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Chorgesang im Klosterinnenhof

„Ich singe mit, wenn alles singt“ – eine problematische Forderung in diesen Tagen, die der Kirchenlieddichter Paul Gerhardt da formuliert hat. Zumindest in geschlossenen Räumen. Die Domkirchengemeinde Ratzeburg lädt deshalb am Sonntag, 21. Juni, zu einem Gottesdienst im Klosterinnenhof ein. Die musikalische Gestaltung übernehmen Mitgliedern des Ratzeburger Domchores und Kantor Christian Skobowsky (Piano). Die Predigt hält Gert-Axel Reuß. Mitsingen im Freien ist gesetzlich erlaubt und vor allem gewünscht. Der Gottesdienst beginnt um 10.15 Uhr.

Knapp eine Woche später – am Sonnabend, 27. Juni – erklingt dann endlich wieder Live-Musik im Ratzeburger Dom. Kantor Skobowsky bittet dann zum Auftakt der Sommermusiken. Konzertbeginn ist um 18 Uhr.

Musikalischer Gottesdienst, 27. Juni, Klosterinnenhof, Dom, Domhof 35, Ratzeburg, 10.15 Uhr

Foto: Christian Skobowsky

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Zangen zu Skorpionen, Bäume zu Damen

Gegen halbzwei sind die Holzköpfe der Sonne ausgesetzt. Der Dunst hat sich verzogen. Auch die seltsamen Metallwesen an der Pferdekoppel liegen jetzt im hellen Licht. Hans-Joachim Ruge, Sybille Horn, Reinhard Sauer und Hans Fuhrke haben es sich vor der Werkstatt auf einem Stuhl bequem gemacht. Ein Vorzelt schützt sie vor Sonne. Sie warten – warten auf die nächsten KulturSommer-Gäste.

Das Quartett hat sich bei einem Kunst-Kurs kennen gelernt. Bei Jan de Weryha-Wysoczański, einem polnischen Bildhauer. Der Mann hat sie nicht nur tief beeindruckt, er ist auch dafür verantwortlich, dass nun all diese Skulpturen auf Gut Wotersen zu besichtigen sind. „Jan de Weryha-Wysoczański hat uns alle vorangebracht“, sagt Reinhard Sauer.

Aus seinen Händen stammen die seltsamen Metallwesen. „Ich bin Eisenplastiker“, erklärt er sein Metier. „Das heißt, ich baue Artefakte auf.“ Sein Material finde er auf Schrottplätzen. Vieles, was er verwende, stamme von ausgedienten Landmaschinen. Daraus schweißt er Tiere. Kleine und große. Reinhard Sauer zeigt auf einen Skorpion. „Die Beine hier“, erklärt er, „sind aus einer alten Werkzange.“

Ganz anders arbeitet Hans Fuhrke. Er verwendet alles, was groß und schwer ist. Einen riesigen Baumstamm hat er in eine stämmige Frau im roten Kleid verwandelt. Die Dame steht jetzt vor der Werkstatt. „Klein kann ich nicht“, meint er achselzuckend. Die Bildhauerei sei für ihn „optimale Entspannung“. Angefangen habe er sie als „Therapie“. Zunächst habe er gedacht – „ich kann das nicht“ –, aber dann habe er schnell gemerkt, ein bisschen gehe es doch.

Schönheiten sind Hans Fuhrkes Figuren nicht. Er sehe sie aber „positiv“, sagt der Schöpfer. „Sie sind nicht gefällig“, ergänzt Sybille Horn. Auch ihr Herz schlägt für die Bildhauerei. Sybille Horn ist Buddhistin. Sie sagt, sie sei bei ihren Arbeiten immer auf der Suche nach der Befreiung. Dabei sei sie an keine Form gebunden. Auch sei es ihr „wurscht“, ob sie in Holz oder Beton mache.

Kollege Hans-Joachim Ruge stellt klar, dass er mit allem arbeite, was er in die Finger bekomme. Sein Ziel sei „eine Form, die absolut ist. Ich weiß natürlich, dass man das sowieso nicht hinkriegt“, räumt er ein. Aber der Traum bleibt: ein Werk zu schaffen, dass sich jemand anguckt und sagt – „das ist es!“.

Unabhängig davon haben sie in der Bildhauerwerkstatt Wotersen die Kunst zum Lebensmodell erhoben. „Wir arbeiten hier, seit wir Rentner sind, zusammen“, sagt Reinhard Sauer. Das heißt nicht, dass sie sich ständig auf die Pelle rücken. „Bei der Kunst gehen wir schon unseren Weg“, betont Reinhard Sauer. „Aber wir beraten uns gegenseitig.“

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Über Stock und Gleis durch den Kreis

Der Regen hat sich am Sonntag endlich verzogen. Ein Segen. Gelegentlich kommt sogar die Sonne raus. Vielleicht erklärt dies ein Stück weit das kleine Wunder, das sich an den verschiedensten Orten des Kreises zeigt. Die Leute sind unterwegs. Sie erforschen die Wegesränder. Es ist, als hätten sie darauf gewartet: Endlich wieder raus in die Landschaft. Endlich wieder KulturSommer am Kanal!

2020 bedeutet das auch, Teil eines Experimentes und Abenteuers zu sein. Man muss die Augen und Ohren offenhalten. Man muss aufpassen, dass man Fingerzeige und Hinweise nicht übersieht und womöglich falsch abbiegt. Doch selbst wenn – jeder Weg lohnt sich. Wiesen und Wälder wären für sich schon eine Schau. Die Kunst kann den Moment warten. Objekte kennen keine Ungeduld.

In Fredeburg geht es über die Bahngleise einen Feldweg entlang. Die Künstler haben ihn die „Allee der Kachelofen-Bäume“ getauft. Den Weg säumen Keramiken von Heidrun und Hans Kuretzky, die zum Teil mit kalligraphischen Arbeiten versehen sind.

Die Kunst am Wegesrand wird hier wie in Borstorf zu einer Begegnung der KuSo-Spaziergänger. Es wird freundlich gegrüßt. Auf Abstand versteht sich. Und wer noch auf der Suche ist, dem wird geholfen. Da hinten geht es längs. In Borstorfer Burgstraße ist der Auflauf noch größer. Mehrere Kunstinteressierte sind mit dem Auto gekommen, um sich die „Kapital Ver Dichtung“ anzusehen. Ein Pfad der Ästhetik und Weisheit, der sich über hunderte Meter hinzieht. Ebenfalls vom Ehepaar Kuretzky gestaltet.

In Büchen stellt Hanne Lenze-Lauch ihre Kanu-Installation vor. Schon morgens um 11 Uhr sind KulturSommer-Besucher vor Ort, um sich das Kunstwerk anzusehen. Intendant Frank Düwel und die Künstlerin reiben sich die Augen. Es gibt keine offizielle Eröffnung und dennoch sind die Leute da.

Stille herrscht dagegen in der Ratzeburger Stadtkirche St. Petri. Eine junge Mutter sieht sich mit ihren beiden Kindern Anja Caroline Franksens Installation „Animae“ an. Ein Meer aus weißen Textilien inklusive Kleiderbügel und Engelsflügel hängen von der Decke. Auf dem Boden ist Stacheldraht ausgebreitet. Weiß. Wie die Textilien.

„Was verbindet Europa? Was hält es zusammen?“ steht unter anderem auf einer von der Künstlerin angebrachten Info-Tafel. Franksens Thema ist das politische Europa. Sie forscht nach der Seelenlage des Alten Kontinents. Wartet sie darauf, dass er Farbe bekennt? Oder sieht sie in all seinen Widersprüchen auch Reinheit oder gar Unschuld?

Die Aufmerksamkeit der Kinder hat das Kunstwerk inzwischen verloren. Während die Mutter nachdenklich auf die Installation blickt, turnen sie zwischen den Bänken herum. Auch das ist Kunst am Wegesrand: Es hält nicht nur das Publikum auf Abstand, es stellt auch frei, ob man über ein Exponat nachdenken möchte oder nicht.

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Mittsommerfest am A. Paul Weber-Museum

Zu einem Mittsommerfest mit schwedischer Musik lädt am Sonntag, 21. Juni, der KulturSommer am Kanal ein. Auf der Wiese neben dem A. Paul Weber-Museum kann in der Zeit von 16 bis 19 Uhr gepicknickt werden. Für die passende Musik sorgen Günter Klose und Freunde.

Intendant Frank Düwel und Farina Klose haben das Mittsommerfest kurzfristig geplant. Die Gäste werden deshalb gebeten, die rund 200 Meter vom Veranstaltungsort entfernten öffentlichen Toiletten zu nutzen. Außerdem sind Speisen und Getränke für das Picknick selbst mitzubringen. Wegen der Covid-19-Pandemie ist der Zutritt zur Wiese auf 50 Personen beschränkt.

Mittsommerfest, 21. Juni, Wiese A. Paul Weber-Museum, Domhof 5, Ratzeburg, 16 bis 19 Uhr

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„Der letzte Mann“

Vorhang auf für „Der letzte Mann“. Der Verein „Jazz in Ratzeburg“ und der Filmclub Burgtheater Ratzeburg zeigen am Freitag, 12. Juni, in Kooperation mit dem Norddeutschen Autokino Ratzeburg den Stummfilmklassiker aus dem Jahr 1924. Volker Linhardt begleitet die Vorführung live am Klavier. Los geht es vor dem Rathaus Ratzeburg um 21.45 Uhr.

Linhardt studierte in Bayreuth und Lübeck Kirchenmusik. Zudem absolvierte er am königlichen Konservatorium Den Haag/Amsterdamm ein Improvisationsstudium. Als Pianist hat er bereits mehrere Filme wie „Die Buddenbrooks“, „Nosferatu“ und „Herr Tartüff“ musikalisch untermalt.

„Der letzte Mann“ stammt von Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau. Er feierte am 23. Dezember 1924 im Berliner Ufa-Palast am Zoo Premiere. Der Erfolg des Filmes brachte Murnau internationale Anerkennung ein. Berühmt ist der Film auch für seinen Einsatz der „Entfesselten Kamera“ sowie den fast vollständigen Verzicht auf Zwischentitel.

Worum geht es? Ein alternder Hotelportier verrichtet seinen Dienst an der Tür des „Hotel Atlantic“ in Berlin. In seiner prächtigen Uniform, mit stattlichem Schnurrbart und jovialem Lächeln begrüßt er dort die Gäste. Als er eines Tages beim Abladen eines schweren Koffers einen Schwächeanfall erleidet, wird er vom Hoteldirektor mit Verweis auf sein hohes Alter in die Herrentoilette versetzt. Ein Jüngerer nimmt seinen Platz ein. Der Portier verkraftet diese Demütigung nicht. Des Nachts entwendet er seine alte Uniform und führt nun ein Doppelleben: Tagsüber verrichtet er traurig seinen Dienst in der Hoteltoilette.

Karten für die Vorführung gibt es ausschließlich unter www.norddeutsches-autokino.de. Auch Snacks können vorab geordert werden. Die Kinogänger erhalten dann einen QR-Code, der durch die Scheibe abgescannt werden kann. Die Toiletten vor Ort können nur während der Vorstellung genutzt werden. Einlass ist 90 Minuten vor Filmbeginn.

„Der letzte Mann“, Autokino, 12. Juni, Parkplatz vor dem Ratzeburger, Rathaus, Unter den Linden 1, Ratzeburg, 21.45 Uhr

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Burgstraße ist Kunststraße

Hans Kuretzky kurbelt die Scheibe runter. „Ich bin gleich wieder da“, kündigt er an. „Dann können wir sprechen.“ 20 Minuten wird es dauern, bis er wieder auftaucht. Zeit, um die Burgstraße entlang zu schlendern. Sie hat sich zum Auftakt des KulturSommers am Kanal in eine Straße der Kunst verwandelt. Über mehrere hundert Meter reiht sich Objekt an Objekt. Wochenlang haben Hans Kuretzky und Ehefrau Heidrun daran gearbeitet. Ursprünglich hätte die Ausstellung später im Jahr stattfinden sollen. In Lauenburg. Dann kam Covid-19, die Absage und die Anfrage vom KulturSommer: Interesse bei „Kunst am Wegesrand“ dabei zu sein?

Die Kuretzkys haben „ja“ gesagt und sich gehörig ins Zeug gelegt. Die Kalligrafin und der Bildende Künstler. Wer der Burgstraße folgt, begegnet nun am Wegesrand dem „Kapital Ver Dichtung“. Protagonisten dieser Installation sind Karl Marx und Heinrich Heine. Gleich an mehreren Stellen nutzt Heidrun Kuretzky ihre Kunst, um Weisheiten der beiden herauszustellen.

„Die Natur“, zitiert sie beispielsweise Karl Marx, „ist sein (des Menschen) Leib, mit dem er in beständigem Prozess bleiben muss, um nicht zu sterben.“ Oder: „Das Geld ist nicht eine Sache, sondern ein gesellschaftliches Verhältnis.“ Marx, der Mann mit dem tiefenanalytischen Weitblick. Mit ihm liegt das 19. Jahrhundert stets an der nächsten Straßenecke und damit immer nur einen Steinwurf von Gegenwart und Zukunft entfernt.

Bei Heine wiederum trifft Wortmächtigkeit auf Menschenkenntnis. „Anfangs/ Wollt ich/ Fast verzagen/ Und ich glaubt/ Ich trug/ Es nie/ Und ich/ Hab es/ Doch/ Getragen/ Aber fragt/ Mich nur/ Nicht/ Wie“ zitiert Heidrun Kuretzky den Dichter. Wie Marx scheint auch Heine – ebenfalls ein Sohn des 19. Jahrhunderts – stets ganz nahe zu sein.

Hans Kuretzky porträtiert Marx am Wegesrand. Er sieht ihn zwischen Zahnrad und Indianerfedern. Der Philosoph weiß noch von Rothäuten, die in Amerika vergeblich um Kultur und Grund und Boden ringen. Opfer des aufstrebenden Kapitalismus, der Stück um Stück selbst in die entlegensten Winkel der Welt vordringt. Marx ist Zeuge und Analyst des ersten große Schubs der Globalisierung, die vor wenigen Monaten eine Vollbremsung hingelegt hat.

Hans Kuretzky hat Draht und Werkzeug dabei. Eine mit einem Spruch Ernst Jandls versehene Zeichnung muss noch an einer der Stelen befestigt werden, die linksseitig der Borstorfer Burgstraße aufgestellt sind.

Dass die Kuretzkys den berühmtesten deutschen Philosophen und den großen Dichter Heine für ihre Arbeit aufrufen, ist natürlich kein Zufall. Er sei davon überzeugt, dass der Mensch aus der Geschichte lernen könne, sagt Hans Kuretzky, während er die Zeichnung mit dem Jandl-Spruch befestigt. Natürlich. Der Borstorfer Künstler erinnert an eine Cholera-Epidemie, die 1832 in Paris ausgebrochen sei. Schon damals hätte es eine starke Verbreitung von Fake-News gegeben. Fake-News – Falschmeldungen: ein paar Stelen weiter findet sich dazu folgendes Bonmot Heines: „Ich weiß nicht, ob andere Leute sich dafür bezahlen lassen, dass sie lügen. Ich habe immer gratis die Wahrheit gesagt.“

Doch die Vergangenheit ist nur ein Aspekt für Hans und Heidrun Kuretzky, um sich in der Gegenwart zu orientieren und Zukunft zu gestalten. Ein weiterer sind neue Ideen. „Ich bin dafür, dass Geldausgeben belohnt werden sollte“, fordert er. Derzeit liege auf den Sparbüchern der Deutschen Kapital im Wert eines Bundeshaushaltes, betont er. „Eine andere Möglichkeit wäre, dass Grundstückspreise nicht mehr steigen“, so der Künstler. Diese Idee stamme nicht von ihm, fügt er hinzu, sondern von einem Wirtschaftsinstitut in Geesthacht

Die Kunst am Wegesrand – bei den Kuretzkys wird sie zum Zentrum essentieller Ideen.

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Oper, Klassik und Folk am Wegesrand

In der zweiten Woche nimmt der KulturSommer am Kanal auch musikalisch Fahrt auf. Das Festival der Stiftung Herzogtum Lauenburg setzt vom 13. bis 19. Juni eine Vielfalt an Klängen frei, die sich mit den Künsten der Region vereinen. Statt großer Konzerte in großen Sälen heißt es: Oper, „Kurmusik aus den Wolken“ und Folk am Wegesrand.

So unternehmen die Sängerinnen und Sänger des Kanu-Wander-Theaters einen Ausflug in den Süden. Vier junge Opernstimmen der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) Hamburg suchen am Sonnabendvormittag (13.6.) zunächst in Schwarzenbek und dann mittags in Geesthacht das Spiel mit den Emotionen: Das Ensemble will die Menschen mit seinem Programm „Dieser Liebe schöne Glut“ in den Bann ziehen. Ihre Lieder künden von Leidenschaft und Glück, von Schmerz und Verzicht. Freja Sandkamm (Sopran), Pauline Gonthier (Mezzosopran), Ljuban Zivanovic (Tenor) und Timotheus Maas (Bassbariton) präsentieren Melodien und Geschichten, die zu Herzen gehen.

Nyckelharpa und Akkordeon erklingen am Sonntagnachmittag (14.6.) in Ratzeburg. Die Nordic-Folk-Spezialisten Günter Klose und Lorenz Stellmacher spielen am Wasser Melodien zum Mitsummen. Zudem sollten Passanten in der Seestraße 20 die Ohren spitzen: Dort schicken Peter Köhler, Benjamin Lütke, Jörg-Rüdiger Geschke, Niels Rathje und Christina Meier „Klänge über den Zaun“. Ein vielsaitiger Sound anderer Art steht am Freitag (19.6.) in Büchen auf dem Programm: Ein Streichquartett des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck peilt am Wegesrand mit „Kurmusik aus den Wolken“ künstlerische Höhen an. Evelyne Saad und Lucy Fink (Violinen), Christian Jankisch (Viola) und Sigrid Strehler (Violoncello) lassen ihre Bögen am Steg tanzen.

Die „Kanus zwischen Himmel und Wasser“ – eine Installation mit „Wolkenspiegel“ von Hanne Lauch – wandern nach ihrer Premiere weiter zu den Menschen in der Region: Nach der Premiere in Büchen (7.6.) und einem Überraschungsstopp in Ratzeburg (12.6.) landen sie am Sonnabend (13.6.) in Schwarzenbek an. Auf weitere digitale Events darf sich das KulturSommer-Publikum in der Mediathek von Kultursommer-am-Kanal.de freuen. Am Dienstag wenden sich Gwendolin Fähser und Fabian Navarro der Literatur zu. Auf eine „Reise rund ums Jahr“ begibt sich Flötistin Johanna Rabe am Kindermittwoch. Rabe Horchbert darf bei diesem musikalischen Videobeitrag natürlich nicht fehlen. Donnerstag stellt Bendrik Großterlinden seinen Soundwalk vor, den er für einen Spaziergang rund um den Aumühler Mühlenteich kreiert hat. Und am Freitag gehen die jungen Musiker aus dem Schwarzenbeker Beat-’n‘-Dance-Studio mit ihrer nächsten Session auf Sendung.

Dreidimensional und erdverbunden, üppig und kraftvoll in Farben und Formen präsentiert sich, speziell am Wochenende, die Kunst am Wegesrand. Mindestens 30 Künstler und Kreative aus der Region möchten dem Publikum mit ausgewählten Bildern, Objekten und Installationen die Ausdrucksmöglichkeiten bildnerischer Künste und des Kunsthandwerks vermitteln. Auf Gut Wotersen gewährt die Bildhauerwerkstatt dem KulturSommer am Wochenende erstmals Einlass. Sybille Horn, Hans Fuhrke, Reinhard Sauer und Hans-Joachim Ruge präsentieren Skulpturen und andere Arbeiten.

Mit Karikaturen will Stefan Kruse in Krummesse seine Gäste zum Schmunzeln bringen. Eine Brücke zwischen Fotografie und Klang schlägt Timo Jessen, der im Möllner Stadthauptmannshof mit der Ausstellung „The Woods are lovely“ dem Herzschlag der Natur nachspürt. Seine Makrofotografien von verwitterten heimischen Bäumen lassen den Wald fast mystisch erscheinen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die damit verbundene Klanginstallation: Jessen hat dafür mit einem modifizierten EKG die elektrischen Impulse von Pflanzen gemessen und sie in hörbare Töne umgewandelt. Wie bei allen Angeboten unter festem Dach sind auch hier aktuelle Abstands- und Hygienemaßnehmen zu beachten. Aushänge vor Ort geben Auskunft.

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Der KulturSommer am Kanal ist startklar

Nach allerlei Umplanungen und Umwegen ist es endlich soweit: Am Sonntag, 7. Juni, startet die Stiftung Herzogtum Lauenburg mit ihrem „KulturSommer am Kanal in den Wolken“. Mit der „Kunst am Wegesrand“ und einer neuen Homepage, die teilweise zur Bühne des Festivals wird, haben Intendant Frank Düwel und Managerin Farina Klose im Zusammenspiel mit den Kulturschaffenden der Region ein Covid-19-„taugliches“ Programm auf die Beine gestellt.  

Mit der Konzeption des aktuellen Programms suchten die Organisatoren nicht nur eine realisierbare Lösung, sie hoffen auch auf einen künftigen Mehrwert. Denn: Ein Teil der vollzogenen Neuerungen, u. a. die Einrichtung eines Studios im Schwarzenbeker Jugendzentrum und webgeeignete Präsentationsformen, soll Fortbestand haben. Frank Düwel und sein Team sehen darin „zusätzliche Chancen für eine zeitgemäße Kulturvermittlung und eine Investition in die Zukunft des KulturSommers“. Somit wird am Besuch der Website Kultursommer-am-Kanal.de also kein Festivalfan vorbeikommen, auch wenn es vieles unter freiem Himmel zu entdecken gibt.

Wie stellt sich das Programm für die Besucher dar? Die neu strukturierte Website und die erste Veranstaltungswoche vom 7. bis 12. Juni zeigen, was der KulturSommer online und offline hergibt. Auf der digitalen Veranstaltungsplattform erfasst eine interaktive Landkarte alle zu Fuß oder per Fahrrad erreichbaren Schauplätze „am Wegesrand“ mit Kunst, Ateliers und Konzerten. In der „Mediathek“ sind täglich neue Video- und Audiobeiträge abrufbar – vom Auftakt in Büchen über künstlerische Szenen mit Musik und Literatur bis zum Opern-Lieferservice Operando. Sämtliche Angebote sind inklusive Beschreibungen unter „Termine“ abzurufen. Auf der Online-Bühne lassen sich die ersten Akteure per Mausklick in Video- oder Audio-Aktion versetzen. Am Dienstag geht es um Literatur (Fabian Navarro und HannaH Rau), am Kinder-Mittwoch grüßt die Schiffsratte Konzilius (Anna Malten). Am Donnerstag steht der erste „Soundwalk“ (Peter Köhler und Benjamin Lütke) auf dem Programm – ein experimenteller Klangspaziergang regionaler Musiker durch ihre Umgebung. Und am Sonntag und Freitag reichen junge Künstler von „Beat`n`Dance“ dem Publikum Kostproben von „Young Sound of Europe“.

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Folksfest mit „Dota“ & „Gankino Circus“

Die 16. Auflage des Möllner Folksfestes geht sowohl räumlich als auch zeitlich auf Abstand. Wegen der Covid-19-Pandemie strecken die Organisatoren Mark Sauer und Jörg-Rüdiger Geschke das Konzertprogramm auf ein Jahr. Ursprünglich waren sämtliche Veranstaltungen und Konzerte für das Wochenende vom 5. bis 7. Juni geplant. Der Auftakt des neuen Jahresprogramms fällt exakt auf dieses Wochenende. Am Freitag, 5. Juni, sind das Duo „Staring Girl“ und das „Dota Duo“ im Innenhof des Möllner Stadthauptmannshofes zu Gast. Einen Tag später – am Sonnabend, 6. Juni, spielen dort „PaBaMeTo“ und „Gankino Circus“.

Programmchef Jörg-Rüdiger Geschke freut sich „auf zwei schöne runde Abende“ und darüber, dass es endlich wieder losgeht mit Live-Musik. Wenn auch vor kleinerem Publikum. Dafür sind die Künstler, die er an beiden Tagen aufbieten kann, von großem Kaliber. Starverpflichtung ist eindeutig „Dota“, die im Duett spielt. Kopf dieser – sonst größeren – Formation ist Dota Kehr. Sie gehört zu den angesagtesten Künstlerinnen der deutschsprachigen Singer-Songwriter-Szene. „Dota“ betritt am 5. Juni um 20.30 Uhr die Bühne. Sie stellen ihr neues Album vor, in dem sie Lyrik von Mascha Kaleko vertont haben. „Ihre Musik spannt einen Bogen von Liebesliedern über ironisch-gewitzte Großstadt-Songs bis zu einem sommerleichten Splatter-Hit“, so Geschke.

Zum Start in den ersten Folksfest-Abend 2020 spielt ab 19.45 Uhr „Staring Girl“. Auch die Hamburger Formation ist an diesem Abend als Duo am Start. „Ausnahmsweise“, betont Geschke, „das machen sie sonst nicht.“ „Staring Girl“ gehöre zu den deutschen Singer-Songwriter-Bands des neuen Stils. In Mölln von vier auf zwei Musiker reduziert, rechnet er mit einer intimen und sehr intensiven Version ihrer Songs.

Zugpferd am 7. Juni ist „Gankino Circus“. „Das ist eine angesagte Folk- und Kabarettband“, erklärt Geschke und ergänzt: „Und eine Partyband.“ Er sei gespannt, wenn „Gankino Circus“ am Partyabend des Folkfestes vor Stühlen spielen müsse.

Vor „Gankino Circus“ betritt das Duo „PaBaMeTo“ die Bühne. Hinter diesem etwas sperrigen Namen verbergen sich zwei studierte Folkmusiker aus Deutschland, die obendrein noch eineiige Zwillinge sind. „PaBaMeTo“ starten um 19.45 Uhr, „Gankino Circus“ um 20.30 Uhr. Darüber hinaus dürfen sich die Festivalfans auf musikalische Überraschungsgäste freuen.

Das Folksfest wird live im Internetgestreamt und beim Offenen Kanal Lübeck im Radiogesendet. Die 50 Besucherplätze mit fester Bestuhlung im Innenhof des Stadthauptmannshofes können ab sofort unter info@folksfest-moelln.de oder unter 04541-82785 reserviert werden.

Wer sich anmeldet, erhält ein Datenblatt, das am Konzerttag ausgefüllt mitgebracht werden muss.

„Staring Girl“, 5. Juni, Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, 19.45 Uhr

„Dota“, 5. Juni, Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, 20.30 Uhr

„PaBaMeTo“, 6. Juni, Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, 19.45 Uhr

„Gankino Circus“, 6. Juni, Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, 20.30 Uhr

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Dem Grenzdienst Ost & West auf der Spur

Das Grenzhus Schlagsdorf veranstaltet am Sonntag, 7. Juni, eine Wanderung um den Mechower See an. Thema ist der „Grenzdienst Ost und West“. Die zweistündige Tour beginnt um 10 Uhr. Treffpunkt ist das Grenzhus Schlagsdorf.

Der ehemalige BGS-Beamte Wolfgang May (West) und der DDR-Grenztruppenangehörige Jens Strohschein (Ost) werden auf einer Wanderung um den Mechower See Einblicke in ihren Dienstalltag in den 1980er Jahren geben. Während ihrer Dienstzeit standen sie sich gegenüber. Erst im Zuge der Wietingsbeker Grenzöffnung Silvester 1989 lernten sie sich auch persönlich kennen. Die Grenzer erzählen während des neun Kilometer langen Rundwegs von ihren Erlebnissen und Erfahrungen.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt.

Anmeldungen unter Tel. 038875-20326 oder per Mail unter info@grenzhus.de.

„Grenzdienst Ost und West“, Wanderung, 7. Juni, ab Grenzhus, Neubauernweg 1, Schlagsdorf, 10 bis 12 Uhr

Foto: Bundespolizei Ratzeburg.