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Ran an den Shakespeare!

2020 blieben die Kanus an Land. Gut sichtbar zwar. Dank einer Kunstinstallation. Aber Kanus an Land? Für den von der Stiftung Herzogtum Lauenburg veranstalteten KulturSommer am Kanal ist damit auf Dauer kein „Start“ zu machen. Die Boote gehören ins Wasser. Besetzt mit Männern und Frauen, die sich auf den Weg machen, um auf dem Schaalseekanal Zeugen dramatischer Handlungen zu werden.

Und so ist Michelle Affolter in diesen Tagen dabei, die Kanu-Wander-Theater-Aufführung zu planen. Auf dem Spielplan steht „Was ihr wollt“. Schon im vergangenen Jahr wollte die Schweizer Regisseurin die Shakespeare-Komödie inszenieren. Das Skript lag bereits fertig auf ihrem Schreibtisch. Auch erste Treffen mit Mitwirkenden hatte es gegeben. Es lief. Bis dann – ja, bis dann ein Kleinstlebewesen die ganz große Regie übernahm und ein Schauspiel präsentierte, wie es die Welt bis dato nicht gesehen hatte.

Jetzt also der zweite Anlauf. Affolter hofft, dass es diesmal klappt. Die große Unbekannte bleiben die Infektionszahlen. „Wir müssen abwarten“, sagt sie. „Im Mai möchten wir gerne proben. Aber wir wissen natürlich nicht, was noch für Maßnahmen kommen.“ Was sie meint: Über ihrer Inszenierung hängt ein Damokles-Schwert, neudeutsch Lockdown genannt.

Aber wie so viele Künstlerinnen und Künstler lässt sie sich davon nicht beirren. Im Gegenteil: Bei Affolter herrschen Vorfreude und Optimismus vor. Die Vorbereitungen für die Produktion sind im vollen Gange. „Aktuell arbeite ich am organisatorischen Feinschliff“, sagt sie. So eine Aufführung besteht halt nicht nur aus Proben. Viele andere Dinge wollen bedacht sein. Und auch wenn die Inszenierung 2020 durchgeplant war, ist die Theaterwelt nicht im Dornröschenschlaf verharrt. Die Koordinaten ändern sich. Selbst in diesen Zeiten, wo allenthalben der Stillstand des Kulturbetriebs beklagt wird.

„Einige Darsteller sind mittlerweile gar nicht mehr im Norden“, sagt Affolter. Will heißen: Für das Kanu-Wander-Theater 2021 mussten Rollen neu besetzt werden. Hinzu kommt, dass durch die Pandemie Massenszenen tabu sind. Die Fechtszenen sind deshalb raus. Ebenso der Auftritt eines Kinderchores. „Das hat natürlich Konsequenzen“, stellt die Regisseurin klar. „Wenn man keine Massenszenen mehr hat, muss man das Stück neu denken.“ Die Konsequenz: Affolter hat das Skript umgeschrieben und Umbesetzungen vorgenommen. Statt von 80 Akteuren wird das Stück nun von einem Ensemble mit 50 Personen aufgeführt. Darunter mehr als zehn Profis.

Sie alle stehen nun in den Startlöchern, um sich ihre Rolle anzueignen. Das Skript zum Einstudieren sollen sie in rund zwei Wochen in den Händen halten. Damit es dann im Juni am Schalseekanal heißt: Rein in die Boote! Ran an den Shakespeare!

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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Was machen eigentlich die Rincks?

Gut zwei Monate sind es noch bis zum Start des KulturSommers am Kanal. Für die Fitzener Marina und Heiko Rinck hat das lange Warten auf ein Heimspiel dann hoffentlich ein Ende. Wegen der Pandemie hatten sie 2020 alle geplanten Konzerte im „Heu-Saal“ und im Garten ihrer Privatpension „Schönes vom Dorf“ absagen müssen. Darunter auch die zwei KulturSommer-Auftritte von Lorenz Stellmacher.

Diese Auftritte möchte der Musiker nun gerne nachholen und die Rincks sind dabei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. „Wir sind hier am Machen und am Tun“, sagt er. Aktuell muss man sein „wir“ allerdings durch ein „ich“ ersetzen. Marina Rinck ist vor ein paar Wochen gestürzt und dabei auf ihre neue Hüfte gekracht. Die Folge: eine zweite OP mit anschließender Reha. Deshalb kümmert sich Heiko Rinck in diesen Tagen allein um die Vorbereitung auf die Saison. Dazu zählen normalerweise neben den KulturSommer-Konzerten, fünf bis sechs weitere Live-Events sowie die Vermietung von Zimmern.

„Man muss natürlich abwarten, was möglich ist“, räumt er ein. Ungeachtet dessen hat er bereits eine Plexiglasscheibe über dem Tresen angebracht. Zudem gibt es nun eine „Einbahnstraßenregelung“ für die Gäste. Es geht also trotz des Malheurs seiner Frau voran. Und selbst wenn ihnen Covid oder irgendetwas anderes einen Strich durch die Rechnung machen sollte, wäre es kein Weltuntergang. Als Ruheständler würden sie das alles aus Spaß an der Freud machen, so Heiko Rinck.

Allerdings ist die Sehnsucht, zumindest ein Stückchen des alten Lebens zurückzuerobern, wie bei so vielen anderen pandemiemüden Menschen auch im Hause Rinck sehr groß. „Die Konzerte und das ganze Drumherum fehlen uns“, meint Heiko Rinck.

Die Hoffnung, dass es bei ihnen in Fitzen 2021 endlich wieder Veranstaltungen geben wird, ist auf jeden Fall da. Weitere Informationen zum KulturSommmer am Kanal gibt es auf der Webseite des Festivals. Der von der Stiftung Herzogtum Lauenburg veranstaltete KulturSommer wird unterstützt von der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (Premiumpartner).

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Das kleine 1 x 1 des KulturSommers

Mit rund 90 Veranstaltungen in vier Wochen ist der KulturSommer am Kanal das größte Kulturereignis im Kreis Herzogtum Lauenburg. Seine Geburtsstunde feierte das Festival 2006. Seither findet es jährlich statt und hat sich mehr und mehr zu einem Publikumsmagnet entwickelt. Angefangen mit ein paar Hundert Gästen durchbricht der KulturSommer am Kanal mittlerweile regelmäßig die Schallmarke von mehr als 20.000 Besucherinnen und Besuchern.

Veranstalter des KulturSommers am Kanal ist die Stiftung Herzogtum Lauenburg, die offiziell für die Kulturarbeit des Kreises Herzogtum Lauenburg zuständig ist. Deren Ziele sind die Förderung unterschiedlichster Genres wie Kunst, Theater, Literatur, Tanz und Musik auf dem Land und in der Stadt und die Vernetzung und Einbindung möglichst vieler Akteure und gesellschaftlicher Gruppen. Hierfür ist der KulturSommer am Kanal das Beispiel par excellence: Die Veranstaltungen finden tatsächlich an den verschiedensten Orten statt. Zudem hat das Festival diverse Veranstaltungsformate entwickelt, für die unterschiedliche Personen und Vereine, Clubs, Treffs und Gruppen zusammenarbeiten.

Besonderes Kennzeichen des KulturSommers am Kanal sind die erfolgreichen Eigenproduktionen. Das Festival lädt zu Operetten und Opern auf dem Land, zu Schauspielen in Parks und zum Kanu-Wander-Theater, das klassische Stoffe wie Shakespeares „Sommernachtstraum“ frisch und modern inszeniert. Es ermöglicht dem Publikum Begegnungen mit Ernst Barlach, Thomas Mann und Theodor Storm. Macher und Ideengeber hinter all diesen Produktionen ist Intendant Frank Düwel, der 2018 für seine Inszenierung „Storm – das Meer – Du“ mit dem Theodor-Storm-Preis ausgezeichnet wurde.

Weiteres Highlight des Festivals sind die bunten Eröffnungsfeiern unter freiem Himmel. 2019 war das Kanalufer in Berkenthin mit seiner alten Kirche und der Fußgängerbrücke Schauplatz. 2021 geht es zum Auftakt ans Büchener Ufer. Darüber hinaus locken Veranstaltungen wie der traditionelle Kunsthandwerkermarkt in Siebeneichen jedes Jahr zig Besucherinnen und Besucher an.

Geografisch ist der KulturSommer am Kanal mit seinen Veranstaltungen im gesamten Kreisgebiet vertreten. Grundsätzlich kann jede Gemeinde, jeder Platz und jede Stätte zum Ort werden, an dem Musik, Spiel, Tanz oder andere Performances stattfinden. Hier hat der Kreis mit der Elbe, den Lauenburgischen Seen, dem Sachsenwald und dem Schaalsee diverse außergewöhnliche Naturräume zu bieten.

Der KulturSommer am Kanal nutzt die Vielfalt und Schönheit der Landschaften für die Programmgestaltung. Events in geschlossenen Räumen bilden die Ausnahme. Die Regel sind Open Air-Events. Für Intendant Düwel liegt das Spiel im Freien – das Spiel mit den Gezeiten und den Elementen – in der Matrix des Festivals. Die Geschichten liegen in den Landschaften und auf den Wegen. Aufgabe der Kultur ist es, sie aufzulesen und in Kunst zu verwandeln.  

Kontakt: KulturSommer am Kanal, Hauptstraße 150, 23879 Mölln, Tel. 04542-87000, kultursommer@norden-theater.de

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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Der KulturSommer am Kanal macht sich los

Der KulturSommer am Kanal 2021 rückt näher. Das von der Stiftung Herzogtum Lauenburg veranstaltete Festival macht sich ab dem 5. Juni los – es geht an die Wegesränder, hinein in die Gärten und in die Natur. Der Highlight-Flyer, der gerade erschienen ist, dokumentiert eindrucksvoll den Freiluftcharakter der Großveranstaltung. Open Air-Event reiht sich da an Open Air-Event. Das Festival folgt damit konsequent einer Fährte, die es selbst gelegt hat.

„Wir werden mit dem KulturSommer noch landschaftlicher“, sagt dazu Intendant Frank Düwel. „Gleichzeitig sind wir noch stärker im gesamten Kreisgebiet präsent.“ Die Einbettung der Veranstaltungen in die Landschaft treibt Düwel schon länger um. Immer wieder gab es in den letzten Jahren Freiluftformate wie das „Singen am See“ oder das „Kanu-Wander-Theater“. Die Pandemie hat sich hier als Glück im Unglück erwiesen. 2020 verlegte Düwel im Zusammenspiel mit Managerin Farina Klose einen Großteil der Veranstaltungen ins Netz und nach draußen. In diesem Jahr heißt es nun: Alles ohne Netz, dafür mit doppeltem Boden – beziehungsweise alles auf lauenburgischer Erde.

Der Blick auf den Flyer zeigt: Die Kunst am Wegesrand ist wieder dabei. „Damit waren wir letztes Jahr sehr erfolgreich“, so der Intendant. 2021 sattelt das Duo nun drauf – unter anderem mit der Kunst am Wegesrand für Kids, mit Gartenkonzerten, mit einem poetischen Spaziergang auf den Geesthang und einer Begegnung mit Thomas Manns „Zauberberg“.

„Am Ufer – die Freiheit“ haben Düwel und Klose den KulturSommer getauft. Und tatsächlich eröffnen sie dem Publikum Gelegenheiten, sich in alle Himmelsrichtungen zu bewegen. „Bei uns sind die Besucherinnen und Besucher frei“, sagt Düwel. Die erste Gelegenheit bietet sich, wenn es zur Eröffnung am 5. Juni heißt „Büchen erFahren“. Mit dem Rad schickt das KulturSommer-Team das Publikum auf eine Kunsttour. In kleinen Gruppen geht es von Station zu Station, wo sich den Besucherinnen und Besuchern ungeahnte ästhetische Welten eröffnen.

Formate wie „Parkgeflüster“ – ein Event für Slammer und junge Literatinnen und Literaten – sowie Beat’n’Dance für Kids zeigen eine weitere Entwicklung des Festivals: „Der KulturSommer am Kanal soll ein Event für Jung und Alt sein, ein Ereignis für die gesamte Familie“, sagt Farina Klose. „Deshalb bieten wir auch eine ganze Reihe von Formaten für Jüngere an.“

Den Flyer können Interessierte auf www.kultursommer-am-kanal.de und auf www.kulturportal-herzogtum.de herunterladen. Darüber hinaus ist er in den Filialen der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg – Premiumsponsor der Stiftung Herzogtum Lauenburg – ausgelegt.

Foto: Marie Weinreich

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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Draußen auf unbekanntem Terrain

Für den KulturSommer am Kanal begibt sich Ingrid Kunstreich auf unbekanntes Terrain. Klar ist für sie nur, dass es nach draußen geht – ins Freie. „Es kann sein, dass wir mal an einem Fluss, mal mitten in einer Stadt oder in einem Park singen“, sagt die Kastorferin.

Schlaflose Nächte bereitet ihr das nicht. Kunstreich ist nicht nur eine erfahrene Sängerin. Sie ist ein Vollprofi. Die 60-Jährige hat Gesang studiert, Chorleitung an einer Akademie gelernt und jede Menge Erfahrung angehäuft. Seit zig Jahrzehnten leitet sie Gesangensembles. Aktuell ist sie für vier Chöre verantwortlich. Dazu zählen die Baltic Jazz Singers, der Frauenchor Ratzeburg, der Berkenthiner Kirchenchor sowie in Schiphorst ein großer gemischter Chor.

Und dennoch: Das Singen unter dem Dach der Welt ist etwas Besonderes und durchaus eine Herausforderung. „Ich weiß nicht, ob es regnet“, sagt Kunstreich, „ich weiß nicht, wie der Wind weht. Wir müssen da ganz spontan sein. Aber ich freue mich auf die Begegnung mit den Menschen.“

Der Chor formiert sich immer erst vor Ort. Proben ist nicht. Das KulturSommer-Format „Singen und Klänge in der Natur“ bedeutet: Wer da ist, kann mit einstimmen. Um die Hemmschwelle herunterzusetzen, hat sich Kunstreich die Unterstützung ihrer „Baltics“ gesichert. Der gemischte Chor soll auch die schüchternen Männer und Frauen zum Singen ermutigen. Zudem werden die Sängerinnen und Sänger von einem Instrumentalisten begleitet. Und: Die Songs, die Kunstreich aufrufen will, kennt jede(r). Dazu gehören bekannte Volkslieder und legendäre Schlager von Udo Jürgens bis Vicky Leandros.

Wenn es dann endlich losgeht, werden die Sängerinnen und Sänger einen Moment brauchen, um sich an die Open Air-Kulisse zu gewöhnen. „Man hört sich mit allem, was man zu bieten hat“, sagt Kunstreich, „Man nimmt sich selbst sehr stark wahr.“ Die akustische Situation sei eine komplett andere als in einem Saal.

Dafür winkt das Gefühl von Freiheit in der Gemeinschaft: Sich draußen versammeln zu können, zu spüren, wie etwas Gemeinsames erwächst und ein Teil davon zu sein. Für Fragen der Akustik bleibt da kein Raum – schon gar nicht, wenn mit Chorleiterin Kunstreich eine so professionelle Impulsgeberin am Start ist, die sich das Motto des KulturSommers am Kanal „Am Ufer – die Freiheit“ offenbar auf die Fahnen geschrieben hat: „Ich freue mich darauf“, sagt sie, „mit Chor und Publikum neue Räume zu erobern“.

Die Orte und Termine für das „Singen und Klänge in der Natur“ werden während des KulturSommers am Kanal über die Webseite und über die App des Festivals veröffentlicht. Auch die Liedtexte werden Online zur Verfügung gestellt. Das Festival findet vom 5. Juni bis 5. Juli statt.

Foto: Sonja Filitz

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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Das ist der neue Flyer

Der Flyer für den KulturSommer am Kanal ist da. Blau auf Gelb listet er die Höhepunkte auf. 13 Stück sind es an der Zahl, die das Festival der Stiftung Herzogtum Lauenburg für das Publikum vom 5. Juni bis 5. Juli parat hält. Viel Neues ist dabei und viele Veranstaltungen finden unter freiem Himmel statt.

Den Weg ins Programm gefunden haben mit der Kanu-Wander-Inszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“ und der Komödie „6 Tanzstunden in 6 Wochen“ auch zwei große Schauspielinszenierungen. Beide mussten im vergangenen Jahr wegen der Pandemie abgesagt werden. Eröffnet wird der KulturSommer am Kanal 2021 in der Gemeinde Büchen.

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.