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Aktuelles

Luthers Liebe

Wer war Martin Luthers Liebe? Die Schauspielerin Angela W. Röder gibt in dem Solostück mit dem Titel „Mein Herr Käthe – Katharina von Bora“ eine Antwort auf diese Frage. Zu sehen ist sie in dieser Rolle am Sonnabend, 22. Juli, in der Breitenfelder Kirche. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr.

Katharina von Bora, Ehefrau des großen Reformators, war ihm eine wichtige Stütze. Sie kümmerte sich erfolgreich um seine finanziellen Interessen und sie war ihm eine schlagfertige und geistreiche Gesprächspartnerin. In dem Solostück blickt die Bora selbst – die von Luther ironisch „Herr Käthe“ genannt –  auf ihren Lebensweg zurück. Sie erinnert sich an ihre Zeit im Kloster, an ihre Flucht von dort, ihre Mutterschaft – von Bora hatte sechs Kinder mit Luther – und an ihre Fürsorge für Waisenkinder und Gestrandete.

Angela W. Röder lebt in Hamburg. Sie hat den Schauspielberuf an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien studiert. Das Stück „Mein Herr Käthe – Katharina von Bora“, das sie in der Breitenfelder Kirche aufführt, stammt aus ihrer eigenen Feder.

 

Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 04542-2421.

Angela W. Röder spielt Katharina von Bora. Foto: H. Kuretzky
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Südlich der A24

Mit „Piep“ zur „Art“

Die „Altstadt Art“ in Lauenburg wirft ihre Schatten voraus: Unter dem Motto „Kunst und Genuss am Fluss“ öffnen entlang der Elbstraße am 15. Und 16. Juli zehn historische Häuser ihre Türen. Zudem sind diverse Aussteller, Werkstätten, Geschäfte, Cafés und Gaststätten mit von der Partie.

Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Lösch- und Ladeplatz und im Bereich der Hitzlerwerft. Wer auf das Auto verzichten möchte, kann beispielsweise aufs Fahrrad umsteigen oder am Sonntag, 16. Juli, mit der Stadtbarkasse „Piep“ vom Sportboothafen in Geesthacht aus in See stechen. Das Schiff hat an Bord Platz für 23 Personen. Kapitän Dieter Lucht lichtet um 11 Uhr den Anker. Platzreservierungen auf der „Piep“ werden unter Tel. 04152-71 434 oder per Mail unter Schiffbaupeter@t-online.de entgegengenommen.

Die „Altstadt Art“ ist eine Veranstaltung im Rahmen des KulturSommers am Kanal. Sie öffnet am Sonnabend, 15. Juli, von 14 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 16. Juli, von 11 bis 18 Uhr. Unter den Künstlern beziehungsweise Kunsthandwerkern sind Frauke Noldt (Papierdesign), Kiki Sting (Kunstschmiedin), Martina Mruck (Leinwandlyrik), Olli Gevert (Plastiken), Andrea Bielicki-Helms (Nackte Keramik), Anja Müller-Dominik (Seele im Stein), Hermann Ritterswürden (Glaskunst), Claudia Craemer (Rakuobjekte), Erdmann und Ahrens (Restaurierungen), Katharin Bertzbach (Porzellan) sowie Karin Schneidewind (Menschenbilder auf Stoff) vertreten.

Kapitän Dieter Lucht steuert am 16. Juli die „Piep“ von Geesthacht aus zur „Altstadt-Art“ nach Lauenburg. Foto: Privat
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Südlich der A24

Moritz liest

Valentin Moritz ist derzeit Stipendiat im Künstlerhaus Lauenburg. Foto: Marie Krutmann

Schriftsteller Valentin Moritz stellt am Sonntag, 16. Juli, im Künstlerhaus Lauenburg sein Roman-Projekt „Siedlung“ vor. Der 30-Jährige erzählt von einem Ort auf dem Land, dem die Menschen abhandenkommen. Die Lesung beginnt um 17 Uhr.

Moritz, der seinen Lebensmittelpunkt eigentlich in Berlin hat, ist derzeit Stipendiat im Künstlerhaus Lauenburg. Auslöser seiner Roman-Idee ist ein kleiner Ort abseits der Bundeshauptstadt, in dem er sich eine „Datscha“ gekauft hat. Dort ist er auf traurige Bewohner gestoßen. „Die Leute, auf die ich da treffe“, sagt Moritz, „sind deprimiert. Sie haben das Gefühl, nicht mehr vom Fleck zu kommen.“ Es sind vor allem ältere Leute, zum Teil haben sie den Ort noch mit aufgebaut. Jüngere Leute? „Begegnen mir fast gar nicht. Es heißt immer, dass Leute aus der Großstadt in die Provinz ziehen.“

Moritz möchte in seinem Roman kein Weltuntergangsszenario entwickeln. Die Geschichte soll grotesk sein – „witzig“ und „ernsthaft“ zugleich. Seine Helden heißen Dora, die bald 80-jährige Kioskbetreiberin, die als Kind über die gefrorene Ostsee flüchtete, Erwin und Siggi, denen der Niedergang der Petrochemie und des Tagebaus in den Knochen steckt. Und dann ist da noch Hendrik, der mit Laura zusammen ist und sich mit dem Schlachthofarbeiter Alexei anfreundet. Über all diesen Personen schwebt die Frage, wie Gemeinschaft im Dorf wiederhergestellt werden kann – während sich, so plant es der Autor, eine Katastrophe anbahnt.

Moritz will sich Zeit nehmen für den Roman. Er will experimentieren. Er hofft, in zwei Jahren damit fertig zu sein. Erste Kostproben gibt es am Sonntag im Literaturhaus Lauenburg zu hören. Der Eintritt ist frei.

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Nördlich der A24

Trauer um Mario Schäfer

Verstorben: Mario Schäfer.
Foto: Gerkens-Harmann

Seit 1994 verkörperte er die traditionelle Möllner Symbolfigur Till Eulenspiegel. Völlig unerwartet starb der Wahl-Möllner Mario Schäfer mit 52 Jahren.

Mölln – Freundlich, selbstbewusst und in seiner stets zugewandten Art, hatte Mario Schäfer über 20 Jahre die Figur des Narren in Mölln verkörpert. Im traditionellen Kostüm, mit Glocken-Kappe und Stock war er in der Stadt bei den unzähligen offiziellen Veranstaltungen unterwegs. Doch auch als ernsthafter Schauspieler bei der Amateurtheater-Gruppe „Eulenspiegelaien“ hatte er seine großen Rollen und agierte außerdem sehr erfolgreich bei  Aufführungen der „Eulenspiegel-Festspiele“, zuletzt 2015, mit. Er war einfach der überall sehr beliebte Schalk Till Eulenspiegel seit fast einem Vierteljahrhundert und weit über die Grenzen des Heimatkreises bekannt. Mario Schäfer, der aus Thüringen in den Norden zog, als er die offizielle Anstellung zum „Eulenspiegel“ erhielt, war seither bei der Kurverwaltung der Stadt Mölln beschäftigt.

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Aus der Stiftung

Kulturknotenpunkt unterstützt Museen

Basisorientiert und unkompliziert, so soll das Netzwerktreffen für Museen in der Region sein. Referentin Dagmar Rösner stellte das Programm jetzt vor.

Von Brigitte Gerkens-Harmann
Mölln – Um die kleineren und mittleren Museen zu unterstützen, gründet das Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein“ gemeinsam mit den fünf Kulturknotenpunkten im Land regionale Museumsnetzwerke. Den Auftakt macht der Kulturknotenpunkt Herzogtum Lauenburg / Stormarn mit einem Netzwerktreffen am 26. September im Stadthauptmannshof in Mölln.
„Wir freuen über den Start dieses Projektes bei uns im Stadthauptmannshof“, sagte Geschäftsführerin Andrea Funk von der gastgebenden Stiftung Herzogtum Lauenburg bei der umfassenden Programmvorstellung. „Wir werden bei unserem ersten Treffen das Thema „Vermittlung“ umfassend beleuchten“, informierte Referentin und Projektleiterin Dagmar Rösner. Sie arbeitet in der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein. Neben der klassischen Museumspädagogik, die sich an Kinder und Jugendliche wendet, steht der Begriff Vermittlung auch für ein neues Feld: Menschen, die an Demenz leiden, können sich gerade in Museen mit einer heimatkundlichen oder landwirtschaftlichen Ausrichtung gut an Vergangenes erinnern. „Gerade für diese Zielgruppe, entwickeln wir für die Museen Hilfsmittel“, so die Kunsthistorikern, die zuvor in Eckernförde im Museum auch als Kuratorin tätig war.
Merle Lungfiel, Geschäftsführerin des für die Kulturknotenpunkte landesweit koordinierend tätigen Landeskulturverbands Schleswig-Holstein e.V. betonte in Mölln: „Wir begrüßen die Kooperation zwischen dem Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung“ und den Kulturknotenpunkten sehr – so wird ihre Position als kulturelle Kompetenzzentren in den einzelnen Regionen weiter gestärkt.“

Dagmar Rösner schilderte die Situation im Lande so: “In Schleswig-Holstein gibt es 232 Museen, 110 von ihnen zählen zu den Volkskunde- und Heimatmuseen. Diese Museen bilden das kulturelle Gedächtnis der Regionen, sind im ländlichen Raum wichtige Veranstaltungsorte für Volkshochschulen, Künstler, Schriftsteller und Musiker und für viele Grundschüler sind sie das erste Museumserlebnis ihres Lebens. Umso wichtiger ist es, dass diese Museen zukunftsfähig aufgestellt sind. Eine ansprechende Ausstellungsgestaltung und eine qualitätsvolle Vermittlungsarbeit sind unerlässlich, um die Besucher von heute und morgen für die Museen zu begeistern. Oft mangelt es diesen Häusern jedoch an personellen und finanziellen Ressourcen – 51 % der schleswig-holsteinischen Museen werden rein ehrenamtlich geführt, viele Stadtmuseen sind lediglich mit einer Museumsleitung mit einer halben bis ganzen Stelle besetzt.“
In den 2015 vom Kulturministerium initiierten Kulturknotenpunkten sieht Dagmar Rösner, eine vollkommen neue Chance, diese Museen zu unterstützen: „In unserem Flächenland leisten die Kulturknotenpunkte genau das, was der Kultur im ländlichen Raum immer gefehlt hat: Mit ihnen wurde endlich eine kulturelle Infrastruktur geschaffen, die auch Kultureinrichtungen in den entlegensten Gebieten Schleswig-Holsteins erreicht. In den regionalen Museumsnetzwerken werden wir die Museen zwei Mal im Jahr in die Kulturknotenpunkte einladen, um in einem unkomplizierten Veranstaltungsformat ganz konkrete Kontakte untereinander und zu freien Mitarbeitern herzustellen.“
Beim ersten Treffen im Kulturknotenpunkt Herzogtum Lauenburg / Stormarn geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse, im zweiten Schritt sollen dann ganz konkrete Kontakte zwischen freien Museumspädagogen und den Museen hergestellt werden. Rösner: „Wir freuen uns, wenn sich auch freie Museumspädagogen oder an einer Vermittlungsarbeit im Museum Interessierte zum Netzwerktreffen am 26. September anmelden“.

In den regionalen Museumsnetzwerken können sich von nun an die Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter einer Region regelmäßig austauschen und Synergieeffekte nutzen. Jedes Treffen wird sich einem speziellen, museumsrelevanten Thema widmen: Neben der „Vermittlung“ wird es u.a. um „Barrierefreiheit“, „Gesellschaftliche Teilhabe im Museum“, „Kulturtourismus“, „Servicequalität“, „Kultursponsoring“ und „Präventive Konservierung“ gehen. Das Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein“ ist in der Trägerschaft des Museumsverbands Schleswig-Holstein und Hamburg e.V., des Nordkollegs Rendsburg und des Landesverbands der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V. Das Projekt wird zu 80 % vom Kulturministerium finanziert und durch die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein gefördert. „Es ist uns wichtig“, so Dagmar Rösner, „dass wir nicht nur die Museen unterstützen, die sich einer Zertifizierung stellen. So bieten wir jedes Jahr ein Fortbildungsprogramm zu den von ICOM (International council of museums) definierten Standards für Museen an, an dem alle Museen in ganz Schleswig-Holstein teilnehmen können; unabhängig von einer Zertifizierung.“

Regionales Netzwerktreffen im Kulturknotenpunkt Herzogtum Lauenburg / Stormarn ist am Montag, 26. September 2016, 15:00 – ca. 17:00 Uhr Im Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, 23879 Mölln
Anmeldung noch bis zum 21.9.2016 unter: info@stiftung-herzogtum.de oder 04542 – 87000.

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Nördlich der A24

Fest der Kulturen – einfach klasse!

Gemeinschaft, Lebensfreude und Teilnahme, Kunst, Musik und Tanz aus vielerlei Ländern der Erde führte beim „Fest der Kulturen“ im Möllner Stadthauptmannshof rund 200 Menschen aus weitem Umkreis zusammen.

Mölln – Die Kulturbeiräte der gastgebenden Stiftung Herzogtum Lauenburg hatten auf gute Resonanz bei ihrem Begegnungsnachmittag mit Flüchtlingen und Migranten gehofft, die Zahl der Besucher toppte jedoch alle Erwartungen – zeitweise fanden gar nicht alle Platz im großen Saal. Das künstlerische Rahmenprogramm mit Bildern, Objekten und Videos, musikalischen und literarischen Darbietungen gab den heimischen wie den aus der Fremde gekommenen Menschen Gelegenheit, ein Stück ihrer Kultur zu zeigen, die der anderen zu erleben und gemeinsam aktiv zu werden. Daneben blieb ausreichend Raum für persönliche Begegnungen. Viel Herz(blut) war im Spiel bei diesem Fest. Stiftungspräsident Klaus Schlie dankte dafür sowohl den Beiräten als Ideengebern als auch allen Aktiven und unterstützenden Mitwirkenden im Hintergrund.
Sehen öffnet Geist und Herz
Das facettenreiche Programm nahm die Besucher auf und mit. Von Flüchtlingen geschaffene Bilder zierten die großen Wände des Hauses. Khaled Abdulkader (Eritrea), der in Büchen lebt, zeigte im Foyer eine Auswahl seines malerischen und zeichnerischen Schaffens. Aus Ratzeburg kam Ziad Daaboul (Syrien), der dem Auge im Seminarraum großformatige Fotos zum Thema „Hoffnung“ bot. Im Treppenhaus präsentierte die Malerin Bruni Jürss mit Kids aus ihrer Möllner Malwerkstatt bunte selbstgemalte Bilder, die im Rahmen eines Kunstprojekts des Kinderschutzbundes gemeinsam mit Kindern in Kapstadt entstanden sind.
Blickfang im Festsaal war eine beeindruckende Installation, die Schüler des Berufsbildungszentrums (BBZ) Mölln im Rahmen des Projekts DAZ (Deutsch als Zweitsprache) geschaffen hatten. Der in Mölln lebenden Maler Ebrahim Shargi (Iran) steuerte ein Gemälde bei. Videokunst im Glaspalast zeigte, dass Botschaften auch ohne Sprachkenntnisse verstanden werden. Die Musikclips von Hosny Ibrahim, Sami Soufan und Sami Chnikr verbanden erschütternde Bilder aus Syrien mit arabischem Hiphop – das ging selbst ohne Textverstehen unter die Haut.
Kommunikation in vielen Sprachen
Ein gefragter Anlaufpunkt für die Kinder war im Foyer die kleine Stockpresse von Stefan Kruse vom Kunst-Beirat, bei dem die Kids bunte Druckgrafiken selbst herstellen und mitnehmen durften. Nebenan lud Thorsten Börnsen, neuer Leiter des Zentrums für Niederdeutsch, mit einem Glücksrad und Büchern zur ersten Bekanntschaft mit Plattdeutsch ein. Weit fortgeschrittene Kenntnisse in dieser Sprache bewies die junge Türkin Fatma Nur Topaloglu aus Lauenburg, die in Begleitung ihrer Lehrerin Ingrid Bindzus (Niederdeutsch-Beirat) mit einer kleinen Plattdeutsch-Lesung zahlreiche Zuhörer in Erstaunen versetzte.
Überhaupt waren viele Sprachen zu hören an diesem Nachmittag. Bei der Verständigung ging Probieren über Studieren – manchmal half Englisch, gelegentlich halfen respektvolle Gesten – oder die Kinder, die sich Deutsch schon besser ausdrücken konnten. Im und um das Herrenhaus im sonnenbestrahlten Stadthauptmannshof tummelten sich Menschen allen Alterns und vielerlei Herkunft. Gern und gut genutzt war auch das „Café“ in der erstmals geöffneten ehemaligen Hausmeisterwohnung, wo die Besucher sich ausruhen und stärken konnten. Die dort gereichten Kuchen und orientalische Gerichte zum Probieren waren ein kulinarischer Beitrag zum Fest der Kulturen.
Die Musik verbindet immer
Als bester Dolmetscher überhaupt erwies sich die Musik – ganz im Sinne von Moderator Jörg Geschke (Stiftungsvorstand). „Das Wertvollste einer Kultur sind immer die Dinge, die wir mit anderen teilen können“, sagte er – und zu teilen gab es unendlich viel, wie die herzliche Annahme aller Darbietungen durch das Publikum belegte. Das begann schon bei der „Willkommensband“ um Michael Jessen (Gitarre) und Matthias Lage (Harfe), die erst seit einigen Monaten in lockerer Besetzung gemeinsam musiziert und beim Fest der Kulturen ihre öffentliche Premiere feierte. Lianna Khatchatryan und Sami Chnikr sangen in Armenisch, Englisch und Deutsch. Tara betörte mit iranischem Gesang und Tanz, ihr Landsmann Mahmoud Mohammadinik brillierte auf der Setar, begleitet von Gitarre (Conny) und Bass.
Hamit Cebeci von der Möllner Moscheegemeinde zog die Zuhörer mit Gesang und Saz weiter hinein in die orientalische Musik, vereinte beim Duett mit Mahmoud türkische und iranische Freude am Klang. Mit Mozart und Schubert legte der Möllner Pianist, Klavierlehrer und Chorbegleiter Uwe Rasmussen am Flügel für die Besucher klassisch-abendländische Musik zur Verkostung aus. Avag und Naira Khachatryan aus Lauenburg stellten Kompositionen und Volksmusik aus ihrer armenischen Heimat vor – ein wundervoll melodischer, zugleich fremd und vertraut klingender Dialog zwischen der oboenähnlichen Duduk und dem Klavier.
Miteinander geht alles
Der große gemeinschaftliche Drum Circle mit Helga Riehl und Peter Kaiser (Lübeck) brachte das ganze Haus zum Vibrieren. Bei vorgegebenem Grundtakt ließen alle ihren Gefühlen auf Trommeln und Schlagwerken freien Lauf, nur mit Gesten wurden Tempo und Dynamik angeregt – ein tolles Erlebnis, das starke Emotionen kanalisierte und dem sich weder die ganz Kleinen noch die Älteren entziehen mochten.
Zum gegensätzlichen Highlight geriet der musikalisch-poetisch-tänzerische Teil des DAZ-Projekts aus dem Berufsbildungszentrum. Eingestimmt von persischem Gesang und Tanz (Tara und Mahmoud) hüllten die Musiker um Stephan Wollweber die Menschen im Saal ein in fast sakrale orientalische Klänge von Setar, Gitarre, Bass und Kotamo – ein Saiteninstrument, das die Instrumente Koto (japanische Zither), Tambura (indische Laute) und Monochord vereint. Mit nur leichter Drift ins Abendländische eröffneten sie den Raum für Francois Villons Ballade „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ – umwerfend rezitiert und angesungen durch Jörn Bansemer vom Theater im Stall, während Tara ihn umtanzte. Das so zusammenzuführen, war ein Geniestreich! Schöner und deutlicher hätte man kaum offenbar machen können, was wirklich zählt: dass es für Kultur und Kunst keinerlei Grenzen gibt, dass sie vermeintliche Gegensätze aufheben und den Weg zueinander immer finden.