Rübergemacht

Auf einer Strecke von 86 km trennte zwischen 1949 und 1989 die innerdeutsche Demarkationslinie den Kreis Herzogtum Lauenburg vom benachbarten Mecklenburg. Wie viele Ostdeutsche wagten in diesem Abschnitt die Flucht? Wie war diese Grenze gesichert? Diesen und weiteren Fragen geht die Politikwissenschaftlerin Dr. Sandra Pingel-Schliemann am Freitag, 25. Oktober, im Kreismuseum Ratzeburg nach. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Vortrag ist eine gute Vorbereitung auf die am 26. Oktober folgende Bus-Exkursion zu Fluchtorten in der Region.  

Für Sicherung des hochgerüsteten Todesstreifens waren die Grenzregimenter 6 in Schönberg und 8 in Grabow zuständig. Trotz Wachtürmen, Minen, Streckmetallzaun und Selbstschussanlagen kam es immer wieder zu Fluchtversuchen; teils erfolgreich, teils mit tödlichem Ausgang.

Viele Fälle blieben im Dunkeln, vom Bundesgrenzschutz (BGS) im Westen nicht bemerkt und im Osten von der Staatssicherheit streng geheim gehalten. Erst die Auswertung der Akten der früheren Stasi-Bezirksverwaltung Schwerin brachte Licht in dieses dunkle Kapitel. Die Referentin hat dazu 2014 die erste wissenschaftliche Abhandlung zu Fluchten und Opfern an der Grenze zwischen Ostsee und Elbe vorgelegt. Die Busfahrt am folgenden Tag ist als Ergänzung gedacht.

Der Vortrag gehört zur von der Stiftung Herzogtum Lauenburg veranstalteten Reihe „30 Jahre Grenzöffnung“.

„Fluchten und Opfer an der Grenze zum Kreis“, Vortrag, Reihe „30 Jahre Grenzöffnung“, 25. Oktober, Rokokosaal, Kreismuseum, Domhof 12, Ratzeburg, 19.30 Uhr, freier Eintritt