Hzgt. Lauenburg (pmi) – Der Fachdienst Naturschutz des Kreises Herzogtum Lauenburg führt seit Anfang dieses Jahres Arbeiten zur naturnahen Umgestaltung und Renaturierung von Teilabschnitten des Scheidebachs sowie des Louisenhagener Grabens in den Gemeinden Müssen und Schulendorf durch. Am sichtbarsten werden die Arbeiten am Louisenhagener Graben, der vor rund 70 Jahren auf einer Länge von etwa 300 Metern verrohrt wurde und nun wieder an die Oberfläche verlegt wird.
Ziel der Maßnahmen ist die ökologische Aufwertung der beiden Gewässer durch die Wiederherstellung eines naturnahen Bachverlaufs und damit die die Schaffung vielfältiger Lebensräume für Flora und Fauna. Das anfallende Bodenmaterial der Flussbettherstellung wird in direkter Nähe zur Knickanlage verwendet und wertet die Landschaft ökologisch auf.
Im Zuge der Arbeiten wird der derzeit verrohrte Abschnitt des Louisenhagener Grabens geöffnet und durch einen rund 600 m langen, naturnah angelegten Neulauf ersetzt. Alte Betonrohre und Brückenteile im Bereich des Scheidebaches werden ebenfalls zurückgebaut. Die Gewässersohle im Altlauf wird angehoben, um ein zu schnelles Abfließen des Wassers zu verhindern und es länger in der Landschaft zu halten. Bereits bestehende naturnahe Abschnitte werden weiter optimiert, um die Struktur und Vielfalt im Gewässer zu verbessern. Dazu werden über 1000 Störsteine, Totholz sowie etwa 600 t Kies und Sand in den Gewässerlauf eingebaut.
Das Auftragsvolumen für den aktuellen Bauabschnitt beträgt rund 200.000 Euro. Die Durchführung des Renaturierungsprojektes wird aus Ersatzgeldern finanziert, die für Eingriffe in die Natur, wie Bau von Hochspannungsleitungen oder Windkraftanlagen durch die Bauherren als Kompensationsleistung zu zahlen sind.
Neben den mit dem Bau beauftragten Unternehmen war für die Umsetzung des Projekts vor allem das Engagement und Entgegenkommen der flächenbewirtschaftenden Landwirte ausschlaggebend, ohne die eine erfolgreiche und zügige Umsetzung der Arbeiten nicht möglich gewesen wäre.
Tina Klawitter vom Fachdienst Naturschutz, die das Projekt initiiert hat und begleitet, freut sich über die ersten sichtbaren Veränderungen durch die Maßnahme: „Durch dieses Projekt geben wir letztlich nicht nur Lebensraum zurück, sondern tun gleichzeitig etwas für den Hochwasserschutz und begegnen lokal auch den Herausforderungen des Klimawandels, indem das Wasser länger in der Fläche verbleibt.“ Für den kommenden Herbst sind im Scheidebach weitere Renaturierungsarbeiten geplant.
