„Geflüchtet, vertrieben, entwurzelt“

Noch bis zum 9. August zeigt das Grenzhus Schlagsdorf die Wanderausstellung „Geflüchtet, vertrieben, entwurzelt. Kindheiten in Mecklenburg 1945“. 75 Jahre nach Kriegsende rückt die Schau die Schicksale von Minderjährigen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt.

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht. Das Nazi-Reich war am Ende. Millionen Deutsche befanden sich auf der Flucht – insbesondere aus den Ostgebieten des Landes. Wie stellte sich die Situation für diese Menschen und für die in ihrer Heimat Verbliebenen dar? Wie gingen die Deutschen im Angesicht der Niederlage miteinander um? Diese und weitere Fragen wirft die Ausstellung auf.

Aufschlüsse geben unter anderem vier Lebensgeschichten aus der Region, die dargestellt werden. Helene Höfler aus Bäk, Elisabeth Hille aus Rehna, Margit Heick aus Stove und Leo Grunenberg aus Schlagsdorf erinnern sich. Elisabeth Hille beispielsweise kam als Neugeborene aus dem Sudetenland nach Rehna. Die anderen Zeitzeugen standen kurz davor, die Volksschule zu beenden, als ihre Eltern mit ihnen der Heimat den Rücken kehrten. Das Trio schildert Erinnerungen an den schweren Neuanfang, die Reaktionen der Alteingesessenen und wie sie mit dem Verlust von Heimat umgegangen sind.

Wanderausstellung „Geflüchtet, vertrieben, entwurzelt. Kindheiten in Mecklenburg 1945“, bis 9. August, Grenzhus, Neubauernweg 1, Schlagsdorf, montags bis freitags, 10 bis 16.30 Uhr, sonnabends & sonntags 10 bis 18 Uhr