Kategorien
Südlich der A24

Aktionswoche „Natur und Schöpfung“

Wohltorf-Aumühle – Mit einer Aktionswoche zum Thema „Natur und Schöpfung“ gestaltet die Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle ab dem 25. September die Tage vor Erntedank. Wohltorf-Aumühle (ab). Mit einer Aktionswoche zum Thema „Natur und Schöpfung“ gestaltet die Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle die Tage vor Erntedank. Vom 25. September bis 4. Oktober wird entdeckt, gefeiert, diskutiert, gestaunt, gepflanzt, gebaut, gebacken und vieles mehr.

Zeigen, was vor Ort gelebt wird

„Natur, Schöpfung, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft sind nicht nur abstrakte Themen – sie finden mitten in unseren Dörfern statt. Unsere Aktionen zeigen, was hier vor Ort bereits gelebt und bewegt wird“, sagt Britta Iwersen aus dem Kirchengemeinderat, die die Woche mit initiiert hat. Zusammengekommen ist ein buntes Programm. Auftakt feiert die Aktionswoche am Freitag, den 25. September, um 16 Uhr in der Kirche Wohltorf mit der Eröffnung der Ausstellung „Wildwunder“. Sie zeigt eindrucksvolle Wildtier-Fotografien des Hamburger Fernsehautors Heiko De Groot, der bei der Eröffnung anwesend sein wird.

Kinder-Musical in Wohltorf

Ein Highlight am ersten Wochenende ist auch die zweifache Aufführung des Kinder-Musicals „Herr Mokelül und der Schatz im Garten“, am Sonnabend und Sonntag jeweils um 16 Uhr in der Kirche Wohltorf. Die Geschichte handelt vom materialistischen und technikbesessenen Herrn Mokelül und den Tieren in seinem Garten, die ihn durch einen liebenswerten Trick vom Umwelt-Ignoranten zum Natur-Liebhaber und Schützer der Schöpfung bekehren. Für Pastor Tobias Knöller gehört die Bewahrung der Schöpfung zum christlichen Glauben: „Als Kirchengemeinde leben wir mitten im Ort und mitten in der Gesellschaft. Wir müssen konkret Verantwortung übernehmen, achtsam mit unseren Flächen und Ressourcen umgehen, Lebensräume schaffen und Menschen für die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur sensibilisieren. Dazu dient unsere Themenwoche.“

Beiträge von Kitas und Grundschulen

Die Aktionswoche richtet sich an Menschen jeden Alters. „Jede Generation bringt ihren eigenen Blick, ihre Erfahrungen und ihre Ideen mit. An diesen Schnittstellen können wir voneinander lernen, uns gegenseitig inspirieren und vielleicht auch manches neu betrachten“, so Britta Iwersen. Kinder aus den „Wohlmühler“ Kitas und Grundschulen zeigen ihre kreativen Beiträge zum Thema Natur und Schöpfung in einer Ausstellung, die am Montag, den 28. September, eröffnet. Gezeigt wird auch ein Kurzfilm der zum Nachdenken über Konsum, Ressourcen und Nachhaltigkeit anregen soll. Eine „Kinderkneipe“ mit Getränken und kleinen Snacks bietet Raum für Begegnung und Austausch. „Säen, Ernten, Erntedank“ heißt es am 29. September von 15.30 bis 17 Uhr beim Workshop für Grundschulkinder, der von der Buhck-Stiftung gefördert wird. Mit einer Naturführerin geht es um die Frage: Wo wächst eigentlich unser Brot? Und wie wird aus einem kleinen Korn etwas, das wir essen können? (Anmeldung unter lisa@jugend-wohlmuehle.de).

Junge Menschen vom Bauwagen-Projekt

Am gleichen Nachmittag feiert der Jugendraum in der Wohltorfer Kirche Wiedereinweihung. Er wurde vom Team des Bauwagen-Projekts „JuWa Wohlmühle“ wieder hergerichtet und lädt ab sofort zum gemütlichen Zusammenkommen ein. Lisa Feil vom JuWa-Team möchte junge Menschen bewusst in die Aktionswoche einbinden: „Mir ist wichtig, dass sie merken: Ihr seid nicht nur die Generation, für die wir heute Entscheidungen treffen – ihr seid diejenigen, die unsere Zukunft mitgestalten. Und dafür braucht es eure Perspektiven, euren Mut und eure Ideen.“ Vom Nistkastenbau bis zur Pflanzaktion im Pastoratsgarten – vom Brotbacken mit Konfirmand:innen in Aumühle bis zum Wildnis-Erlebnisnachmittag hält die Woche vielfältige Aktionen für alle Altersgruppen bereit. „Wie wir die Klimakrise noch stoppen können“, um diese Frage geht es in einem Impulsvortrag am 3. Oktober. Ein Slow-Fashion-Markt lädt am gleichen Tag zum Stöbern ein.

Erntedank mit Gottesdienst auf dem Feld

Und schließlich wird am Sonntag, 4. Oktober, um 10 Uhr das traditionelle Erntedank-Fest mit einem Open-Air-Gottesdienst dort gefeiert, wo die Ernte wächst, auf dem Feld des Gemüseanbaus der „KiWi-Manufaktur“ (Feld am Perlbergweg, Wohltorf). Was hoffen sich die Initiatoren der Aktionswoche? „Wir wünschen uns Gespräche über Gott und die Welt – und vielleicht den einen oder anderen Gedanken, der über die Woche hinaus bleibt”, sagt Britta Iwersen. „Wenn jemand nach Hause geht und denkt: ‚Da möchte ich mich auch einbringen‘ – oder ‚Das wusste ich noch gar nicht – da mache ich beim nächsten Mal mit‘ – dann hat diese Woche schon viel erreicht.”

Alle Informationen zum Programm gibt es auf: www.kirche-wa.de
Foto: Steffen Weichert

Kategorien
Südlich der A24

„Kirche und Landwirtschaft gehören untrennbar zusammen“

Lütau. Der Norden feiert das Landeserntedankfest am 2. Oktober 2022 in der Gemeinde Lütau. Neben einem Festgottesdienst und einem Ernteumzug finden im ganzen Dorf bunte Aktionen statt. Auch Stefanie und Christoph Jarms sind mit dabei: Das junge Landwirtspaar lädt auf den Hof der Familie ein.

800 Einwohner zählt die Gemeinde Lütau im Süden des Herzogtum Lauenburgs. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist – gemessen an der Bevölkerung – mit acht Höfen so hoch wie in kaum einem anderen Dorf in der Region. Und eines dieser Unternehmen nennen Christoph und Stefanie Jarms ihr Eigen. In vierter Generation betreibt das junge Landwirtspaar den Hof und so hart und entbehrungsreich der Alltag auch ist, „es gibt keinen schöneren Beruf als unseren“.

12-Stunden-Tage sind für den 28-Jährigen und seine Ehefrau Alltag. Jeden Tag. Das ganze Jahr. „Im Sommer haben wir den Hof offiziell von meinen Eltern übernommen“, berichtet Christoph Jarms. Tatsächlich aber identifiziert sich der Lütauer schon seit Kindertagen mit dem Betrieb. „Als kleiner Junge habe ich mich schon mit den Worten ,Hallo, ich bin Christoph und ich werde einmal Landwirt’ vorgestellt.“ Schon früh lernte er, Verantwortung zu übernehmen. Für ihn gehörte es dazu, nach der Schule und den Hausaufgaben seine Eltern auf dem 1910 gegründeten Hof zu unterstützen. Zu tun gab und gibt es schließlich immer etwas.

200 Hektar Anbauland beackert das Ehepaar Jarms. Raps und Weizen, Gerste und Roggen, Mais und Zuckerrüben. Auf ein paar Grünflächen laufen Schafe. Hinzu kommen 1700 Mastschweine, die in einem modernen Stall leben und versorgt werden wollen. „Leicht ist es nicht, ohne Frage – die Schweinepest und Corona haben die Fleischpreise massiv gedrückt und auch die allgegenwärtigen Folgen des Ukraine-Krieges gehen an dem Betrieb nicht spurlos vorbei“, sagt der Landwirt.

Und auch auf den Feldern sah es lange Zeit nicht gut aus. Vor allem die Trockenheit bereitete dem Ehepaar und den Kolleg:innen im ganzen Land große Sorgen. „Wir fürchteten lange Zeit, dass es so ein Katastrophenjahr wie 2018 werden würde, aber: Unterm Strich sind wir dann im Getreideanbau doch gut davon gekommen. Schlimm trifft es in diesem Jahr Berufskolleg:innen, die Mais und Kartoffeln anbauen“, bilanziert Stefanie Jarms.

Christoph und Stefanie Jarms sind mit dem christlichen Glauben ebenso eng verbunden wie mit der Landwirtschaft. „Beides gehört für uns, aber auch für viele andere Menschen um uns herum, untrennbar zusammen“, sagen sie. Der Erntebittgottesdienst sei für sie fast wichtiger als das Weihnachts- oder Osterfest. Beide engagieren sich trotz ihrer spärlichen Freizeit in der Kirchengemeinde – leisten Küsterdienste oder helfen mit, das Hackschnitzelwerk zu befüllen und in Betrieb zu halten. Der Kontakt zur Gemeindepastorin Johanna Lembcke- Oberem ist nicht nur eng, er ist freundschaftlich.

Zusammen mit ihrer Familie und den vielen Helfern hat das junge Landwirtspaar übrigens schon vorab Erntedank gefeiert. „Es ist Tradition, dass wir alle, die beim Einbringen der Ernte geholfen haben, zum gemeinsamen Grillen einladen. Und das klassische Erntedankfest feiern wir dann in der Kirche.“ Dass das Landeserntedankfest in diesem Jahr in Lütau stattfindet, sei für die Dorfgemeinschaft eine Ehre. „Wir beteiligen uns ebenfalls und werden unseren Hof für interessierte Besuchende aus dem ganzen Land öffnen“, kündigen die beiden an.

Weitere Informationen zum Landeserntedankfest in Lütau gibt es unter www.kirche-ll.de

Bildunterschrift: Im Sommer haben Stefanie und Christoph Jarms aus Lütau den landwirtschaftlichen Betrieb übernommen. (Text und Foto: KKLL-bm)

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.