Oper, Klassik und Folk am Wegesrand

In der zweiten Woche nimmt der KulturSommer am Kanal auch musikalisch Fahrt auf. Das Festival der Stiftung Herzogtum Lauenburg setzt vom 13. bis 19. Juni eine Vielfalt an Klängen frei, die sich mit den Künsten der Region vereinen. Statt großer Konzerte in großen Sälen heißt es: Oper, „Kurmusik aus den Wolken“ und Folk am Wegesrand.

So unternehmen die Sängerinnen und Sänger des Kanu-Wander-Theaters einen Ausflug in den Süden. Vier junge Opernstimmen der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) Hamburg suchen am Sonnabendvormittag (13.6.) zunächst in Schwarzenbek und dann mittags in Geesthacht das Spiel mit den Emotionen: Das Ensemble will die Menschen mit seinem Programm „Dieser Liebe schöne Glut“ in den Bann ziehen. Ihre Lieder künden von Leidenschaft und Glück, von Schmerz und Verzicht. Freja Sandkamm (Sopran), Pauline Gonthier (Mezzosopran), Ljuban Zivanovic (Tenor) und Timotheus Maas (Bassbariton) präsentieren Melodien und Geschichten, die zu Herzen gehen.

Nyckelharpa und Akkordeon erklingen am Sonntagnachmittag (14.6.) in Ratzeburg. Die Nordic-Folk-Spezialisten Günter Klose und Lorenz Stellmacher spielen am Wasser Melodien zum Mitsummen. Zudem sollten Passanten in der Seestraße 20 die Ohren spitzen: Dort schicken Peter Köhler, Benjamin Lütke, Jörg-Rüdiger Geschke, Niels Rathje und Christina Meier „Klänge über den Zaun“. Ein vielsaitiger Sound anderer Art steht am Freitag (19.6.) in Büchen auf dem Programm: Ein Streichquartett des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck peilt am Wegesrand mit „Kurmusik aus den Wolken“ künstlerische Höhen an. Evelyne Saad und Lucy Fink (Violinen), Christian Jankisch (Viola) und Sigrid Strehler (Violoncello) lassen ihre Bögen am Steg tanzen.

Die „Kanus zwischen Himmel und Wasser“ – eine Installation mit „Wolkenspiegel“ von Hanne Lauch – wandern nach ihrer Premiere weiter zu den Menschen in der Region: Nach der Premiere in Büchen (7.6.) und einem Überraschungsstopp in Ratzeburg (12.6.) landen sie am Sonnabend (13.6.) in Schwarzenbek an. Auf weitere digitale Events darf sich das KulturSommer-Publikum in der Mediathek von Kultursommer-am-Kanal.de freuen. Am Dienstag wenden sich Gwendolin Fähser und Fabian Navarro der Literatur zu. Auf eine „Reise rund ums Jahr“ begibt sich Flötistin Johanna Rabe am Kindermittwoch. Rabe Horchbert darf bei diesem musikalischen Videobeitrag natürlich nicht fehlen. Donnerstag stellt Bendrik Großterlinden seinen Soundwalk vor, den er für einen Spaziergang rund um den Aumühler Mühlenteich kreiert hat. Und am Freitag gehen die jungen Musiker aus dem Schwarzenbeker Beat-’n‘-Dance-Studio mit ihrer nächsten Session auf Sendung.

Dreidimensional und erdverbunden, üppig und kraftvoll in Farben und Formen präsentiert sich, speziell am Wochenende, die Kunst am Wegesrand. Mindestens 30 Künstler und Kreative aus der Region möchten dem Publikum mit ausgewählten Bildern, Objekten und Installationen die Ausdrucksmöglichkeiten bildnerischer Künste und des Kunsthandwerks vermitteln. Auf Gut Wotersen gewährt die Bildhauerwerkstatt dem KulturSommer am Wochenende erstmals Einlass. Sybille Horn, Hans Fuhrke, Reinhard Sauer und Hans-Joachim Ruge präsentieren Skulpturen und andere Arbeiten.

Mit Karikaturen will Stefan Kruse in Krummesse seine Gäste zum Schmunzeln bringen. Eine Brücke zwischen Fotografie und Klang schlägt Timo Jessen, der im Möllner Stadthauptmannshof mit der Ausstellung „The Woods are lovely“ dem Herzschlag der Natur nachspürt. Seine Makrofotografien von verwitterten heimischen Bäumen lassen den Wald fast mystisch erscheinen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die damit verbundene Klanginstallation: Jessen hat dafür mit einem modifizierten EKG die elektrischen Impulse von Pflanzen gemessen und sie in hörbare Töne umgewandelt. Wie bei allen Angeboten unter festem Dach sind auch hier aktuelle Abstands- und Hygienemaßnehmen zu beachten. Aushänge vor Ort geben Auskunft.