„Ich kannte das Gebäude vom Vorbeifahren“

Singer-Songwriter-Konzerte, Partys, Session & More, Live-Rock – das alles steht Woche um Woche im SmuX auf dem Programm. Die Frau, die hinter diesem Programm steht, steht gerade hinter dem Tresen und macht noch mal schnell einen Kaffee: Susanne Voges hat dieses Haus mit dem rauen Charme einer alten Werkhalle gegründet. Wie es dazu kam, erzählt sie im Interview mit Kulturportal-Herzogtum.de.

Kulturportal-Herzogtum.de: Seit wann gibt es das SmuX?

Susanne Voges: Seit dem 9. August 2014.

KP: Fünf Jahre SmuX. Haben Sie das gebührend gefeiert?

Voges: Nein. Dafür hätten wir alle möglichen Sachen umschichten müssen. Wir haben ein Fass Bier aufgemacht. Wer wollte, durfte vorbeikommen.

KP: Erinnern Sie sich noch, wie das war, als es hier am 9. August 2014 für Sie losging?

Voges: Oh ja, der Anfang war von vielen Unkenrufen begleitet. Was willst du denn im Gewerbegebiet, haben die Leute gefragt. Da kommt doch keiner hin.

KP: Wie wir heute wissen, hatten sie Unrecht. Wie waren denn Ihre eigenen Erwartungen?

Voges: Da muss ich weiter ausholen. Ursprünglich war das SmuX als Werkstattcafé gedacht. Ich wollte mich hier um meine Glas- und Silber-Schmiedearbeiten kümmern.

KP: Die regelmäßigen Konzerte und Ausstellungen, die Sie hier heute anbieten, waren also gar nicht geplant?

Voges: Nein. Die Maler kamen auf uns zu und fragten, ob wir nicht ihre Bilder aufhängen könnten, die Musiker, ob sie nicht Musik machen könnten.

KP: Sie haben ja gesagt.

Voges: Dabei hatte ich mir früher mal geschworen: Niemals Gastronomie! Es macht aber Spaß. Ich bin gerne Gastgeber. Blöd ist nur, dass dabei das Kreative auf der Strecke bleibt.

KP: Wie sind Sie überhaupt auf die Räumlichkeiten aufmerksam geworden?

Voges: Ich kannte das Gebäude vom Vorbeifahren und ich bekam mit, dass der Besitzer der Karosseriewerkstatt aufhören und die Räumlichkeiten vermieten will. Anfangs wollte ich hier noch Kunsthandwerker mit reinnehmen. Aber die Erwartungen, die ich hatte, haben sich nicht erfüllt. Ich habe keine Handwerker als Mieter bekommen. Dafür habe ich Sänger, die hier Musikworkshops machen, und Künstler, die die Werkstatt für ein ganzes Wochenende mieten, nur um zu malen.

KP: Beschränkt sich das Angebot auf den kulturellen Bereich?

Voges: Nein. Wir haben auch Firmen als Kunden, die hier Fortbildungen machen. Das SmuX hat keine normalen Öffnungszeiten. Wir machen nur für Veranstaltungen auf. Das heißt tagsüber kann ich die Räumlichkeiten für Vorträge, Schulungen, Workshops und Seminare vermieten. Mittlerweile werden wir auch sehr oft für Privatfeiern gebucht und aus diesen Feiern rekrutieren sich immer weitere Feiern.

KP: Öffentlich bekannt dürfte das SmuX vor allem durch Konzerte und Musik-Events sein. Wählen Sie aus oder kommen die Leute auf Sie zu?

Voges: Es melden sich sehr viele Bands. Die Entscheidungen treffe ich. Persönlich mag ich Funk und Soul – schwarze Musik. Da gibt es hier aber leider kaum Gruppen. Aber als jemand, der privat keine Rockmusik hört, finde ich das live wirklich geil. Das ist ein ganz anderer Schnack. Ich habe auch Blues und Deutschrock im Programm. Gerade freue ich mich, dass ich mit Abi Wallenstein für den 15. August 2020 einen Auftrittstermin vereinbaren konnte.

KP: Haben Sie für die Musik eine bestimmte Zielgruppe im Kopf?

Voges: Bei uns fühlen sich die Erwachsenen wohl. Der Kern ist zwischen 40 und 60 Jahre alt. Sie freuen sich, dass sie nicht mit ihren Enkelkindern weggehen müssen.

KP: Frau Voges, ich danke für das Gespräch.