„Ohne Geesthacht kein Nobelpreis“

Der Kultur mehr Raum geben und das Image der Stadt Geesthacht verbessern – das war und ist das Ziel der Geesthachter Kulturvisionen. Seit 2017 arbeiten Renate Lefeldt, auf die die Gründung der Gruppe zurückgeht, und ihre Mitstreiter daran.

Doch die Verwirklichung dieser Ziele erweist sich als schwierig und vor allem als langwierig. Dreh- und Angelpunkt war lange Zeit die mögliche Nutzung von Teilen der Alten Teppichfabrik für kulturelle Zwecke. Mittlerweile ist das Areal an den Investor Kurt Gaedeke verkauft.

Ob das für die Kultur Geesthachts gut oder schlecht ist – da gehen die Meinungen innerhalb der Gruppe auseinander. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadt das Areal kauft“, sagt Susanne Voges, Mitglied der Geesthachter Kulturvisionen, die als Inhaberin des SmuX aktiv mit Konzerten oder Ausstellungen zum kulturellen Leben Geesthachts beiträgt.

„Die Stadt hätte sich das nicht leisten können“, hält Lefeldt dagegen, die nicht nur für die Visionen, sondern auch für die Grünen in der Lokalpolitik aktiv ist.

„Der Stadt fehlte das Selbstbewusstsein“, findet Voges. Ihrer Meinung nach wäre der Kauf über Crowdfunding zu realisieren gewesen.

Dass sich die beiden Frauen in diesem Punkt widersprechen, ist für beide kein Problem. „Wir sind kein Häkelverein“, sagt Voges. Man habe durchaus unterschiedliche Meinungen, was gut sei, weil dadurch auch immer etwas entstehe.

Lefeldt findet, dass Gaedeke einen tollen Plan vorgelegt hat und hofft, dass er diesen nun auch umsetzt. Dieser beinhaltet unter anderem eine Konzerthalle, die beispielsweise Gastspiele des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) ermöglichen soll.

Unabhängig davon ist es bis zum von der Gruppe und auch von der Politik gewünschten kulturellen Aufbruch offensichtlich noch ein weiter Weg. Es hapert an der Kommunikation und an der Umsetzung. „Wir haben uns als ehrenamtliche Kulturberater angeboten“, sagt Voges. Allerdings fehle es an einem direkten Kontakt. Ein möglicher Ansprechpartner wäre City-Manager Frank Kaldenbach. Die Kulturvisionisten monieren jedoch, dass dieser bei seinen Veranstaltungen das Hauptgewicht auf das Marketing legen würde. Die Kultur spiele zumeist eine eher eine untergeordnete Rolle.

Auch in Sachen Imageverbesserung sehen die Geesthachter Kulturvisionen nach wie vor Handlungsbedarf. Allerdings würden die Vorstellungen da in der Politik und auch in der Gruppe auseinandergehen. Angedacht war ursprünglich eine Plakatkampagne mit Slogans.

Eine Idee, die Visionist Horst Schulz nach wie vor gut findet. „Ich habe einige Slogans entwickelt, die ich bringen möchte“, sagt er. „Ohne Geesthacht kein Nobelpreis“ nennt er ein Beispiel und kündigt an: „Ich ziehe das durch!“