Aumühle – Am Tag des offenen Denkmals – Sonntag, 13. September – lädt die Otto-von-Bismarck-Stiftung ein, in Aumühle und Friedrichsruh den historischen Bismarck-Mythos zu erkunden: Ein weißer Turm, ein Fachwerkhaus und eine Grabkapelle zeugen von der Verwandlung des ersten Reichskanzlers in eine Kultfigur. Seine tatsächliche politische Bilanz verschwand dabei mitunter aus dem Blickfeld.
Um 10 Uhr ist „Ein alltagstauglicher Bismarckturm“ zu besichtigen: In Kooperation mit der Stiftung Aumühle und dem Gemeindearchiv wird die Geschichte des Gebäudes erzählt, das als Wasserturm lange eine praktische Funktion erfüllte. Sein Erbauer Emil Specht nutzte es zugleich, um eine Huldigungsstätte für Otto von Bismarck einzurichten. Die Führung wird um 11 und 12 Uhr wiederholt. Der Turm ist nicht barrierefrei, und die 143 Stufen sind teilweise über eine enge Wendeltreppe zu bewältigen (Birkenstraße 7, Aumühle). Bismarck selbst hatte den Bau des Fachwerkhauses in Friedrichsruh veranlasst und es an einen Gastwirt verpachtet. Seit 1950 beheimatet es das Bismarck-Museum. Dort findet um 11 Uhr die Führung „Bismarck. Mensch und Mythos“ statt (Am Museum 2, Friedrichsruh). Um 13.30 Uhr ist „Ein denkwürdiges Achteck“ zu begutachten: Treffpunkt für die Sonderführung im Bismarck-Mausoleum ist der kleine Platz oben am Aufgang zum Gelände (Holzhof, Friedrichsruh, Parkplätze am Museum). Im Historischen Bahnhof Friedrichsruh zeigt die Berliner Historikerin Dr. Claudia Czok in ihrem Vortrag um 15 Uhr, welche „Nebenscherze“ sich der Maler Adolph Menzel ausdachte, als er den Ehrenbürgerbrief der Stadt Berlin für Otto von Bismarck gestaltete – betrunkene Putten inklusive. Von 14 bis 17.30 Uhr werden im Park des Historischen Bahnhofs gegen Spende Kaffee & Kuchen angeboten (Am Bahnhof 2, Friedrichsruh).
Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist frei. Die Dauerausstellung „Otto von Bismarck und seine Zeit“, das Bismarck-Museum und das Bismarck-Mausoleum sind von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Foto: Otto-von-Bismark-Stiftung
