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„En lütt Programm in dit Johr“

Dass trotz Lockerungen noch nicht wieder alles rund läuft im Niederdeutschen Kultur- und Lehrbetrieb, lässt sich am Programm des „Plattdüütschen Harvst“ ablesen. Normalerweise bis Weihnachten ein nicht enden wollender Strom an Veranstaltungen, fällt er 2021 geradezu kurz und bündig aus.

„Wi hebbt wegen Corona blotsen en lütt Programm in dit Johr“, hat denn auch Helge Walsemann, Beauftragte des Kreises Herzogtum Lauenburg zur Förderung der niederdeutschen Sprache, den Flyer überschrieben. Nach all den Wochen und Monaten im Lockdown sollte das aber kein Grund zur Klage sein. Vielmehr ist es wohl für viele Plattdüütsch-Schnacker eine Freude, dass überhaupt mal wieder etwas stattfindet.

Für den laufenden Monat stehen noch zwei Veranstaltungen an. Am Freitag, 15. Oktober, gibt es um 20 Uhr im Lauenburger Hof in Sandesneben einen plattdeutschen Abend mit Laura Kruse und am Sonntag, 17. Oktober, um 15 Uhr steht in Mölln eine plattdeutsche Stadtführung auf dem Programm. Treff ist der Markplatz.

Der November startet am 7. ab 15 Uhr mit einem plattdüütschen Nachmittag im Kulturzentrum Witzeeze. Am 11. November um 19.30 Uhr sind dann Uli Gröhn und Heinrich Querfurt in der Alten Schule Wentorf zu Gast. Unter dem Titel „Dat Johr geiht to End“ tragen sie niederdeutsche Geschichten vor.

Der Rest des Monats steht schließlich im Zeichen der Niederdeutschen Volksbühne Geesthacht, die das Stück „Schummerstünn“ im kleinen Theater Schillerstraße (kTS) auf die Bühne bringt. Geplant sind acht Vorstellungen: am 12. November, 13. November (jeweils 19 Uhr), 19. November (20 Uhr), 20. November (15 und 20 Uhr), 26. November (20 Uhr) und 27. November (15 und 20 Uhr).  

Karten für „Schummerstünn“ gibt es im kTS oder bei Zigarren Fries.

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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Danz op tweii Hochtieten

Nach einer digitalen Ausgabe 2020 gab es im Juni dieses Jahres wieder ein „analoges“ Niederdeutsches Autorentreffen. Die Pandemie war dennoch präsent – hygienetechnisch und literarisch. Bei Marianne Ehlers lugt das Virus durchs Fenster, während sie die gesellschaftliche Wandlung von Ehekonzepten in den Blick nimmt. Ihre Protagonisten trennen 100 Jahre und zum Teil Welten.

Mathilde un Johannes – Hochtiet 1921

De Kraag vun de swattsieden Bluus will nich so recht sitten. Mathilde steiht vör den ovalen Spegel un treckt ehr Kledaasch torecht. Nu noch Mudders Medaillonbrosch ansteken. Naher, wenn Johannes un se vun‘t Standsamt torüchkaamt, warrt de Fotograf al dor stahn. Johannes hett em glieks bestellt, as dat mit de Hochtiet kloor weer. Un de Kinner – schöllt de ok mit op dat Bild? Oder gifft dat twee Biller? Schaad, dat fallt ehr nu eerst in, se harr vörher mit Johannes doröver snacken schullt.

Alles is anners düt Mal. Vör teihn Johr droog se Witt mit en langen Sleier – in’n Mai 1911, un de Maiklocken in ehr Hand harrn so rüükt. De grote hölten Kuffer weer vull mit Handdöker un Dischdeken, Fedderbedden un Küssens. Wat weer se jung – un ehr Nikolaus ok. Dat Leven mitenanner
kunn losgahn. Lachen un Singen, Arbeiden un avends mööd un tofreden op de Goornbank sitten. De lütt Hans stevel al vergnöögt dör de Kaat, as sien beiden Süstern Marie un Sophie op de Welt kemen, veel to fröh. Een leev man twee Stünnen, de anner twee Daag. Mathilde schuddert – nich wenen nu …

As ehr twete Marie boren weer, weer de Eerste Krieg al in de Gang. Eenmal keem Nikolaus noch na Huus, denn nich mehr. Wo geern harr se em frische Maiklocken op’t Graff leggt, man dat weer so wiet weg. He leeg in frömde Eer, in Frankriek …, un de lütt Jung, de noch keem, kreeg den Naam vun sien Vadder. Se haalt deep Luft.

Blots noch swatte Tüüch af denn un arbeiden, arbeiden, de Kinner satt kriegen. Nachts wull de Slaap so männichmal nich kamen, denn full ehr dat Snacken so swoor an’n annern Dag.

Johannes vun’t Naverdörp keem un plöög ehr dat Land. He bu ehr dat ole Backhuus wedder op, so kunn se Broot för de ganze Week backen. Bald geev se em Bescheed, wenn de Sünndagskoken mit de letzte Hitten fardig backt weer.

Mathilde sinneert un kickt noch eenmal op den smallen gollen Ring vun Nikolaus. Naher warrt se twee Ringen an’n Finger dregen.
De hoge Kragen is so stiev – un woans geiht dat noch mal mit düssen Slips? Johannes steiht in de Köök un kickt in den lütten Spegel över den Utguss. Nu noch rin in dat Jackett un noch en Taschendook in de böverste Tasch. Ach, he is dat nich wennt mit „smucke Tüüch“. Man för düssen Dag mutt dat ween. Wat Mathilde em so lieden mag? Seker warrt se dat.

Allens is anners op eenmal. Fru un Kinner hebben, nienich harr he sik dat dacht. Bet nu en Eenspänner, 43 Johr oolt, kahl al de Kopp. In’t Lazarett harrn se em de Hoor afraseert, keeneen is wedder nawussen. Blots den Snoorboort, den pleegt he. „Wat wullt du mit so en olen Mann?“ suuster annerletzt en Naversch an’n Goorntuun. Johannes kunn Mathildes Anter nich klook kriegen. Oolt, wat bedüüdt dat? He harr nu mal noch nienich wat mit en Deern hatt un de Johren güngen
doröver weg.

He kickt op den Kalenner över den Kökendisch: 10. Mai 1921 – un övermorgen warrt Mathilde 28 Johr oolt. Denn is se keen Weetfru mehr, naher warrt se sien Fru. Un de Fotograf schall man twee Biller maken: een mit Mathilde un em – un een mit Hans, Marie un Nikolaus dorbi. Dat gefallt em. Mag ween, dat sien Mathilde en lütt Lachen in’t Gesicht kriegen deit, wenn Marie ehr swattsieden Bluus strakelt. Mag aver ok ween, dat se den ganzen Dag över eernst un still bi em sitt. Se hett toveel achter sik, so jung as se noch is. He süüfzt.

Wat he ehr Glück bringen deit? He weet dat nich. He kennt sik nich ut mit dat, wo de Lüüd „Leev“ to seggt. Man he kann nu mit ehr arbeiden, ehr Land plögen, dat Backhuus anböten un de Kinner mit grootmaken. Un wenn dat naher mal twee Slag Kinner geven schull, em is ok dat mit.

Johannes smuustert un bringt noch eenmal sien Snoorboort op Schick. In de Westentasch drückt em en lütt Pappschachtel mit twee gollen Ringen.

Tilda un Hannes – Hochtiet 2021

Dat witte Kleed is so slicht un smuck. Tilda steiht vör den groten Spegel mit de bunten Steens an beide Sieden un dreiht sik hen un her. Nu noch dat Spitzen-Taschendook vun Mama insteken. Naher, wenn Hannes un se ut de Döör bi’t Standamt rutkaamt, warrt de Fotograf ok al dor ween.
Hannes hett glieks sien Fründ Dennis fraagt, wat he Biller maken kunn, as he Tilda ehr „Ja“ infungen harr. Tilda smuustert vör sik hen – ehr Hannes…

Alles is anners, as se sik dat dacht harrn. Se mööt alleen rin in‘t Standamt – keeneen vun de Familie un vun de Frünnen dörv dorbi ween. Wat is dat doch argerlich un gemeen! Man as dat rutkeem, weren se sik eenig: se heiraadt liekers in düt Johr. Ehr Kleed weer torecht, de passlichen Schoh harr se ok al inlopen. Un nu hett se sik denn noch so en smucke Spitzenmask dorto köfft. Maakt doch nix – denn gaht se anner Johr na Kark un achterna is en grote Fier mit Musik un Danz. Wenn dat Kleed noch passt, will se dat noch eenmal antrecken. Un wenn nich? Denn treckt se en kommodig Fladderkleed an.

Un wenn denn al wat Lütts dor is? Tilda mutt en beten sluken. Kunn ja ok angahn. Mama wöör sik freuen. Un se hett ganz seker noch dat ole Dööpkleed in’t Schapp hangen. Un Hannes sien lütt Marie warrt sik wiss över en Broder oder Süster freuen. Wat Hannes woll an de Maiklocken denkt? De hett se sik wünscht för den Bruutstruuß. Wo leef se em doch hett! Se haalt deep Luft.

Toeerst weer dat nich eenfach ween. Se müss noch toveel an Nico denken. Veer Johr lang weren se en Poor, man denn harr he mit eenmal en anner Deern funnen. Man, wat weer se trurig un vertwiefelt do. Denn keem Hannes – un so ganz sinnig weer de Leev kamen bi ehr.

Tilda sinneert un kickt op ehr Hannen. Naher warrt se en Ring vun Hannes an’n Finger dregen. Dat Hemd dücht em mit eenmal en beten to eng – un mutt he würklich düssen Slips umtüdern? Hannes steiht in de Baadstuuv un kickt in den groten Spegel över dat Waschbecken. Nu noch rin in dat Jackett un noch en lütt Insteekdook in de böverste Tasch. Ach, he wörr doch lever in Jeans un T-Shirt losgahn un nich in düt „smucke Tüüch“. Man för düssen Dag is dat doch heel wichtig. Wat Tilda em so lieden mag? Seker warrt se dat.

Allens is anners in düsse Tiet. Man nu schall dat so lopen, he freut sik liekers op den Dag un op de feinen Biller, de Dennis seker maken warrt. Un de grote Hochtietsfier is denn even anner Johr, dat maakt doch nix. Un wenn denn al en Baby kümmt oder al dor is, em schall dat allens passen. He hett sien Tilda doch so leef. Un he versteiht ehr nu, se hett eenfach en Tietlang bruukt, ehr dat se Nico vergeten kunn. Un sien lütt Marie? He will versöken, ehr veel bi sik to hebben, villicht ok mal wat länger as blots an’t Wekenenn. Mona un he, se hebbt dat nich henkregen mitenanner. Vörbi, vörbi …, he schuddert. Nu man nich melanchoolsch warrn.

He kickt op den Kalenner över den Schrievdisch: 10. Mai 2021 – un naher is Tilda sien Fru. Tilda, de smucke blonne Fru mit de blauen Ogen. Mitünner dünkt em, dat se to eernsthaftig is, man vundaag will he ehr lachen sehn, ehr in’n Arm nehmen un vergnöögt mit ehr in de Kamera kieken. Tildas un sien Kinner schöllt doch laterhen en glücklich Bruutpoor to sehn kriegen. Kloor, de Tieden sünd snaaksch un anners, man dat warrt ok mal beter warrn. He süüfzt liesen.

Ach ja, he mutt ja ok en Mask mitnehmen hen na dat Standsamt. He will ehr woll Glück bringen un mit ehr tosamen twee, villicht dree Kinner grootmaken. De Arbeit warrt se sik delen, dat is al mal kloor.

Hannes smuustert un bringt noch eenmal sien Hoor mit en beten Gel op Schick. In de Jackentasch drückt em en lütt Etui mit twee gollen Ringen.

Marianne Ehlers

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Keine Zeit für den Blues

Der Herbst ist da. Die Zeit, in der die Tage kürzer werden und die Sonne sich rarmacht. Und ja: Der Blues ist da nicht weit. Zu frisch die Erinnerungen an lauschige Nächte, zu fern der kommende Frühling.

Und doch – dieser Herbst könnte ein anderer, weit weniger wehmütiger werden. Warum? Weil plötzlich etwas geht. Weil Menschen wieder zusammenkommen können. Zum Singen, zum Tanzen, zum Feiern. Das Leben ist zurück und damit auch die Chance, etwas zu erleben, an das man sich später gerne erinnert.

Ja, der Herbst 2021 wird zum Frühling, weil der Frühling 2021 wegen der Pandemie nicht das halten konnte, was doch der Frühling stets verspricht: eine Zeit des Aufbruchs zu sein, eine Zeit, in der die Menschen auf Straßen und Plätze strömen, um sich zu begegnen.

Allerorten stehen in diesen Tagen Konzerte, Theater- und Kinovorstellungen, Vorträge und Ausstellungen auf dem Plan – und finden dann auch tatsächlich statt. Man mag es kaum glauben. Man muss sich kneifen, um festzustellen, dass es wahr ist. Aber so soll es sein. So darf es gerne weitergehen.

Auch die Stiftung Herzogtum Lauenburg hat im Herbst einiges auf dem Zettel. Das kulturelle Leben ist zurück im Stadthauptmannshof. Bands treten auf – so wie kürzlich die New Yorker Frauen-Combo „VickyKristinaBarcelona“. Künstler wie Meinhard Füllner (Ausstellung „Form – Farbe – Fantasie: Gestaltung ohne Grenzen“) zeigen, dass man nicht nach Hamburg fahren muss, um erstklassige Skulpturen und Bilder zu entdecken (Wer das möchte, kann dies noch bis zum 31. Oktober – immer sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr – tun).

Diese Ausstellung kann gerne auch als Fanal dafür gelesen werden, wie bunt und abwechslungsreich das Programm der Stiftung Herzogtum Lauenburg in diesem Herbst ist. Für den Blues bleibt da garantiert keine Zeit.

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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Nur mal kurz die Welt schecken

Wie Kinos, Theater und Clubs füllen sich seit ein paar Wochen auch wieder die Vortragssäle. Da trifft es sich gut, dass die Stiftung Herzogtum Lauenburg für ihr Herbst-Programm gleich eine ganze Reihe interessanter Redner für sich gewinnen konnte.

Der Oktober steht vor allem im Zeichen des Naturschutzes. Zunächst spricht Wolfgang Ziegler (Naturschutzbeirat) am Dienstag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr im Möllner Stadthauptmannshof über die Welt der Käfer und Insekten. An selber Stelle widmet sich Rainer Hering, Leiter des Landesarchivs Schleswig-Holstein, dann am Donnerstag, 28. Oktober, den „Todesanzeigen als Quellen für Genealogie und Forschung“. Auch dieser Vortrag beginnt um 19.30 Uhr.

Im Amtsrichterhaus fragt der Humanbiologe Prof. Dr. Carsten Niemitz am Donnerstag, 21. Oktober, „Fahren wir die Welt an die Wand?“. Veranstaltungsbeginn ist um 19 Uhr. Für den Vortrag kooperiert die Stiftung mit der Stadt Schwarzenbek. Anmeldungen unter mail@amtsrichterhaus.de oder Tel. 04151-881132.

Am Donnerstag, 4. November, spürt Prof. Dr. Joachim Reichstein dann im MarktTreff Gülzow der „Neuen Sehnsucht nach Heimat“ nach. Das Wort „Heimat“ war lange Zeit tabu. Die Nationalsozialisten hatten den Begriff für ihre Zwecke missbraucht und damit gesellschaftlich diskreditiert. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr.

Zu einer Reise durch die deutsche Geschichte der letzten 150 Jahre lädt am Dienstag, 9. November, Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung (Friedrichsruh), im Stadthauptmannshof ein. Sein Vortrag trägt den Titel „1871 bis 2021: Vom Umgang mit der Reichsgründung“. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

Anmeldungen zu den Vorträgen nimmt die Stiftung Herzogtum Lauenburg unter der Telefonnummer 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de entgegen. Einzige Ausnahme ist der Niemitz-Vortrag „Fahren wir die Welt an die Wand?“ am 21. Oktober in Schwarzenbek. Die Anmeldungen gehen an das Amtsrichterhaus, erreichbar unter mail@amtsrichterhaus.de oder unter Tel. 04151-881132.

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Keine Angst vor großen Tieren

Meinhard Füllner hat keine Angst vor großen Tieren. Auch vor kleineren Lebewesen schreckt er nicht zurück. Im Gegenteil: Er begegnet ihnen mit Ruhe und – zumeist – auf Augenhöhe. Das Resultat dieser Herangehensweise kann sich sehen lassen. Es glänzt, es offenbart majestätische Züge. Kerzengrade entlässt Füllner einige seiner Stiere in die Freiheit. Andere scheinen ihres Daseins so froh zu sein, dass sie wirken, als seien sie kurz davor, Purzelbäume zu schlagen.

Wie schafft der Mann das? Wie schafft man das? Für Füllner ist das nicht die Frage. Er weiß ja, wie es geht und seine Antwort ist somit so sonnenklar, so poliert, so makellos wie die Tierwelt aus seiner Hand: Es braucht nur die Idee, die Skizze und das Pappmodell, dann ist die Sache so gut wie erledigt. Der Rest ist schneiden, biegen, abkanten, zusammenfügen, schweißen und schleifen.

Man sollte ihm nicht glauben. Jeder Meister wie auch jede Meisterin offenbaren dem Publikum die Geheimnisse ihres Schaffensprozesses in homöopathischen Dosen. Wenn überhaupt. Was zählt, ist das Ergebnis: der Stier, der Elefant, der Vogel – was auch immer. Die Zweifel im Schaffensprozess, das Hadern mit sich und der Materie, die physische Anstrengung, die Unausgeglichenheit, wenn die Dinge zwischendrin mal nicht so laufen wie sie sollen oder einfach mal zu viel werden – davon erzählen die Künstler in der Regel nicht.

Die Geschichte wird immer vom Ende aus erzählt. Oder um es auf die Bildhauerei zu münzen: Das Stück ist fertig. Und im Falle von Füllner kann es sich wahrlich sehen lassen. Genauer gesagt: Können sie sich sehen lassen.

Der Schöpfer hat seine Tiere ins Freie entlassen. Sie verweilen noch bis zum 31. Oktober im Herrenhaus des Stadthauptmannshofes (Mölln). Wie viel Schweiß und Hader ihnen innewohnen, weiß allein der Künstler. Sicher ist, dass die Stücke sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr zu besichtigen sind.

Die Ausstellung trägt den Titel „Form – Farbe – Fantasie: Gestaltung ohne Grenzen“.

Weitere Infos unter www.skulpturei.de.

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Meinhard Füllners liebstes Stück

Noch bis zum 31. Oktober präsentiert die Stiftung Herzogtum Lauenburg Meinhard Füllners Werkschau „Form – Farbe – Fantasie: Gestaltung ohne Grenzen“. Die Ausstellung im Möllner Stadthauptmannshof ist sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr zugänglich. Im Gespräch mit Kulturportal-Herzogtum.de stellt Füllner dem Publikum sein Lieblingsstück vor.

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Wesentliches im Fokus

Die obligatorische Herbstausstellung der Stiftung Herzogtum Lauenburg läuft. Und sie kann sich wahrlich (an-)sehen lassen. Meinhard Füllners Werkschau „Form – Farbe – Fantasie: Gestaltung ohne Grenzen“ – kuratiert von Antje Ladiges-Specht hat Klasse. Nebenbei gibt sie einen Überblick über das Schaffen des Poeezer Künstlers.

Die im Herrenhaus des Möllner Stadthauptmannshofes gezeigten Objekte belegen eindrucksvoll, dass der Ausstellungstitel kein leeres Versprechen ist. Füllner nutzt verschiedensten Materialien wie Acryl, Acrylglas, Ton, Holz, Polyester oder Stahl. Scheinbar mühelos gelingt es ihm dabei, zwischen den verschiedensten Techniken zu wechseln. Wo auch immer der Blick hinfällt, das Streben nach Perfektion springt ins Auge. Das gilt für Füllners aus einzelnen Holzmodellen zusammengefügte Vogelschwärme, für seine abstrakt gemalten Tierherden oder seine Edelstahl- und Tonskulpturen.

Vielfältig zeigt sich der Künstler auch bei der Wahl seiner Sujets. Seine Werke zeigen Tiere, Menschen und Pflanzen. Sie eint, dass sie allesamt mehr oder weniger abstrakt sind. Ein purer Naturalismus ist Füllner fremd. Die Idee eines Wesens ist ihm wichtiger als das Detail. Das Erkennen folgt der perfekten Umsetzung der Idee – beispielsweise einer bestimmten Körperhaltung. Alles Weitere überlässt er dem Auge des Betrachters.

Die Ausstellung ist noch ist bis einschließlich 31. Oktober jeweils sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei. Parallel zur Ausstellung hat der Künstler einen Katalog herausgegeben, der vor Ort kostenlos erhältlich ist. Er kann außerdem auf www.skulpturei.de heruntergeladen werden. Mit Ausnahme einiger Leihgaben sind viele Exponate käuflich. Zudem ist es möglich, Skulpturen nachzufertigen.

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Maria Baptist und der Fluss des Spiels

Maria Baptist ist zarte 18 Jahre alt, als ihr von der Weltgeschichte die Freiheit zu Füßen gelegt wird. Die junge Frau, geboren 1971 in Ost-Berlin, nimmt das Geschenk dankbar an. Nach dem Fall der Mauer zieht sie mit Sack und Pack nach New York. Die amerikanische Metropole bietet der jungen Frau die Chance, sich musikalisch weiterzuentwickeln. Und: Sie ist eine bedeutende Wiege des Jazz. Bedeutende Größen wie Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Thelonious Monk und Sarah Vaughn haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Für Maria Baptist ist es der Aufbruch in eine Karriere, die scheinbar keine Grenzen kennt. Sie nutzt ihre Leidenschaft und Liebe für die Musik: an ihrem Instrument, dem Klavier, und beim Komponieren. Schwerelos wirkt es, wenn sie zwischen festgelegten Tonfolgen und Improvisationen wechselt. Sie schreibt Musik für kleine und große Besetzungen. Das Album „City Grooves“ – das sie bei ihrem Jazz Orchester-Debüt verantwortet – wird für den Echo nominiert. Die Presse überschlägt sich, wenn sie ihre Werke in kleineren Formationen präsentiert. Die Kritiker lieben Alben wie „Crazy Dreams“ (1998), „Music for my Trio“ (2005), „Spring in Berlin“ (2010) und „Gate 29“ (2012).

Das Spannende daran: So wie die Pianistin ist auch die Komponistin: Maria Baptist kann schnell und langsam, einfühlsam und kraftvoll, kompliziert und leicht. Nichts scheint ihr fremd und nichts scheint ihr unmöglich. Ihren Vater, Pianist wie sie, und ihre Großväter, die als Komponisten tätig waren, hat sie längst hinter sich gelassen.

Ihr Wissen und ihr Können gibt sie heute an die kommende Musikergenerationen weiter. Maria Baptist ist aktuell als Professorin der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin tätig. Dort unterrichtet sie ihre eigene Kompositions-, Arrangier- und Improvisationsklasse. Zudem hält sie „Masterclasses“ – unter anderem an der „Academy of the Arts“ (Reykjavik) oder an der Franz-Liszt-Musikakademie (Budapest).

All dies hindert sie nicht daran, Konzerte zu geben. Am Sonnabend, 25. September, ist sie im Rokokosaal des Kreismuseums (Ratzeburg) mit ihren Kollegen Fabian Timm (Bass) und Jesus Vega (Schlagzeug) als „Maria Baptist Trio“ zu hören. Konzertbeginn ist um 20 Uhr.

Anlass ist das zweitägige Jazzfestival von „Jazz in Ratzeburg“, mit dem der Verein seinen 20. Geburtstag feiert. Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Sommerkultur – Schleusen auf für Begegnung“, für das sich diverse Kulturschaffende im Kreis mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg zusammengetan haben. Das Projekt wird im Programm „Kultursommer 2021“ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus „Neustart Kultur“ gefördert.

Foto: Maria Baptist Music

https://www.youtube.com/watch?v=0KoqfV65hUM
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Mann. Frau. Klang.

Es treffen sich zwei in einem Gotteshaus. Mann und Frau. Sie kennen einander schon lange. Sie gehen in den Dialog. Parlieren. Lassen Worte und Instrumente für sich klingen. Über zwischenmenschliche Beziehungen. Über Liebe.

Nein, dies ist nicht der Anfang einer Geschichte. Es ist die Essenz, in der Laura Gericke und Roland Wendling am Sonnabend, 25. September, ab 20 Uhr in der Christuskirche Düneberg (Geesthacht) unter dem Titel „Schöneheit“ ein Spiel aus Sprache und Musik inszenieren. Unterstützt werden sie dabei von Kantor Gregor Bartor, der an der Orgel zum Klang der Sprache improvisiert.

„Uns geht es nicht so sehr um das Visuelle“, sagt Gericke. Eine Aussage, die nicht überrascht. Schließlich gehört die Performance zur Reihe „Sound Catching – Klänge am Wegesrand“. Gericke hofft auf eine interessierte Zuhörerschaft, die den Vokalen und Konsonanten, den Orgelpfeifen und der Percussion folgt.

Die Worte stammen im Übrigen alle aus der Feder von Gericke und Wendling. Wendling lässt zudem Bongos, Timbales & Co. sprechen. Alles soll miteinander verwoben sein. Und der Raum? Die Christuskirche? Ist nichts desto trotz ein Faktor für die Performance. Schon weil der Gastgeber ein hilfsbereiter Mensch ist: „Pastor Heisel hat uns angeboten, Kerzen anzuzünden“, meint Gericke. Letztendlich ist der Ort immer ein Faktor für die Wahrnehmung: Ihm entkommen kann nur, wer die Augen schließt.

Die Reihe „Sound Catching – Klänge am Wegesrand“ ist Teil des Projektes „Sommerkultur – Schleusen auf für Begegnung“, für das sich diverse Kulturschaffende im Kreis mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg zusammengetan haben. Das Projekt wird im Programm „Kultursommer 2021“ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus „Neustart Kultur“ gefördert.

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Tage des Soul, Tage des Swing

Nach langer Pandemie-Pause meldet sich „Jazz in Ratzeburg“ mit einem zweitägigen Festival zurück. Von Freitag, 24. September, bis Sonnabend, 25. September, hat der Verein gleich eine ganze Reihe erstklassiger Künstlerinnen und Künstler in die Domstadt eingeladen. Zum Auftakt am 24. September spielt das „Matti Klein Soul Trio“ in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule (Bahnhofsallee 22). Mit an Bord hat das Ensemble die international erfolgreiche Sängerin Pat Appleton. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.

Weiter geht es mit den Konzerten auf der Domhalbinsel. Am Sonnabend, 25. September, macht die Bigband der Lübecker Musikschule den Anfang. Ab 14 Uhr präsentieren die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne vor dem Kreismuseum Klassiker des Jazz und Swing sowie Hits aus den Bereichen Soul und Funk.

Im Rokokosaal des Kreismuseums sind es dann ab 15 Uhr Lajos und Kjell, die mit ihrem ungewöhnlichen Zusammenspiel von Klavier und Gitarre das Publikum in den Bann ziehen wollen. Das Duo, das aus Bargteheide stammt, arbeitet seit mittlerweile sieben Jahren zusammen. In der Vita der beiden Musiker stehen der Sieg beim Wettbewerb „Jugend jazzt“ sowie Auftritte auf großen Festivals wie „JazzBaltica“.

„Samba Zamba“ machen wollen um 16 Uhr die jungen Trommlerinnen und Trommler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums auf der Bühne vor dem Kreismuseum. Rhythmisch gewirbelt, geklopft und geschlagen wird auf Instrumenten wie Marimba und Vibraphon. Zum Einsatz kommt aber auch Selbstgebautes aus Schrott. Die Leitung der rund 20 Schülerinnen und Schüler hat Benjamin Lütke.

Ein Sänger mit großer Swing-Stimme und ein virtuoser Gitarrist geben sich um 17 Uhr in der Galerie Noffke (Domhof 41) ein Stelldichein. Ken Norris und Ulf Meyer teilen die Liebe zum Jazz und möchten sie mit ihrem Programm „Duets“ weitergeben. Norris ist Professor für Vokaljazz an der Hochschule für Musik & Theater Hamburg. Ulf Meyer ist nicht nur ein extrem fingerfertiger und gefühlvoller Gitarrist, der auf den großen Jazz-Bühnen zu Hause ist. Er hat sich zudem als Komponist einen Namen gemacht.

Dem virtuosen Gesang und Spiel von Norris und Meyer folgt ab 18.30 Uhr vor dem Kreismuseum feurige Musik: Unter dem Motto „Spanish Grooves – Flamenco meets Jazz“ betreten dort Tom Hickstein und Elva La Guardia die Bühne. Das Duo sprengt die Grenzen mehrerer Genres und kreiert aus Flamenco, Pop und Jazz einen eigenen Stil.

Absoluter Höhepunkt des Festivals dürfte schließlich der Auftritt des „Maria Baptist Trios“ sein, das um 20 Uhr im Rokokosaal des Kreismuseums zu hören ist.

Die preisgekrönte Pianistin und Komponistin Maria Baptist hat sich den Ruf als eine „Schlüsselfigur des modernen Jazz“ erarbeitet. Die in Berlin geborene Künstlerin bringt in ihre Kompositionen und Arrangements ein breites musikalisches Spektrum ein. Ihr Schaffen pendelt dabei zwischen Piano solo und Orchester-Sound.

Karten für das „Maria Baptist Trio“ sowie für den Auftritt des „Matti Klein Trios feat. Pat Appleton“ gibt es in der Buchhandlung Weber (Ratzeburg, Herrenstraße 10) oder bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg (Mölln, Hauptstraße 150). Für alle andere Konzerte ist der Eintritt frei.

Mit dem Jazzfestival begeht „Jazz in Ratzeburg“ seinen 20. Geburtstag. Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Sommerkultur – Schleusen auf für Begegnung“, für das sich diverse Kulturschaffende im Kreis mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg zusammengetan haben. Das Projekt wird im Programm „Kultursommer 2021“ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus „Neustart Kultur“ gefördert.