Was macht eigentlich Antje Ladiges-Specht?

Der Lockdown ändert vieles, aber nicht alles bei Antje Ladiges-Specht. Nach wie vor geht sie jeden Morgen vor dem Frühstück in den Garten, um bei Wind und Wetter zu meditieren. Und natürlich arbeitet sie an neuen Kunstwerken, die sie im kommenden KulturSommer am Kanal zeigen wird. Zudem gibt es viele andere Dinge, die erledigt sein wollen.

„Ich habe sonst ein Programm, das ich mir vornehme“, sagt die Künstlerin, die ihr Atelier in der Alten Schule in Klein Zecher hat. Aber im Moment falle es ihr schwer, die gesteckten Ziele zu erreichen. „Manchmal frage ich mich, wie hast du das vor der Pandemie alles geschafft?“ sagt sie. „Die Zeit rast irgendwie dahin. Es ist erschreckend.“

Am Anfang der Pandemie sei sie wie gelähmt gewesen. Dann habe sie einen Energieschub bekommen und jetzt habe sie das Gefühl, von einer „innerlichen Lethargie“ erfasst worden zu sein. Zu schaffen machen ihr auch die fehlenden sozialen Kontakte. Zwar telefoniere sie regelmäßig und ausführlich mit Freunden, doch sie vermisse dieses „gelöste Miteinander“. Sie komme sich psychisch ausgebremst vor. Gleichzeitig fühle sich das alles irgendwie surreal an. „Wie in einem Film“, meint Ladiges-Specht.

„Ich weiß“, sagt sie, „dass ich auf hohem Niveau jammere.“ Schließlich wohne und lebe sie in einem schönen Umfeld. Sie wisse, dass es den Menschen in anderen Teilen der Welt wesentlich schlechter mit der Pandemie ergehe. Sorge mache ihr zudem die andauernde Zerstörung der Umwelt, die sie seit Jahren beobachte, und auch die drohende globale Auswirkung der Pandemie beunruhige sie – insbesondere für die Menschen in den ärmeren Regionen.