„Der eigentliche Nationalfeiertag der Deutschen“

Mit einem besonderen, ja durchaus schicksalshaften Kalendertag der deutschen Geschichte befasst sich der Historiker Dr. William Boehart im Rokokosaal des Kreismuseums (Ratzeburg). Am 9. November dreht sich bei ihm alles um jene Ereignisse, die an einem 9. November das kollektive Gedächtnis der Nation mitprägten. Boeharts Lichtbilder-Vortrag trägt denn auch den Titel „Der 9. November – der eigentliche Nationalfeiertag der Deutschen“.

Es gibt wenige Daten, die für die deutsche Geschichte so prägnant sind wie der 9. November. Am 9. November 1848 wurde der Revolutionär Robert Blüm hingerichtet. Am 9. November 1918 erfolgte die Ausrufung der Deutschen Republik 1918. Am 9. November 1923 versuchte Adolf Hitler mit einem Putsch, die Weimarer Republik zu stürzen. Am 9. November 1938 zündeten die Nazis in der sogenannten Reichskristallnacht Synagogen an, brachten jüdische Mitbürger um oder verletzten sie. Am 9. November 1989 fiel die Mauer – die deutsch-deutsche Grenze -, was sich als Anfang vom Ende der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) erwies.

Dr. William Boehart, geboren 1947, war von 1983 bis 2012 Archivar im Kreis Herzogutm Lauenburg. Er hat zahlreiche Schriften zu Themen der deutschen Aufklärung und Sozialgeschichte sowie zur Regionalgeschichte veröffentlicht.

Das Bild zeigt die Hinrichtung von Robert Blum am 9. November 1848 in Wien. Blum war einer der Führer der liberalen und nationalkirchlichen Bewegung im 19. Jahrhundert und setzte sich für einen demokratisch verfassten Nationalstaat ein.

 

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