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Nördlich der A24

„Drüben“

Von einer persönlichen Fluchtgeschichte erzählt am Freitag, 28. August, Werner Daubner im Grenzhus Schlagsdorf. Der heute 65-Jährige war 1975 auf spektakuläre Art und Weise in den Westen geflohen. Die besonderen Umstände und Ereignisse der Flucht hat er in seinem Buch „Drüben“ festgehalten, das er ab 19 Uhr im Grenzhus vorstellt.

Werner Daubner ist im DDR-Grenzsperrgebiet groß geworden. 1955 in Rehna geboren, wächst er nach Trennung und Wiedervereinigung der Familie in Dutzow an der innerdeutschen Grenze auf. Hier wächst er zum Jugendlichen heran, Konflikte mit der Staatsmacht inbegriffen. Nach einem selbst verschuldeten Verkehrsunfall muss er sich gesellschaftlich bewähren. Er wird FDJ-Sekretär im Dorf und kurbelt das Kulturleben an.

Doch als sich die Forderungen und Zwänge des DDR-Staates verschärfen, entscheidet er sich für eine Flucht in den Westen. Durch ein nicht gesichertes Abflussrohr zwischen Dutzow und Groß Thurow gelingt ihm im September 1975 das Unmögliche. Er kriecht durch das am Ende versandete Rohr und unterquert damit die DDR-Grenzzäune, an denen Selbstschussanlagen montiert sind. Mit letzter Kraft durchschwimmt Werner Daubner den Goldensee und wird im gleichnamigen Dorf aufgenommen. Im Westen findet er Arbeit und gründet eine Familie.

Durch die Grenzöffnung und das Ende der DDR drängt schließlich die Vergangenheit mit Macht zurück in sein Leben. Werner Daubner kann plötzlich wieder in seine Heimat fahren und begegnet vielen vertrauten Menschen, die er jahrelang nicht sehen durfte. Es dauert einige Jahre, bis er sich durchringt, seinen Lebensbericht aufzuschreiben. Jetzt liegt er frisch gedruckt vor und gibt Einblicke in ein abenteuerliches Leben.

Anmeldungen für die Buchvorstellung sind zwingend notwendig und werden vom Grenzhus unter der Rufnummer 038875-20326 entgegengenommen.

„Drüben“, Buchvorstellung, 28. August, Grenzhus, Neubauernweg 1, Schlagsdorf, 19 Uhr