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Spooß bi Siet – de Börnsen kümmt nach Gülzow!

De Börnsen kümmt nach Gülzow! Du weetst nich, wat dat vör di heten schal? Dat du an‘n Friedag, 23. November, en Termin hest. De Niederdüütsch-Biraat vun de Stiften Herzogtum (Lauenburg) – un dor höört de Börnsen mit to – laadt di in to‘n Talk op Platt in‘n Markttreff na Gülzow. Loos geit dat üm Klock halvig acht (19:30).

Börnsen heet he. Thorsten mit Vörnaam un he hett dat Leit vun dat Plattdüütschzentrum för Holsteen. An’n 23. snackt ünner annern mit den Börgermeester Wolfgang Schmahl. Vun em will he weten, wat besünders un eenmalig an sien Dörp is. Aver dat is nich allen: „De Biraat het sik överleggt, dat Helga Eggers kamen schall“, seggt Börnsen. Fru Eggers het sik an ehr Jugendtiet erinnert und en Book doröver schreven. Dorvun will se de Lüüd vertellen.“

Börnsen maakt kloor, dat dat jümmers noch nich allens is. Manfred Sahm leest en Geschicht un Peter Paulsen maakt Musik. He singt plattdüütsche Lieder. Und Monika Lahann vertellt över de Flüchtlingsarbeit in Gülzow.

„Ich besnack mit de Lüüt vörher, wat interessant sien kann“ seggt Börnsen dorto. Und dat Flüchtlingsthema is wichtig, finndt he. De Talk op Platt is för em op jeden Fall en „klassisches Talkshow-Format“, mit dat he de Lüüd mit rintrecken will. För ju het, du kannst di torüchlehnen in dien Stohl un tohören. Veel Spooß dorbi!

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„…die DDR innerlich nicht anerkannt“

In politisch bewegten Zeiten hat Rüdiger Kass, Vorstandsvorsitzender der Otto-von-Bismarck-Stiftung, die Deutschlandpolitik der Bundesrepublik an maßgeblichen Stellen mitgestalten können. Tiefe Einblicke in seine beruflichen Erfahrungen in der Ständigen Vertretung bei der DDR und im Bundeskanzleramt von 1976 bis 1991 bietet er am Dienstag, 13. November, in der Otto-von-Bismarck-Stiftung (Friedrichsruh). Sein Vortrag trägt den Titel „… er hat die DDR nicht innerlich anerkannt“. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen für den Vortrag nimmt die Otto-von-Bismarck-Stiftung, Am Bahnhof 2, in Friedrichsruh unter der Telefonnummer 04104-97710 oder per Mail unter info@bismarck-stiftung.de entgegen.

Weitere Infos und Veranstaltungen zur deutschen Teilung und zur Wiedervereinigung:

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/11/12/der-wegbereiter/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/11/12/der-weg-zur-deutschen-einheit-2/

 

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Warten auf die Baugenehmigung

Mit seinem Museum und dem stattlichen Haupthaus ist die Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh eigentlich gut aufgestellt. Eigentlich. Denn alles gut ist damit noch lange nicht. Zwei Probleme brennen Geschäftsführer Ulrich Lappenküper unter den Nägeln, wobei eines davon weniger mit der Stiftung zusammenhängt. Früher hielten regelmäßig Züge vor der Tür. Heute ist dies nur noch am Wochenende der Fall. Wer werktags vorbeischauen möchte, muss mit dem Pkw anreisen oder vom Bahnhof Aumühle aus mit dem Bus weiterreisen. Komfortabel ist das nicht. Der Einfluss, daran in absehbarer Zeit etwas zu ändern, ist allerdings gering.

Anders sieht es mit Problem Nummer 2 aus: Die ständige Ausstellung ist in die Jahre gekommen. „Sie ist im Mai 2000 eröffnet worden“, sagt Lappenküper, „und bedarf unbedingt einer Überarbeitung.“ Geplant sei, sie komplett neu zu konzipieren. Eine „partielle Modifizierung“ sei schlicht nicht möglich. Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, braucht es allerdings eines neuen Veranstaltungsgebäudes. „Der Bund hat uns dafür 3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, sagt Lappenküper. Allerdings fehle bislang die Baugenehmigung. Vor diesem Hintergrund gebe es derzeit nicht mehr als ein „Grobkonzept“. Auf jeden Fall wolle man den geänderten Sehgewohnheiten Rechnung tragen. Zudem würden neue Themen wie der Kolonialismus sowie Bismarck in Friedrichsruh hinzukommen.

Mehr zur Otto-von-Bismarck-Stiftung:

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/29/obama-hat-sich-bei-obamacare-auf-bismarck-berufen/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/29/oktober-reformen-waren-kein-bluff/

 

 

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„Das Image Geesthachts zu verbessern, bleibt unser Ziel“

Renate Lefeldt ist Mitbegründerin und Sprecherin der Gruppe „Geesthachter Kulturvisionen“, deren Ziel der kulturelle Aufbruch Geesthachts ist. Im Januar sprach Kulturportal-Herzogtum.de (KP) erstmals mit ihr über die Ziele der Gruppe. Damals drehte sich vieles um die ungeklärte Zukunft der alten Teppichfabrik, die zum Verkauf stand. Ein Deal schien nicht in Sicht. Mittlerweile ist das Areal verkauft. KP sprach mit ihr darüber und über die aktuelle Lage des Kulturstandortes Geesthacht.

Kulturportal-Herzogtum.de: Frau Lefeldt, das letzte Mal haben wir vor knapp einem Dreivierteljahr über den Kulturstandort Geesthacht und die Ziele Ihrer Gruppe gesprochen. Wie sieht es aus – hat sich seitdem etwas getan?

Renate Lefeldt: Ja, auf jeden Fall. Anfangs haben wir gesagt, dass wir gerne einen Kulturverantwortlichen für Geesthacht hätten. Mit Frank Kaldenbach haben wir das erreicht. Er kümmert sich und ist Ansprechpartner für uns. Bei der Organisation der „Ersten Geesthachter Kulturnacht“ hat Herr Kaldenbach mit der Gruppe fruchtbar zusammengearbeitet.

KP: Das klingt sehr erfreulich. Sind Sie noch an anderer Stelle Ihren Zielen nähergekommen?

Lefeldt: Wir wollten gerne, dass das Kulturbudget der Stadt aufgestockt wird. Auch das ist geschehen.

KP: Wo sehen Sie Nachholbedarf?

Lefeldt: Was bislang nicht in Arbeit ist, ist ein Kulturkonzept.

KP: Ein wichtiges Anliegen Ihrer Gruppe war auch, das brachliegende Gelände der alten Teppichfabrik für Kunst und Kultur zu nutzen. Mittlerweile hat der Möllner Unternehmer Kurt-Peter Gaedeke das Areal und die darauf befindlichen Gebäude gekauft. Wie bewerten Sie den Deal?

Lefeldt: Wenn er das, was er plant, realisiert, ist das ein Glücksfall für Geesthacht. Das sind Dimensionen, die die Stadt gar nicht hätte wuppen können.

KP: Befürchten Sie nicht, dass Kunst und Kultur zu kurz kommen könnten?

Lefeldt: Das muss man abwarten. Klar ist schon jetzt, dass ein Gebäude zum Veranstaltungsort umgebaut werden soll. Herr Gaedeke plant dort unter anderem für SHMF-Veranstaltungen*.

KP: Wenn ich mich recht erinnere, wollten Sie Museen und Künstler in dem Areal eine Heimat geben.

Lefeldt: Unsere Wünsche melden wir beim Bürgermeister an, damit er das weiterverhandelt. Mir schweben schon noch ein oder zwei kleinere Gebäude für die Kultur vor.

KP: Kommen wir zum Schluss noch mal auf die Geesthachter Kulturvisionen zu sprechen. Wie hat sich die Gruppe entwickelt?

Lefeldt: Leider nicht so gut, wie ich es mir gewünscht hatte. Der Kreis der Mitstreiter, die kommen, wird kleiner. Ich hatte gehofft, dass sich mehr Vertreter aus den Schulen und Kirchen und auch die Geesthachter Künstler beteiligen. Da läuft aber nicht viel. Auch hatte ich mir gewünscht, dass ein paar Politiker Interesse zeigen. Schließlich wollen wir ja etwas für Geesthacht bewirken. Im Moment strebe ich an, unsere Gruppe im Bildungsausschuss vorzustellen.

KP: Wenn ich mich recht erinnere, plante Ihre Gruppe sogar eine Imagekampagne für die Stadt. Was ist daraus geworden?

Lefeldt: Die Imagekampagne liegt zur Zeit auf Eis, weil der Initiator sich ganz zurückgezogen gezogen hat und weil die Planung der Kulturnacht Priorität hatte. Aber das Image der Stadt Geesthacht zu verbessern, bleibt eines unserer Ziele.

KP: Frau Lefeldt, vielen Dank für das Gespräch!

*Schleswig-Holstein Musik Festival

Weitere Infos zur Teppichfabrik, den Geesthachter Kulturvisionen sowie über kommende Veranstaltungen in der Stadt:

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/08/die-zukunft-nimmt-form-an/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/08/new-york-london-moskau-geesthacht/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/01/30/die-teppichfabrik-ist-vergangenheit-und-zukunft/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/01/04/kulturaufbruch-fuer-die-wachsende-stadt/

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Die Zukunft nimmt Form an

Ende Januar hatte Kulturportal-Herzogtum.de noch mit „Kein Deal in Sicht“ getitelt. So schien es zumindest: Das Gelände, auf dem die Norddeutsche Teppichfabrik steht, schien ein Ladenhüter zu sein. Die Stadt Geesthacht hatte für das 22 Hektar große Grundstück samt der darauf befindlichen Gebäude 800.000 Euro geboten. Insolvenzverwalter Udo Müller (Hannover) lehnte ab und zauberte Ende April mit Kurt-Peter Gaedeke einen Investor aus dem Hut.

Der Möllner Unternehmer will 150 Millionen Euro in das Gelände stecken. 700 Wohnungen sollen entstehen, Platz für Betriebe geschaffen werden. Gaedeke verfolgt für das Areal einen „Drittel-Plan“: Ein Drittel Gewerbe, ein Drittel für den Wohnungsbau und ein Drittel Natur.

Der Investor hat der Stadt bereits ein Modell seiner Pläne vorgestellt und ist damit auf ein wohlwollendes Stadtoberhaupt gestoßen: Er sei ganz zufrieden mit dem, was Herr Gaedeke vorgestellt habe, so Bürgermeister Olaf Schulze. Kein Wunder – Schulze hatte vorab einen „Drittel-Plan“ angemahnt.

Bevor die Bagger anrücken, muss allerdings noch einiges an Hausaufgaben erledigt werden. Unter anderem fehlt es an einem Bebauungsplan. Derzeit ist die Fläche noch als Industriegebiet ausgewiesen. Unternehmer Gaedeke rechnet nicht vor Ende 2020 mit dem ersten Spatenstich.

Die Norddeutsche Teppichfabrik wurde 1951 von dem aus der DDR stammenden Teppichfabrikanten Hubertus Rösel gegründet und war zeitweilig Geesthachts größter Arbeitgeber. Die Produktion erfolgte in den Räumlichkeiten der ehemaligen Düneberger Pulverfabrik. Ob zumindest Teile der Fabrik unter Denkmalschutz stehen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Weitere Infos über die Teppichfabrik und die Ziele der Geesthachter Kulturvisionen sowie eine Auswahl kultureller Veranstaltungen in Geesthacht:

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/08/das-image-geesthachts-zu-verbessern-bleibt-unser-ziel/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/08/new-york-london-moskau-geesthacht/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/01/30/die-teppichfabrik-ist-vergangenheit-und-zukunft/

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/01/04/kulturaufbruch-fuer-die-wachsende-stadt/

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„Die Teppichfabrik ist Vergangenheit und Zukunft“

Renate Lefeldt lebt seit 17 Jahren in Geesthacht. Als Vertreterin der Grünen sitzt die pensionierte Lehrerin in diversen Ausschüssen der Geesthachter Ratsversammlung. Obendrein engagiert sie sich für einen kulturellen Aufbruch der Kommune an der Elbe. Lefeldt ist Mitbegründerin und Sprecherin der Gruppe „Geesthachter Kulturvisionen“. Eine von mehreren Mitstreiterinnen und Mitstreitern an ihrer Seite ist Gundel Wilhelm. Sie arbeitete, bis sie in den Ruhestand ging für die Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt (GKSS), heute Helmholtz-Zentrum. Wilhelm zog vor 55 Jahren nach Geesthacht. Das Kulturportal unterhielt sich mit beiden Frauen über die Ziele ihrer Gruppe.

Kulturportal: Frau Lefeldt, wie kam es überhaupt zur Gründung der Gruppe?

Renate Lefeldt: Da muss ich ein wenig ausholen. Während des Landtagswahlkampfes hatten wir uns als Grüne entschlossen, das Thema Kultur auf die Tagesordnung zu setzen und zu der Veranstaltung „Kultur im Dialog“ ins SmuX eingeladen. Die Resonanz war überraschend gut. Es wurde sehr lebhaft diskutiert. Ich schlug deshalb vor – falls das Interesse bestünde –, den Dialog fortzusetzen. Dafür konnten sich die Teilnehmer in eine Liste eintragen.

KP: Was hat Sie und Ihre Mitstreiter so bewegt, dass Sie sich jetzt regelmäßig treffen?

Gundel Wilhelm: Anfangs ging es nur um die Teppichfabrik und wie wir das Areal nutzen können, um das Image Geesthachts über die Kultur aufzuwerten.

KP: Ist das Image der Stadt so schlecht?

Wilhelm: Das Geesthacht-Image könnte besser sein. Das hat auch mit diesem Gelände zu tun. Während des Zweiten Weltkrieges schufteten dort in einer Munitionsfabrik 20.000 Zwangsarbeiter. Die Menschen wurden schlecht behandelt, waren unterversorgt.

KP: Diese Geschehnisse liegen immerhin mehr als 70 Jahre zurück. Sind die wirklich noch so präsent?

Wilhelm: Wir wollen zu unserer Vergangenheit stehen. Aber die Gruppe, das muss ich zugeben, ist da durchaus gespalten. Die eine Seite ist stark auf die Vergangenheit fixiert, die andere blickt mehr in die Zukunft.

Lefeldt: Ich persönlich wünsche mir ein Kulturkonzept für die Stadt, in der auch die Vergangenheit ihren Platz hat. Im Übrigen gibt es bei uns noch eine dritte Gruppe, die sich nur für Teppichfabrik interessiert.

Wilhelm: Die Teppichfabrik ist Vergangenheit und Zukunft!

KP: Frau Lefeldt, Sie sagten gerade, dass Sie sich ein Kulturkonzept für Geesthacht wünschen. Fehlt es der Stadt an Strukturen?

Lefeldt: Auf jeden Fall. Die Stelle des Kulturdezernenten wurde vor Jahren gestrichen. Wir brauchen aber einen Kulturverantwortlichen, einen Kulturetat – und ein Kulturkonzept.

KP: Und ist das alles in Sicht?

Lefeldt: Einen Etat gibt es bereits. Ein Kulturverantwortlicher soll kommen. In der Gruppe haben wir über die Entwicklung eines Kulturkonzeptes nachgedacht. Aber ganz ehrlich: Wenn man sich die Konzepte anderer Städte ansieht und den Arbeitsaufwand, den das bedeutet, ist das für uns nicht zu schaffen. Diese Aufgabe ist im Rathaus besser aufgehoben.

KP: Finden Sie dort Gehör?

Lefeldt: Ja, unbedingt. Wenn Bürgermeister Schulze kann, nimmt er an unseren Sitzungen teil…

Wilhelm: Er ist sehr engagiert…

Lefeldt: …und aufgeschlossen, wenn es um unsere Vorschläge und Ideen geht.

KP: Apropos Ideen. Was plant Ihre Gruppe aktuell, um den Kulturstandort Geesthacht zu stärken? Was wird aus der Teppichfabrik?

Lefeldt: Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie da der Stand ist. Der Insolvenzverwalter verlangt 3 Millionen Euro…

Wilhelm: … und ist nicht kooperationsbereit. Es wird gepokert. Das Ganze steht auf des Messers Schneide.

KP: Angenommen Sie könnten einen Teil der denkmalgeschützten Gebäude für die Kultur nutzen, was würden Sie machen?

Lefeldt: Es gibt in Geesthacht viele kleine Museen und Vereine wie das Heimatmuseum, das Geesthacht Museum, den Heimat- und Geschichtsverein oder den Förderkreis Industriemuseum, die man dort unter einem Dach unterbringen könnte.

Wilhelm: Ich weiß von drei Privatleuten, die ihre Sammlungen zur Verfügung stellen würden. Allerdings nur, wenn deren Ausstellungen Hand und Fuß haben.

Lefeldt: Ein weiterer Vorschlag ist es, ein Kultur- und Begegnungszentrum mit Proberäumen für Bands und Ateliers für Künstler zu etablieren. Aber das alles liegt für mich derzeit in weiter Ferne und ist bei unseren letzten Treffen auch nicht Thema gewesen.

KP: Was war denn Thema?

Lefeldt: Wie wir das Image von Geesthacht aufwerten können und wie wir Leben in die City bringen. In der Adventszeit hat Frank Kaldenbach in der Fußgängerzone erstmals einen Weihnachtsmarkt organisiert, der gut angenommen wurde und dieses Jahr wiederholt werden soll. Am 9. Juni plant die Stadt mit unserer Unterstützung eine große Kulturnacht mit Lesungen, Musik – auch für Kinder, Vorträgen und Sketchen.

Wilhelm: Die Veranstaltungen finden alle citynah statt, sind also fußläufig zu erreichen.

Lefeldt: Solche Events sind natürlich erst ein Anfang. Um das Image der Stadt zu verbessern und die Stadt überregional bekannter zu machen, werden wir noch einiges tun müssen.

Mehr zum Thema lesen Sie unter:

https://kulturportal-herzogtum.de/2018/01/31/kulturaufbruch-in-der-wachsenden-stadt/

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Kulturaufbruch für die wachsende Stadt

Geesthacht hat ein schlechtes Image. Mit dieser Aussage wird schnell konfrontiert, wer mit Einheimischen über die Stadt an der Elbe ins Gespräch kommt. Die Gründe liegen für viele in der Vergangenheit. Geesthacht ist ein alter Industriestandort. Hier stellte Alfred Nobel Dynamit her, hier ließen die Nazis Zwangsarbeiter Waffen produzieren, hier steht das Atomkraftwerk Krümmel.

In diesen Tagen zeigt sich, dass ausgerechnet die Vergangenheit, Kräfte freigesetzt hat, sich von dem schlechten Image zu befreien. Den Stein des Anstoßes hatte die Gruppe „Geesthachter Kulturvisionen“ mit der von ihr angeregten Diskussion um die alte Teppichfabrik, die auf dem Gelände des alten Industriegebietes liegt, geliefert. Zwar ist die Nutzung von Räumlichkeiten an der Düneberger Straße aktuell kein Thema, aber längst haben die Gespräche eine Eigendynamik entwickelt. Es geht um die ganz großen Fragen: Was macht Geesthacht lebenswert? Wie lässt sich das Leben in der Stadt attraktiver gestalten? Was für ein Kulturangebot braucht es dafür?

Bei Bürgermeister Olaf Schulze läuft die Gruppe mit ihren Fragen und Anregungen offene Türen ein. Das Stadtoberhaupt hat im vergangenen Jahr den Kulturaufbruch ausgerufen. „Geesthacht ist eine wachsende Stadt“, sagt er. Um noch mehr Menschen anzulocken, brauche es auch ein entsprechendes, kulturelles Angebot. Passend dazu hat die Kommune den Posten für Veranstaltungen in diesem Jahr um 5.000 auf jetzt 15.000 Euro erhöht. 2018 gebe die Stadt insgesamt 50.000 Euro für die Kultur aus, so Schulze. Darüber hinaus solle eine weitere Stelle im Bereich des Stadt- und Kulturmanagements geschaffen werden. Über die Jobbeschreibung werde allerdings noch diskutiert.

Von einer Stelle profitiert Geesthacht schon jetzt: Die Rede ist von Tourismusmanager Frank Kaldenbach. Der gebürtige Westfale ist ein alter Hase in seinem Beruf. Das schlechte Image der Stadt hat ihn nicht geschreckt, als er im Juli 2017 seinen Job antrat. „In Deutschland kämpft man immer mit dem Image“, erklärt er nüchtern. Er selbst sei begeistert gewesen, als er sich das erste Mal in Geesthacht umsah. Die Fußgängerzone, in der es keinen Leerstand gebe, findet Kaldenbach „hervorragend“. Dort hat er im Dezember einen Weihnachtsmarkt organisiert – eine Premiere für Geesthacht. Am 9. Juni plant er nun mit Unterstützung der Gruppe „Geesthachter Kulturvisionen“ in der Innenstadt eine Kulturnacht. Zudem stehen in der Zeit vom 30. Mai bis 22. August alle 14 Tage Konzerte am Hafen auf dem Programm. „Hier“, ist er überzeugt, „kann man was bewegen.“

Diese Aussage, die klingt wie ein Motto, dürfte dem Bürgermeister gefallen. Vielleicht würde er angesichts erster Fortschritte das Wörtchen „kann“ streichen. Weitere Fortschritte – auch in anderen Bereichen – sollen folgen. Schulze schwebt beispielsweise eine Imagekampagne in den S- und U-Bahnen Hamburgs vor. Und dann gilt es noch ein besonders dickes Brett zu bohren. Geesthacht mit seinen 30.000 Einwohnern hat keinen Bahnhof.  „Wir sind die einzige Kommune dieser Größenordnung, die nicht an das Schienennetz angeschlossen ist“, sagt er. Das soll sich ändern. Eine Machbarkeitsstudie ist in Auftrag gegeben. Das Ergebnis steht noch aus.

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Ein starkes Stück!

Fünf für „Das beste Stück“: Die Organisatoren um Andrea Funk (rechts), Geschäftsführerin der Stiftung Herzogtum Lauenburg, freuen sich auf die Entdeckungstour durch die Museumswelt der Kreise Herzog Lauenburg und Stormarn. Foto: kulturportal-herzogtum.de

Das ist ein starkes Stück – der Kulturknotenpunkt Mölln, die Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein, der Kreis Stormarn und die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH laden am Sonntag, 15. Oktober, zur Entdeckungstour durch die Museumswelt Stormarns und des Kreises Herzogtum Lauenburg ein. Dafür machen sich vier Busse auf den Weg. Jeder folgt einer eigenen Route und steuert jeweils vier Museen an. Die 16 Häuser präsentieren dabei alle ein Highlight aus ihrer Sammlung: „Das starke Stück“.

Tour 1 startet in Ratzeburg, Demolierung. Erstes Ziel ist das Grenzhus Schlagsdorf. Weiter führt der Weg über das Museum Vergessene Arbeit in Steinhorst und den Ausstellungsort „Von Hus un Hoff“ in Linau nach Grönwohld in die Drahtmühle.

Tour 2 macht sich vom Mühlenplatz in Mölln auf den Weg. Erste Station ist die Naturparkscheune Hollenbek. Von dort geht es zum Amtsrichterhaus in Schwarzenbek. Station Nummer 3 ist das Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg. Zum Abschluss hält der Bus am Museum Geesthacht, wo sich der Förderkreis Industriemuseum vorstellt.

Tour 3 beginnt in Geesthacht. Die Teilnehmer treffen sich in der Bergedorfer Straße 28 am GeesthachtMuseum. Im Anschluss steuert der Bus den Lokschuppen Aumühle an. Weiter geht es zur Glinder Kupfermühle, ehe der Bus zum Schluss am Zugpferdemuseum in Lütau Station macht.

Tour 4 startet in der Hamburger Straße 3 im Museum Bargteheide. Weitere Ziele sind das Museum Rade am Schloss Reinbek, das Bismarck-Museum in Friedrichsruh und das Stormarnsche Dorfmuseum in Hoisdorf.

Die Touren dauern rund sieben Stunden. Die vier Busse fahren alle um 10 Uhr ab. An „Bord“ gibt es kostenlose Getränke und Snacks. Gegen 12 Uhr ist eine Mittagspause vorgesehen. Die Teilnehmer können dann auf eigene Kosten in einem Restaurant essen.

Anmeldungen nimmt der Kulturknotenpunkt Mölln, c/o Stiftung Herzogtum Lauenburg, bis zum 8. Oktober unter Tel. 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de entgegen. Weitere Informationen gibt es unter www.16museen.de.

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Der Traum vom HochWasserHaus

In Geesthacht soll ein „HochWasserHaus“ entstehen. Das plant Wolf-Rüdiger Busch. Es soll sich mit dem Klimawandel und seinen Folgen auseinandersetzen. Einen ersten Workshop hat es bereits gegeben.

Der Begriff „Klimawandel“ hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Als Fachterminus der Wissenschaft gestartet hat er längst die Stammtische erobert. Nur: Was sich wirklich hinter diesem Wort verbirgt und welche Konsequenzen es für den Einzelnen mit sich bringt, dürfte noch längst nicht überall angekommen sein. Hier setzt Wolf-Rüdiger Buschs Konzeptidee vom „HochWasserHaus“ an.

Hochwässer, Überschwemmungen, Stürme und Hagel, aber auch Hitze und Dürre werden in den nächsten Jahren gefährlich zu nehmen. Darin stimmen große Teile der Wissenschaft längst überein. Schon jetzt nehmen die Wetterextreme nachweislich zu. „Gleichzeitig“, sagt Wolf-Rüdiger Busch, der im Hauptberuf das Geesthacht-Museum leitet, „fehlt es an Einrichtungen, die das Thema Klimawandel auf unterschiedlichen Ebenen und über verschiedene Zugänge für alle gesellschaftlichen Kräfte bewusstmachen, dokumentieren und zum Handeln anregen.

Das „HochWasserHaus“, das ihm vorschwebt, ist eine Art Erlebnis- und Informationszentrum. Es soll als Bildungsprojekt Fakten, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, um Handlungs- und Problemlösungen aufzuzeigen. Ziel ist die praxisorientierte Hilfe und Unterstützung für Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft.

Mit dem ersten Workshop, der Anfang der Woche im Rathaus Geesthacht über die Bühne ging, sieht Wolf-Rüdiger Busch den Stein des Anstoßes gegeben. Er hofft, dass sich ab jetzt verstärkt andere Akteure um die Umsetzung seiner Idee bemühen.

Was spricht dafür, das „HochWasserHaus“ in Geesthacht zu errichten? Landtagspräsident Klaus Schlie und Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze, beide Teilnehmer des ersten Workshops, nennen als Gründe die Lage der Stadt an der Elbe. „Wir haben es hier mit Binnenhochwasser bis zur Schleuse und auf der anderen Seite mit dem Küstenschutz an der Elbe zu tun“, so Olaf Schulze. Außerdem sei da noch die Nähe zu den Nachbarländern, ergänzt Klaus Schlie. Ein weiteres Argument für Geesthacht sei das vor Ort mit seinem „Climate Service Center“ ansässige Helmholtz-Zentrum als strategischer Partner.

Wie stellt sich Wolf-Rüdiger Busch sein Haus vor? Die Ausmaße sollten zwischen 600 und 800 Quadratmetern liegen. Es kann ein feststehendes, aber auch ein schwimmendes Gebäude sein. Eine Modullösung hält er ebenfalls für denkbar. Eine erste Hürde hat das Projekt bereits genommen. Nach einem weiteren Workshop wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Kostenpunkt 40.000 Euro.

Apropos Geld. Klaus Schlie, der Schirmherr des Projektes ist, hofft auf finanzielle Unterstützung vom Land, Bund und sogar von der Europäischen Union. „Ich halte so ein Zentrum auch für eine staatliche Aufgabe. Das Thema muss uns einfach beschäftigen“, meint Klaus Schlie. Vorausgesetzt die Ratsversammlung Geesthacht gibt grünes Licht für eine finanzielle Beteiligung – wovon Bürgermeister Olaf Schulze überzeugt ist.

Es gibt also Hoffnung für Wolf-Rüdiger Busch, dass sein Traum vom „HochWasserHaus“ Wirklichkeit wird. Argumente dafür liegen auf der Hand: Der Klimawandel kommt und Schleswig-Holstein wird ihn zu spüren bekommen. Der Meeresspiegel soll laut den Prognosen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zwischen 0,4 bis 1,4 Meter steigen. Das Land zwischen den Meeren muss seine Küstenlinie von 1.105 Kilometern vor den anstürmenden Wassermassen beschützen – und die rund 3.938 Quadratkilometer Küstenniederungen, in denen 354.000 Menschen zu Hause sind.

Ein erster Workshop zum „HochWasserHaus“ stand am vergangenen Mittwoch im Rathaus Geesthacht auf dem Programm. Fotos: Kulturportal
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Mit „Piep“ zur „Art“

Die „Altstadt Art“ in Lauenburg wirft ihre Schatten voraus: Unter dem Motto „Kunst und Genuss am Fluss“ öffnen entlang der Elbstraße am 15. Und 16. Juli zehn historische Häuser ihre Türen. Zudem sind diverse Aussteller, Werkstätten, Geschäfte, Cafés und Gaststätten mit von der Partie.

Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Lösch- und Ladeplatz und im Bereich der Hitzlerwerft. Wer auf das Auto verzichten möchte, kann beispielsweise aufs Fahrrad umsteigen oder am Sonntag, 16. Juli, mit der Stadtbarkasse „Piep“ vom Sportboothafen in Geesthacht aus in See stechen. Das Schiff hat an Bord Platz für 23 Personen. Kapitän Dieter Lucht lichtet um 11 Uhr den Anker. Platzreservierungen auf der „Piep“ werden unter Tel. 04152-71 434 oder per Mail unter Schiffbaupeter@t-online.de entgegengenommen.

Die „Altstadt Art“ ist eine Veranstaltung im Rahmen des KulturSommers am Kanal. Sie öffnet am Sonnabend, 15. Juli, von 14 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 16. Juli, von 11 bis 18 Uhr. Unter den Künstlern beziehungsweise Kunsthandwerkern sind Frauke Noldt (Papierdesign), Kiki Sting (Kunstschmiedin), Martina Mruck (Leinwandlyrik), Olli Gevert (Plastiken), Andrea Bielicki-Helms (Nackte Keramik), Anja Müller-Dominik (Seele im Stein), Hermann Ritterswürden (Glaskunst), Claudia Craemer (Rakuobjekte), Erdmann und Ahrens (Restaurierungen), Katharin Bertzbach (Porzellan) sowie Karin Schneidewind (Menschenbilder auf Stoff) vertreten.

Kapitän Dieter Lucht steuert am 16. Juli die „Piep“ von Geesthacht aus zur „Altstadt-Art“ nach Lauenburg. Foto: Privat