Kulturknotenpunkt unterstützt Museen

Basisorientiert und unkompliziert, so soll das Netzwerktreffen für Museen in der Region sein. Referentin Dagmar Rösner stellte das Programm jetzt vor.

Von Brigitte Gerkens-Harmann
Mölln – Um die kleineren und mittleren Museen zu unterstützen, gründet das Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein“ gemeinsam mit den fünf Kulturknotenpunkten im Land regionale Museumsnetzwerke. Den Auftakt macht der Kulturknotenpunkt Herzogtum Lauenburg / Stormarn mit einem Netzwerktreffen am 26. September im Stadthauptmannshof in Mölln.
„Wir freuen über den Start dieses Projektes bei uns im Stadthauptmannshof“, sagte Geschäftsführerin Andrea Funk von der gastgebenden Stiftung Herzogtum Lauenburg bei der umfassenden Programmvorstellung. „Wir werden bei unserem ersten Treffen das Thema „Vermittlung“ umfassend beleuchten“, informierte Referentin und Projektleiterin Dagmar Rösner. Sie arbeitet in der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein. Neben der klassischen Museumspädagogik, die sich an Kinder und Jugendliche wendet, steht der Begriff Vermittlung auch für ein neues Feld: Menschen, die an Demenz leiden, können sich gerade in Museen mit einer heimatkundlichen oder landwirtschaftlichen Ausrichtung gut an Vergangenes erinnern. „Gerade für diese Zielgruppe, entwickeln wir für die Museen Hilfsmittel“, so die Kunsthistorikern, die zuvor in Eckernförde im Museum auch als Kuratorin tätig war.
Merle Lungfiel, Geschäftsführerin des für die Kulturknotenpunkte landesweit koordinierend tätigen Landeskulturverbands Schleswig-Holstein e.V. betonte in Mölln: „Wir begrüßen die Kooperation zwischen dem Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung“ und den Kulturknotenpunkten sehr – so wird ihre Position als kulturelle Kompetenzzentren in den einzelnen Regionen weiter gestärkt.“

Dagmar Rösner schilderte die Situation im Lande so: “In Schleswig-Holstein gibt es 232 Museen, 110 von ihnen zählen zu den Volkskunde- und Heimatmuseen. Diese Museen bilden das kulturelle Gedächtnis der Regionen, sind im ländlichen Raum wichtige Veranstaltungsorte für Volkshochschulen, Künstler, Schriftsteller und Musiker und für viele Grundschüler sind sie das erste Museumserlebnis ihres Lebens. Umso wichtiger ist es, dass diese Museen zukunftsfähig aufgestellt sind. Eine ansprechende Ausstellungsgestaltung und eine qualitätsvolle Vermittlungsarbeit sind unerlässlich, um die Besucher von heute und morgen für die Museen zu begeistern. Oft mangelt es diesen Häusern jedoch an personellen und finanziellen Ressourcen – 51 % der schleswig-holsteinischen Museen werden rein ehrenamtlich geführt, viele Stadtmuseen sind lediglich mit einer Museumsleitung mit einer halben bis ganzen Stelle besetzt.“
In den 2015 vom Kulturministerium initiierten Kulturknotenpunkten sieht Dagmar Rösner, eine vollkommen neue Chance, diese Museen zu unterstützen: „In unserem Flächenland leisten die Kulturknotenpunkte genau das, was der Kultur im ländlichen Raum immer gefehlt hat: Mit ihnen wurde endlich eine kulturelle Infrastruktur geschaffen, die auch Kultureinrichtungen in den entlegensten Gebieten Schleswig-Holsteins erreicht. In den regionalen Museumsnetzwerken werden wir die Museen zwei Mal im Jahr in die Kulturknotenpunkte einladen, um in einem unkomplizierten Veranstaltungsformat ganz konkrete Kontakte untereinander und zu freien Mitarbeitern herzustellen.“
Beim ersten Treffen im Kulturknotenpunkt Herzogtum Lauenburg / Stormarn geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse, im zweiten Schritt sollen dann ganz konkrete Kontakte zwischen freien Museumspädagogen und den Museen hergestellt werden. Rösner: „Wir freuen uns, wenn sich auch freie Museumspädagogen oder an einer Vermittlungsarbeit im Museum Interessierte zum Netzwerktreffen am 26. September anmelden“.

In den regionalen Museumsnetzwerken können sich von nun an die Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter einer Region regelmäßig austauschen und Synergieeffekte nutzen. Jedes Treffen wird sich einem speziellen, museumsrelevanten Thema widmen: Neben der „Vermittlung“ wird es u.a. um „Barrierefreiheit“, „Gesellschaftliche Teilhabe im Museum“, „Kulturtourismus“, „Servicequalität“, „Kultursponsoring“ und „Präventive Konservierung“ gehen. Das Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein“ ist in der Trägerschaft des Museumsverbands Schleswig-Holstein und Hamburg e.V., des Nordkollegs Rendsburg und des Landesverbands der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V. Das Projekt wird zu 80 % vom Kulturministerium finanziert und durch die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein gefördert. „Es ist uns wichtig“, so Dagmar Rösner, „dass wir nicht nur die Museen unterstützen, die sich einer Zertifizierung stellen. So bieten wir jedes Jahr ein Fortbildungsprogramm zu den von ICOM (International council of museums) definierten Standards für Museen an, an dem alle Museen in ganz Schleswig-Holstein teilnehmen können; unabhängig von einer Zertifizierung.“

Regionales Netzwerktreffen im Kulturknotenpunkt Herzogtum Lauenburg / Stormarn ist am Montag, 26. September 2016, 15:00 – ca. 17:00 Uhr Im Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, 23879 Mölln
Anmeldung noch bis zum 21.9.2016 unter: info@stiftung-herzogtum.de oder 04542 – 87000.