Nur noch wenige Tage sind es bis zur Aufführung von „In den Gärten“ am 22. Juni im Möllner Kurpark. Dann bekommt endlich auch der Norden das von KulturSommer-Intendant Frank Düwel inszenierte Musiktheater-Stück „In den Gärten“ zu sehen. Bereits gelaufen ist es bei der Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn. Mit Erfolg. „Wir haben dort acht Auftritte absolviert“, so Düwel. Alles habe prima geklappt.
Für die Uraufführung des experimentellen Chor-und-Bläser-Spiels,
für das der renommierte Hamburger Komponist Jochen Neurath die Musik
geschrieben hat, war die 16-köpfige Bläsergruppe des Möllner
Marion-Dönhoff-Gymnasiums (Leitung: Desirée Buxel-Krohn) nach Heilbronn gereist.
Ein intensiver Probentag schloss sich an. Vor Ort spielten die Möllner Bläser erstmals
mit dem Kammerchor des Heilbronner Mönchsee-Gymnasiums zusammen, übten die
Szenen auf dem BUGA-Gelände ein – am Ende des Tages stand bereits eine
öffentliche Generalprobe auf dem Programm. Das Wochenende widmeten die jungen
Musiker aus Nord und Süd ganz den Aufführungen: Je viermal spielten sie an
unterschiedlichen Orten auf dem Gartenschaugelände.
„Das Stück ist als sehr raffinierter Flashmob
inszeniert“, so Regisseur Düwel. Vom ersten Augenblick an seien die Zuhörer
neugierig geworden auf diese junge Form von Musiktheater. Die Geschichte über
das Erwachsenwerden habe sie gefesselt. „Und der aktuell komponierten Musik von
Jochen Neurath gelingt es auf Anhieb, die Herzen der Menschen zu erreichen“, so
Frank Düwel.
Die Jugendlichen des Möllner Gymnasiums sind mittlerweile in ihre Heimat zurückgekehrt. Sie bereiten sich jetzt auf die Aufführung im Kurpark vor, zu sie in Kürze den Heilbronner Kammerchor erwarten – mal sehen, wie den Baden-Württemberger Jugendlichen der Möllner Kurpark gefällt…
„In den Gärten“, Musiktheater, 22. Juni, Kurpark, Bergstraße, Mölln, 15 Uhr, freier Eintritt. Bei Regen findet die Veranstaltung im Augustinum Mölln, Theater, Sterleyer Straße 44 statt.
Es hätte die große Ruhe nach dem Unwetter werden können: Wegen des enormen Niederschlags hatten die Kameraden der Feuerwehr am Sonnabendmorgen noch über eine Absage des KulturSommer-Auftaktes diskutiert. Aber letztendlich hörte der Wettergott die Signale an der Berkenthiner Schleuse, so dass Intendant Frank Düwel um 14.30 Uhr aufatmen und verkünden konnte: „Der KulturSommer 2019 ist eröffnet.“
Gut so. Andernfalls wäre dem Publikum ein Festival der Sinne vorenthalten geblieben. Am Kanalufer – zig freiwillige Helfer hatten den morastigen Boden noch in Windeseile begehbar gemacht – setzte sich eine große Menschenkarawane in Gang, um wahlweise dem Shantychor „Möwenschiet“ zuzuhören, Salz zu sieden, Speckstein zu bearbeiten – oder einem Märchen zu lauschen. Anna Malten erzählte die Geschichte von der Salzprinzessin, das dem todkranken Sultan ihren Sohn und die Gesundheit zurückbringt.
In dem Märchen wie in vielen anderen Aktionen, Kunstwerken und Auftritten spiegelten sich Elemente des KulturSommer-Mottos „Das Wasser – das Salz – die Seele“ wider. Nebenbei demonstrierten die einzelnen Events, wie lebendig die Kunstszene im Kreis und seinen Kommunen ist. Klaus Schlie, Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, dürfte zufrieden gewesen sein. Bei seiner Eröffnungsrede – die Stiftung ist der Veranstalter des KulturSommers – hatte er betont, wie wichtig es sei, die Kultur im ländlichen Raum voranzubringen.
Zusätzlich zum seit 1984 verliehenen „Blunck-Umweltpreis“ verleiht die Stiftung Herzogtum Lauenburg im September einen Jugendpreis „Schutz von Natur und Umwelt“ an Kinder bzw. Jugendliche. Dazu bittet die Jury der Stiftung um Vorschläge aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg.
Teilnahmeberechtigt sind Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg bis zum vollendeten 21. Lebensjahr. Vorgeschlagen werden können Einzelpersonen oder Gruppen – auch Schulklassen oder Kindertagesstättengruppen.
Die Zielsetzung der Projekte der Kinder und Jugendlichen soll sich an folgenden Punkten orientieren: Pflege der lauenburgischen Landschaft und Tierwelt, Erkundung naturbedingter Erscheinungen, deren Ursachen, Entwicklungen und Folgen und ggf. Wechselwirkungen mit der Umwelt.
Es können Projekte aus den Bereichen Umwelt allgemein, Naturschutz oder Klimaschutz sein. Erwünscht sind möglichst praxisbezogene Projekte und Maßnahmen. Von besonderer Bedeutung ist der jeweilige Nachhaltigkeitseffekt.
Die Bewerbung sollte schriftlich erfolgen. Fotos, Filme oder Dokumentationen des jeweiligen Projektes sind ebenso willkommen wie ggf. Hinweise auf Maßnahmen in der Natur.
Die Jury besteht aus den vier Blunck-Beiratsmitgliedern (Barbara Denker, Kreisnaturschutzbeauftragter Thomas Neumann, Wolfgang Engelmann und Klaus Schlie) und der Kreisfachberaterin für Natur, Umwelt und Bildung für nachhaltige Entwicklung, Elisabeth von Meltzer.
Die Bewerbungen sind unter dem Stichwort „Jugendpreis Schutz von Natur und Umwelt“ an die Stiftung Herzogtum Lauenburg in 23879 Mölln, Hauptstr. 150, oder per E-Mail an info@stiftung-herzogtum.de zu richten.
Es ist nicht leicht in diesen Tagen, einen Gesprächstermin mit Frank Düwel zu finden. Beim KulturSommer-Intendanten reiht sich derzeit Regiearbeit an Regiearbeit. Immerhin: Kulturportal-Herzogtum.de ist es gelungen, ihn am Telefon zu erwischen. Wenige Tage vor der Eröffnung des KulturSommers am Kanal sprachen wir mit ihm über das Motto „Das Wasser – das Salz – die Seele“.
Kulturportal-Herzogtum.de: Herr Düwel, der KulturSommer steht in diesem Jahr unter dem Motto „Das Wasser – das Salz – die Seele“. Was löst diese Assoziationskette in Ihnen aus?
Frank
Düwel: Zunächst einmal, dass wir Menschen in einem großen Fluss
unterwegs sind. Das Wasser steht für die Natur, aber auch für die Zivilisation.
Der Intellekt unterscheidet da, die Seele nicht. Für uns ist es die Landschaft,
die uns umgibt. Das Salz steht für die Aspekte, die wichtig für unser Leben
sind – unsere Beziehungen. Die Seele steht am Ende, weil es der elementare Teil
ist. Das sind wir selber, wie wir leben.
KP: Wie ist
es zu diesem Motto gekommen?
Düwel: Nach KuSo-Eröffnungen
mit den unterschiedlichsten Motti war es mir wichtig auf den Ursprung
zurückzukommen: auf den Kanal. Gleichzeitig wollte ich das Motto etwas
erweitern. Das Salz ist Teil einer globalen Bewegung. Es steht für die Verbundenheit
mit der Welt und hat die Region maßgeblich geprägt. Es gibt die Orte, wo mit
Salz gehandelt wird, und die Orte, wo Salz abgebaut wird. Daraus haben sich
Kultur und Kulturtechniken entwickelt.
KP:
Wasser und Salz sind für uns etwas Selbstverständliches, sind aber in
Wirklichkeit elementar…
Düwel:
Wasser ist das, was wir trinken und mit dem wir achtsam umgehen müssen – das
aber schon durch Überdüngung und Antibiotikamissbrauch gefährdet ist. Wasser
sind die Meere und Flüsse, große poetische Orte, die unsere Identität prägen. Sie
erzeugen ein ganz anderes Lebensgefühl als die Steppe. Für mich hat das Meer etwas
sehr Schönes und Beruhigendes. Es verbindet sich mit meiner Seele.
Schwierigkeiten im Alltag beginnen sich zu relativieren.
KP: Und
das Salz?
Düwel: In
seiner reinen Form ist das Salz giftig und damit etwas, das uns Maß halten
lässt. Gleichzeitig ist Salz lebensnotwendig. Der Umgang mit diesem natürlichen
Stoff lehrt uns, in Balance zu bleiben mit den Dingen, die uns umgeben.
KP: Womit
wir bei der Seele wären? Wie sehen Sie die Seele?
Düwel: In
der Theaterausbildung und im asiatischen Kampfsport gibt es die Begriffe
Körper, Seele und Geist. Das Vorauseilende und das Intellektuelle wird dem
Geist zugeschrieben. Der Körper gehört der Vergangenheit an, den wir immer
wieder mobilisieren. Die Seele ist die Mitte – der unmittelbare Moment. Für die
Kunst bedeutet das: Was ich auch mache, Kunst besteht in einer Reihe
unmittelbarer Momente. Ich frage Studierende nicht, was weißt du über diese
Arie, sondern was erlebst du, wenn du sie hörst.
KP:
Kommen wir noch einmal auf das Elementare und das Selbstverständliche wie
Wasser und Salz zurück. Ist es nicht schade, dass wir solche Dinge so wenig
wertschätzen.
Düwel: Das
passiert uns leider oft, ist uns im Alltag aber gar nicht bewusst. Da geht es
um Fragen wie: Wo müssen wir hin? Welches Ziel müssen wir erreichen? Die
Kompaktheit der Kommunikation übernimmt die Kompaktheit der Beziehung. Dadurch
ist man wenig bei sich, was nicht gegen die Medien spricht, sondern gegen die
Dynamik, die sie auslösen. Es sind nicht die Medien, sondern die Art und Weise,
wie wir glauben, mit ihnen umgehen zu müssen.
KP: Das
Motto unserer Zeit lautet also nicht „Ich denke, also bin ich“, sondern, „Ich
funktioniere, also verschwinde ich“…
Düwel: Die Art,
wie ich bin, macht es mir möglich, die Seele zu spüren. Manchmal ist das zu
viel, manchmal zu wenig. So wie junge Menschen heute miteinander kommunizieren,
würde ich gerne erfahren, wo sie sich verorten und sehen, was für eine Kunst
daraus entstehen würde.
KP: Kein
Kulturpessimismus an dieser Stelle?
Düwel: Wir Menschen
werden uns immer an irgendwelchen Dingen kristallisieren und erkennbar sein. Das
geschieht in bestimmten Momenten, etwa bei Gerüchen aus der Kindheit oder beim
Blick auf ein Gebäude wie das Holstentor. Da wird ein Echo ausgelöst. Jetzt bin
ich bei mir. Solche Momente hat jeder.
KP: Aber
wie schafft man es, dass dieses Echo nicht so in den Hintergrund gedrängt wird?
Wie schaffen wir es, unsere Seele zu streicheln?
Düwel: Das
ist immer eine Frage der Ehrlichkeit. Was ist mir wirklich wichtig? Dazu gehört
auch zu verstehen, was anderen wichtig ist.
KP: Kann
uns der KuSo dabei helfen?
Düwel: Natürlich.
Mit Musik. Mit Erlebnissen in der Natur. Mit einer Theatergeschichte, in der
das Auge in einem Bild auf eine Skulptur verweist. Das ist das Kristallisieren.
Dafür braucht es das Gegenüber.
KP: Gibt
es eine Veranstaltung, von der Sie sagen würden, da ist das KulturSommer-Motto
besonders greifbar?
Düwel: Ich finde, das Motto führt generell ins Philosophieren hinein. Was ist das, was ich erlebe im Kontrast zu dem, was mich sonst in der Welt umgibt? Was den KulturSommer anbelangt, finde ich besonders das Stück „In den Gärten“ spannend. Diese vielen sich durch den Garten Bewegenden. Das hat etwas Geisterhaftes, was die Seele streichelt und sie baumeln lässt. Man kann dabei seinen Gedanken und Gefühlen nachhängen. Es ist aber auch konkret genug für ein Schmunzeln, sogar für ein Lachen.
KP: Herr Düwel, ich danke für das Gespräch.
KulturSommer-Eröffnung, Salzfest in Berkenthin, 15. Juni, 14 Uhr
Zu einer abwechslungsreichen und außergewöhnlichen Reise durch die Welt der Musik lädt der KulturSommer am Kanal (KuSo) in der kommenden Woche ein. Im Rahmen des Festivals treffen Jung und Alt, Tradition und Moderne aufeinander. Paradebeispiel dafür ist die zehnte Ausgabe von „Beat `n` Dance“. Unter dem Motto „It´s Me or Fantasy“ haben sich die jungen Sänger Klassiker von David Bowie und Co. vorgenommen, um auf der Bühne ein Spiel mit Identitäten zu initiieren.
Die
Show steht am Sonntagabend (19 Uhr) im Schwarzenbeker Rathaus auf dem Programm.
60 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Kreis haben mit
KulturSommer-Intendant Frank Düwel Monate lang an der Performance der Songs
gefeilt und auf den Auftritt hingearbeitet. Die Sänger, Musiker und Tänzer
legen Emotionen, Erwartungen und Sehnsüchte offen. Dazu schaffen die Technik-
und Medienfreaks eine Welt aus Licht, Sound und Video.
Eine
Vielzahl an Sängern versammelt am Sonntagnachmittag (15 Uhr) das „Singen am
See“ in Behlendorf. Zwischen Waldessaum und Strand erheben der Gospelchor
Nusse, der Kirchenchor Breitenfelde, La Musica Büchen, die Petri-Sterne
Ratzeburg, die „Little Voices“ Nusse und der VHS-Chor SingSangSong aus
Schwarzenbek ihre Stimmen. Die Zuhörer dürfen sich von einer Woge aus Rhythmus
und Schwung tragen lassen – und auch gerne selbst aus voller Kehle mitsingen.
Ein
ganz spezielles Klangerlebnis verspricht am Samstag das Zusammentreffen von
Anja Caroline Franksens Installation „Liquide Botschaften“ mit Orgel- und
Gesangsimprovisationen in der Berkenthiner Kirche. Weiterer Höhepunkt ist der
Auftritt von „Chapeau Manouche“ im Künstlerhaus Lauenburg. Das Quartett will
mit seinem Sinti-Swing dem musikalischen Leben an der Elbe neue Leidenschaft
einhauchen.
Saiten,
Stimmen und Trompeten geben am Sonntag den Ton an: Gitarren bringen Klassik,
Folklore und Pop in die Lauenburger Tabakfabrik. In Siebeneichen erfüllt ein
renommierter Chor das Gotteshaus mit Musik der Renaissance und des Barock.
Brasspower erobert Breitenfelde: Posaunen, Pauke und Trompeten zeigen, dass
Beethoven, Pop und Oper kein Widerspruch sind. Ein harmonisches Bündnis gehen
Abendlied und Orgelklang im Ratzeburger Dom (2.7.) ein, beim Folk in Fitzen
liebäugelt das Piano am Teich mit dem Folk (4.7.) und in Ritzerau (5.7.)
beweist die klassische Gitarre Rockqualitäten.
Die
Vielfalt der Region mit völlig anderen Mitteln zeigen einmal mehr die Künstler
mit ihren offenen Ateliers und Ausstellungen. „Hauptstadt“ der Kunst ist am
Sonntag das 240-Seelen-Dörfchen Buchholz am Ratzeburger See mit sieben offenen
Ateliers. Das Schwarzenbeker Amtsrichterhaus richtet seine Schau am
KulturSommer-Motto „Das Wasser – das Salz – die Seele“ aus.
Kindertheater
mit Leib und Seele spielt am Samstag die Freie Bühne Wendland bei „Käpt’n
Lüttich und Baby Dronte“ im Ritzerauer Heubodentheater. Am Abend stehen noch
einmal „Die Eisprinzessin“ und „Geschichte einer Tigerin“ für Erwachsene auf
dem Programm.
Alle
Veranstaltungstermine und Details zum Gesamtprogramm auch im Reisebegleiter und
online unter www.kultursommer-am-kanal.de zu finden.
17 Jahre nach ihrem Grenzdienst besuchen fünf ehemalige DDR-Grenzsoldaten ihren Postenabschnitt. Mit dabei ist Regisseur Holger Jancke – als Ex-Grenzer und als Filmemacher. Das Ergebnis ist der Dokumentarstreifen „Grenze. Lebensabschnitt Todesstreifen“ aus dem Jahr 2006, der am Donnerstag, 13. Juni, im Grenzhus Schlagsdorf zu sehen ist. Die Vorführung beginnt um 19 Uhr.
Im Februar
1986 hatten die fünf ehemaligen DDR-Grenzsoldatenihren Einberufungsbefehl
erhalten. Einsatzort: innerdeutsche Grenze. In den Grenzausbildungsregimentern
wird ihnen eingetrichtert, sie müssen die Westgrenze des Warschauer Paktes
gegen jeden Angriff schützen, gleich aus welcher Richtung, und
Grenzverletzungen notfalls mit Waffengewalt verhindern. Später während des
Dienstes haben sie nur einen Gedanken: Hoffentlich kommt hier keiner,
hoffentlich nicht bei mir! Und dann geschieht es doch…
Janckes
Dokumentarfilm widmete sich erstmals dem Innenleben der DDR-Grenztruppen. Er
zeigt, welche Menschen unter welchen Bedingungen den Dienst an den Zäunen
zwischen Ost- und Westdeutschland ableisteten.
Filmjournalist,
Drehbuchautor und Regisseur Jancke ist am 13. Juni im Grenzhus zu Gast und
stellt sich im Anschluss den Fragen des Publikums.
Nun steht er also vor der Tür – der KulturSommer am Kanal. Endlich – ist man geneigt zu sagen. Die Vorbereitungszeit war und ist für alle Beteiligten aufwändig und anstrengend. Da freut man sich, wenn es nun bald losgeht. Das gilt für all diejenigen, die als Schauspieler, Musiker und Künstler sich in langen Übungsstunden auf ihren Auftritt vorbereiten, das gilt für all jene, die im Hintergrund die Fäden spinnen und das große Festival mit seinen mehr als 90 Veranstaltungen organisieren. Endlich – werden auch all jene sagen, die sich als Zuschauer und Zuhörer auf das Event freuen, weil sie dabei sein möchten, es erleben möchten.
Kann man sich als Außenstehender den Aufwand vorstellen,
der hinter so einem Programm steckt? Wohl kaum. Deshalb an dieser Stelle mal der
Versuch, das Ganze zumindest ein wenig aufzudröseln – frei nach dem Motto: Der
Macher, das Fest, die Menschen.
Der Macher – das ist Intendant Frank Düwel. Er bewegt sich
das ganze Jahr über im KulturSommer und zwischen den KulturSommern. Sein Kopf
kreist um laufende und künftige Regiearbeiten, um eigene Produktionen und um
Produktionen, die andere auf die Beine stellen. Er knüpft Kontakte, nutzt sie,
um Kreative zusammenzubringen und so Neues für das Festival anzuschieben und um
ein Wir-Gefühl entstehen zu lassen. Die Menschen sollen sagen: Der KulturSommer
– das ist unser Ding in unserer Region, in unserer Landschaft, da machen wir
mit, da bringen wir uns ein.
Das Fest – das sind in diesem Jahr 90 Veranstaltungen. Das
heißt 90 Mal: Wer singt, spielt und spricht denn da? Was braucht er oder sie
dafür? 90 Mal Bühne, Technik und Publikumsplätze planen, herankarren und
aufbauen. Mikros und Bier, Würstchen und Klavier, Stehtische und Gebäck, Stühle
und Gesteck, Blumen und Fahnen, Flyer und Plakate, Broschüren, Pressetexte und
Posts im Netz.
Die Menschen – das sind die, die dafür sorgen, dass die
Zutaten, die so ein Fest braucht, dann auch (rechtzeitig) da sind. Das
Equipment für eine Veranstaltung gelangt nicht wie von Geisterhand an seinen
Bestimmungsort. Jemand muss es fahren. Und wenn sie auch niemand wahrnimmt auf
der Straße, die Lkw, Transporter oder Kombis, weil sie keinen Schriftzug
„KulturSommer am Kanal“ tragen, sind sie doch in diesen Tagen schon und noch
bis zum 15. Juli unterwegs. Von Mölln nach Ratzeburg oder Berkenthin oder
Lauenburg und wieder zurück ist nur ein Katzensprung? Von wegen. Es läppert
sich.
Und wenn die Sachen dann vor Ort sind, müssen sie auch
funktionieren. Auch da braucht es fleißige und kompetente Techniker, die die
Kabel fachgerecht verlegen, dass der perfekte Sound nicht zur Illusion, sondern
zur Gewissheit wird. Sie sorgen dafür, dass der Strom fließt, der Bass wummert,
das Schlagzeug scheppert und die Stimmen glänzen.
Und wenn dann alles so weit ist, heißt es: Vorhang auf und
Ahoi für die Künstler, die dann hoffentlich auf viele besetzte Stühle blicken.
Denn: Ohne Publikum, ist am Ende alles nichts. Ohne Publikum, kein KulturSommer.
Noch bis zum 7. Juli zeigt die Galerie AC Noffke (Ratzeburg) Arbeiten der Gruppe 83. Die legendäre Künstlervereinigung feiert in diesem Jahr ihren 35. Geburtstag. Die Gruppe hat sich im Laufe der Jahre sowohl national als auch international einen Namen gemacht. Sie gilt als Innovationszentrum der deutschen Keramiker-Szene.
In
ihren Präsentationen hat die Gruppe 83
stets Gastkünstler zugeladen, die neue Tendenzen in technischer und
inhaltlicher Dimension beschrieben. So verhält es sich auch mit der Ausstellung
in der Galerie AC Noffke. Die Künstler Petra Bittl,
Martin Mindermann und Anke
Müffelmann sind Mitglied der Acadèmie Internationale de la Cèramique (Genf/Schweiz).
Als Mitglieder der Gruppe 83 dabei sind Karin Bablok, Antje Brüggemann, Cathy Fleckstein, Christa Gebhardt, Johannes Gebhardt, Renée Reichenbach, Elisabeth Schaffer, Fritz Vehring, Vera Vehring, Friederike Zeit und Günter Zachariasen.
Letzterer ist eine Institution in der Welt der meditativen Kontemplation, unbestechlich in seiner Lebensweise und malerischen Auffassung. Seine, in klassischer Lasurtechnik geschichteten, sphärischen Werke, erzeugen beim Betrachter die Anmutung von Nähe zur Ewigkeit.
Die Leere seiner reduzierten, stillen Bilder
ruft die Empfindung von Anfang und Ende unseres Daseins auf. Die Werke sind ein
bewußter Gegenentwurf zur rasend verirrten Veräußerlichung unserer Zeit.
Gruppe 83 = 35, Ausstellung bis 7. Juli, Galerie AC Noffke, Haus Mecklenburg, Dominsel, Ratzeburg, sonnabends und sonntags von 11.30 bis 17 Uhr geöffnet
Was ist einer Gesellschaft die Sinnressource Kunst überhaupt Wert? Was ist ein ‚Wert‘ und wie wird er bestimmt? Wie errechnet man den Wert eines Kunstwerks, oder gar die Kultur im Ganzen? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum einer Podiumsdiskussion, zu der der Lauenburgische Kunstverein (LKV) am Dienstag, 4. Juni, in der Galerie AC Noffke (Ratzeburg) einlädt. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anlass ist der 35. Geburtstag des LKV.
Auf
dem Podium sitzen Galerieleiter Augustin Noffke, Frank Düwel, Intendant des Kultursommers
am Kanal, und Miro Zahra, Leiterin des Mecklenburgischen Künstlerhauses auf
Schloss Plüschow. Die Moderation hat LKV-Chef Dr. William Boehart.
„Kultur und Kommerz werden häufig fälschlicherweise
als Gegensätze betrachtet“, schreibt Boehart in der LKV-Pressemitteilung zur
Podiumsdiskussion. „Die reine, ‚freie‘ Kunst habe nichts mit dem schnoddrigen
Mammon zu tun. Das diese Sicht Unsinn ist, lässt sich leicht belegen, denn der
Kulturbetrieb heute gehört zu den wichtigsten Zweigen der Volkswirtschaft. Ihr
Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung in Deutschland betrug im Jahr
2017 102,4 Milliarden Euro, also 3,1 Prozent. Es ist also keine Frage des ‚Ob?‘
zwischen Kultur und Kommerz, sondern die Fragen ‚Wie?‘ und ‚Warum?‘, die eng
miteinander verknüpft sind.“
Kunst zwischen Kultur
und Kommerz, Podiumsdiskussion, 4. Juni, Galerie AC Noffke, Haus
Mecklenburg, Domhof 41, Ratzeburg, 19.30 Uhr, freier Eintritt
Schneller, als es der KulturSommer am Kanal erlaubt, sind einige Künstler der Region. Noch bevor das Festival in Berkenthin um 14 Uhr offiziell eröffnet wird, laden Antje Ladiges-Specht (Klein-Zecher) und Carola Kocik (Berkenthin) im Rahmen der Veranstaltung in ihre Ateliers. Außerdem präsentiert Anja Caroline Franksen zeitgleich in der Maria Magdalenen-Kirche ihre Ausstellung „Liquide Botschaften“.
Am KuSo-Eröffnungstag
ist Antje Ladiges-Specht Atelier von 12 bis 18 Uhr zugänglich. Unter dem Motto „Im
Fluss des Lebens“ stellt sie in der „Alten Schule“, Am Alten Mühlenweg 1, in
Klein-Zecher ihre Arbeiten im Zen vor. In ihrem Werk geht es immer um
Wiederholung, um eine ständige Wiederkehr. Auf diese Weise entsteht die Kraft
und Ruhe, die in den Bildern von Antje Ladiges-Specht zu spüren ist. Zu sehen
sind auf dem Gelände der „Alten Schule“ zudem Skulpturen und Plastiken des in
Schattin (Mecklenburg-Vorpommern) lebenden Künstlers Claus Görtz.
Bereits um
11 Uhr lädt Carola Kocik in ihr Atelier am Börnbarg 2 in Berkenthin ein. Der Arbeitsraum
der Hobbymalerin liegt direkt am Kanal. Er befindet sich gegenüber der Festwiese,
auf der Ostseite der Wasserstraße. Carola Kocik präsentiert ihre Arbeiten zusammen
mit Petra Rehse. Beide verwenden fürs Malen Acryl und Öl. Zudem greifen sie auf
Mischtechniken zurück.
„Liquide
Botschaften“ heißt die Ausstellung von Anja Caroline Franksen, die am 15. Juni
ab 14 Uhr in der Maria Magdalenen-Kirche in Berkenthin zu sehen ist. Genauer
gesagt handelt es sich um eine Installation, die zeigt, dass Tränen als
elementare menschliche Ausdrucksform viele Facetten haben und eine eigene
emotionale Sprache sprechen.
Offenes Atelier, Antje Ladiges
Specht, 15. Juni bis 14. Juli, jeweils sonnabends und sonntags, Klein Zecher,
Am Müllerweg 1, „Alte Schule“, immer von 12 bis 18 Uhr
Offenes Atelier Carola Kocik, 15. und
16. Juni, Börnbarg 2, Berkenthin, jeweils von 11 bis 18 Uhr
Liquide Botschaften, Ausstellung von Anja Caroline Franksen, 15. Juni bis 14. Juli, Maria Magdalenen-Kirche, Berkenthin, Eröffnung am 15. Juni um 14 Uhr, alle anderen Tage jeweils 9 bis 15 Uhr
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