten von Christian Helbing, ehemals Stipendiat des Künstlerhauses, und der Künstlergruppe LÜP.

Für den Verein und für die Einrichtung bedeutet dies einen enormen Schub, von dem auch der Tourismus und die Kulturszene der Stadt profitieren dürften. „Der Platz hier zwischen Elbschifffahrtsmuseum, Künstlerhaus und Maria Magdalenen-Kirche ist ja ohnehin ein Hotspot und bekommt jetzt noch mehr Input“, betont Mechau-Krasemann.

Sie, die den Verein Künstlerhaus Lauenburg 2005 mitgegründet hat und seitdem auch den Vorsitz führt, macht aber auch deutlich, dass es diese weitere Aufwertung dieses Hotspots nicht zum Nulltarif gibt. „Wegen der laufenden Kosten brauchen wir weiterhin die Unterstützung des Landes, des Kreises und der Stadt.“

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Dem Sound der Stadt nachspüren

Es ist 2021 einiges los im Künstlerhaus Lauenburg: Die Einrichtung feiert in diesem Jahr 35. Geburtstag, bekommt eine Stadtgalerie und hat ein abwechslungsreiches Programm in der Planung. Eines von vielen Highlights ist die Eröffnung des Klangparcours‘ am Donnerstag, 20. Mai. Mit dieser Kunstaktion lädt das Künstlerhaus zu einem ganz besonderen Spaziergang ein: An mehreren Stationen können die Besucherinnen und Besucher den Sound Lauenburgs erleben.

„Das sind die Klänge der Stadt, die über verschiedene Workshops in den offenen Ateliers in Zusammenarbeit mit den Stipendiaten entwickelt wurden“, sagt Isabelle von Schilcher, künstlerische Leiterin der Einrichtung. „Die Stationen sind in der Unter- und Oberstadt verteilt. Die künstlerischen Arbeiten sind mittels QR-Code erfahrbar. Dazu gibt es einen Faltplan, den man sich in der Touristeninformation oder im Künstlerhaus abholen kann.“

Möglichkeiten, an einer offiziellen Führung durch den Klangparcours teilzunehmen, gibt es gleich mehrfach. Beispielsweise im Rahmen des Aktionstages des Netzwerkes Norddeutscher Künstlerhäuser (NNK) am Sonntag, 30. Mai, an dem sich das Künstlerhaus beteiligt. Wer an diesem Tag verhindert ist, sollte sich den Sonnabend, 26. Juni, vormerken: An diesem Tag kann man ab 18 Uhr im Rahmen des KulturSommers am Kanal dem Sound Lauenburgs nachspüren.

Bereits am Sonnabend, 8. Mai, ab 11 Uhr wird der Öffentlichkeit auf der Brache der Hamburger Straße „eine größere skulpturale Architektur“ vorgestellt. Kreiert hat das Kunstwerk das Künstlerduo „Baltic Raw“. Anlass ist der Städtebautag. „An diesem Tag präsentieren wir zudem eine begehbare Bibliothek, die man sich erlaufen kann“, so von Schilcher.

Weitere Events sind ein Konzert mit dem Trio Omphalos in der Maria Magdalenen-Kirche am Sonntag, 27. Juni, um 17 Uhr sowie eine Lesung mit Hanne Römer am Freitag, 2. Juli, um 18 Uhr. Beide Veranstaltungen gehören zum Programm des KulturSommers am Kanal. Die Autorin Hanne Römer ist eine ehemalige Stipendiatin. Ihr Auftritt im Künstlerhaus ist der Auftakt zu einer Reihe, in der ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten zu Wort kommen.  

Auf Hochtouren laufen bereits die Planungen für das Programm zum 35. Geburtstag des Künstlerhauses. „Wir haben uns dafür entschieden, dass wir das Jubiläumsprogramm nicht geballt an einem Wochenende durchziehen, erklärt von Schilcher. „Stattdessen gehen wir im Herbst mit mehreren Highlights an den Start.“ Auf diese Weise hoffe man, ein größeres Publikum zu erreichen.

Fest steht, dass das Jubiläumsprogramm am 13. Oktober mit einer Lesung von Valentin Moritz startet. Auch das Datum für die offizielle Eröffnung „Künstlerhaus Stadtgalerie Lauenburg“ ist im Kalender markiert: Am 23. Oktober hebt sich der Vorhang für die neuen Räumlichkeiten.

Foto: Montage/K. H. Mierke/Lit.-Haus Wien

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Südlich der A24

Kurz notiert – unterwegs im Südkreis

Planungen I: Die Vorbereitungen für die Wentorfer Kulturwoche laufen. Bereits im Mai soll eine Broschüre erscheinen. Startschuss des Veranstaltungsreigens ist Freitag, 28. Mai. Weitere Informationen rund um das Event gibt es unter www.wentorferkulturwoche.de.

Planungen II: Ungeachtet der steigenden Infektionszahlen hält auch die Otto-von-Bismarck-Stiftung an den Plänen für ihre Sonderausstellung „1870/71. Reichsgründung in Versailles fest. Die Eröffnung soll am Sonntag, 16. Mai, stattfinden. Eine große Vernissage ist Stand heute (18. April) wegen der Pandemie geplant. Die Schau wird bis November zu sehen sein.

Sendezeit: Um die Pestepidemie von London im Jahre 1665 geht es am Sonntag, 18. April, in der Sendung Kulturzeit. Präsentiert werden Ausschnitte aus dem „geheimen“ Tagebuch des Samuel Pepys. Musikalisch begleitet wird das Ganze von Prof. Jakob Lindberg, der zeitgenössische Stücke auf der Laute spielt. Die Sendung wird am Dienstag, 20. April, um 9 Uhr wiederholt. Zu empfangen ist Kulturzeit auf der UKW-Frequenz 98,8 MHz (106,5 Kabel), über DAB+ und als Direktsendung im Internet unter www.okluebeck.de.

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Nördlich der A24

Kurz notiert – unterwegs im Nordkreis

Sendezeit: Um die Pestepidemie von London im Jahre 1665 geht es am Sonntag, 18. April, bei Kulturzeit aus Ratzeburg. Die Sendung präsentiert Ausschnitte des „geheimen“ Tagebuchs von Samuel Pepys. Musikalisch begleitet wird das Ganze von Prof. Jakob Lindberg, der zeitgenössische Stücke auf der Laute spielt. Die Sendung wird am Dienstag, 20. April, um 9 Uhr wiederholt. Zu empfangen ist Kulturzeit auf der UKW-Frequenz 98,8 MHz (106,5 Kabel), über DAB+ und als Direktsendung im Internet unter www.okluebeck.de.

Sitzungszeit: Der Sozial-, Bildungs- und Kulturausschuss des Kreises Herzogtum Lauenburg kommt am Donnerstag, 29. April, in Elmenhorst zusammen. Die Sitzung in der Kreisfeuerwehrzentrale, Lankener Weg 26, ist öffentlich und beginnt um 17.30 Uhr.

Besuchszeit: Das Grenzhus Schlagsdorf ist aktuell nur nach vorheriger Terminvereinbarung zugänglich. Anmeldungen werden unter der Telefonnummer 0176-74434462 entgegengenommen. (Foto: Huefner)

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Ausstellungen Nördlich der A24

Tête-à-Tête mit der Landt-Schau

Wegen der hohen Ansteckungszahlen können sich die von der Stiftung Herzogtum Lauenburg präsentierte Schau „Kunst – Leben – Hoffnung“ am kommenden Wochenende nur Einzelpersonen beziehungsweise Hausgemeinschaften bis zu fünf Personen ansehen. Immerhin: Die Ausstellung im Möllner Stadthauptmannshof bleibt nach Terminvereinbarung am Sonnabend, 17. April, und Sonntag, 18. April, jeweils von 11 bis 16 Uhr zugänglich.

Als Kunstfreund lässt sich der Situation womöglich auch etwas Positives abgewinnen. Wann hat man schon die Gelegenheit, allein in eine Ausstellung zu gehen? Es ist die Chance zu einem ganz persönlichen Tête-à-Tête mit den Drucken und Radierarbeiten des Worpsweder Künstlerpaares Ina und Markus Landt.

Termine für einen Ausstellungsbesuch werden unter der Telefonnummer 04542-87000 sowie per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de bis Freitag, 16. April, um 13 Uhr vergeben. Selbstverständlich ist auch ein spontaner Besuch möglich, soweit nicht alle Termine ausgebucht sind.  Allerdings könnte es dann zu Wartezeiten kommen. Für die Kontaktrückverfolgung nutzt die Stiftung Herzogtum Lauenburg die Luca-App.

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