Ein KuSo-Sommertagstraum

Ein prachtvoller Sommertag am Strand des Behlendorfer Sees: Im Wasser tummeln sich fröhliche Badegäste, über der voll besetzten Wiese erhebt sich vielstimmiger Gesang. Bei zauberhafter Stimmung und Verbindung von Natur und Klang legt das „Singen am See“ eine vielversprechende KulturSommer-Premiere hin. Fünf ganz unterschiedliche Chöre aus der Region singen, swingen, jazzen und grooven für das Publikum unter strahlend blauem Himmel, umgeben von alten Bäumen. Die insgesamt fast 100 Sängerinnen und Sänger stecken die teilweise mitsingenden Zuhörer mit ihrer Begeisterung und Freude am gemeinsamen Singen an und überraschen mit einer erstaunlichen Vielfalt an Chorarrangements.

Der Initiator des experimentellen Musikformats, der Behlendorfer Burkhard Blanck, zeigt sich „restlos hin und weg“ von der runden Vorstellung, die aus seiner zunächst aberwitzig scheinenden Idee eines Chorfestivals am Badestrand entstanden ist. Sogar Bühne und Tontechnik werden aufgefahren, um den Stimmen eine gute Akustik und dem Publikum ein Optimum an Genuss zu garantieren. Und was kriegt es nicht alles zu hören: Psalmen, Kirchenlieder und Gospels aus mehreren Jahrhunderten, deutsche Volkslieder und Folklore aus Afrika und Südamerika, internationale Schlager und Welthits. Die Chorleiter wissen die Fähigkeiten ihrer Singgemeinschaften auch durch die Liederauswahl zum Klingen zu bringen. Getragenes und Rockiges, traditionell schöne und spannend neue Arrangements reichen sich die Hand. Unbeschwertes und Anspruchsvolles wechseln sich ebenso ab wie feines Singen und energiestrotzende Performance. Die Comedian Harmonists, Simon und Garfunkel, Leonard Cohen, Coldplay, Alice Cooper, Elvis Presley, Fugees, Bill Ramsey, George Michael, Beach Boys, Marianne Rosenberg, Bill Tolson und Jürgen Marcus lassen grüßen.

Das Publikum genießt den Mix und dankt für die engagierten Auftritte mit kräftigem Applaus und Bravorufen. Beim großen Finale mit gleich drei dreistimmigen Kanons gleichzeitig stimmen die großen und kleinen Zuhörer aus voller Brust mit ein. Bei so viel gmeinsamem Spaß hätte Shakespeare wohl gesagt: If music be the food of love, sing on! – Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, singt weiter! Den melodischen Genuss bei der Premiere von „Singen am See“ vermittelten der „heartChor“ Schiphorst (Leitung: Ingrid Kunstreich), der Schwarzenbeker VHS-Chor SingSangSong, der VHS-Chor „La musica“ Büchen-Gudow (beide Dimitri Tepljakov), der Kirchenchor Breitenfelde (Brigitta Basche-Bödecker) und der Chor der St.-Thomas-Gemeinde Grünhof-Tesperhude (Michael Schneider).

Text: Eva Albrecht/Foto: Antje Berodt