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Weihnachten in Zeiten der Pandemie

Das Weihnachtsfest in Zeiten der Pandemie – 2021 erleben wir die Fortsetzung dieser Geschichte, die 2020 ihren Anfang nahm. Die Vorzeichen haben sich seitdem ein wenig geändert. Es gibt die Impfungen, es gibt mit Omikron eine weitere Virus-Variante, es gibt die höchsten Inzidenzen seit Ausbruch der Seuche, es gibt ein Gesundheitssystem, das aufgrund der vielen Covid-19-Fälle in den Krankenhäusern dem Kollaps so nahe wie nie ist.

Weihnachten lässt sich also auch in diesem Jahr nur mit Vorsicht genießen. Die Politik hat die Zügel mittlerweile wieder angezogen. Kontakte sollen möglichst reduziert werden. Klar: Das eine oder andere Event steht dank 2G und 2G+ weiterhin auf dem Programm. Aber viele Kirchengemeinden und Veranstalter haben längst Konsequenzen gezogen und verzichten vorsorglich auf weihnachtliche Konzerte und Events.

Das ist so verständlich wie traurig. Wenn die Pandemie eines gezeigt hat, dann wie wichtig es für uns Menschen ist, zusammenzukommen und gemeinsam schöne Dinge zu erleben. Andererseits: Wer möchte schon gerne dafür verantwortlich sein, dass Menschen sich anstecken und womöglich schwer erkranken? Wer will schon einen Beitrag zur weiteren Überlastung der Krankenhäuser leisten?

Hoffen wir, dass sich die Lage 2022 grundsätzlich wandelt und ein „normales“ Weihnachten wieder möglich ist. Für 2021 gilt es, das Beste aus der Situation zu machen. Möge es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gelingen. Ich wünsche Ihnen im Namen der Stiftung Herzogtum Lauenburg ein frohes Weihnachtsfest!

Helge Berlinke

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Krippenspiele, Christvesper & Gottesdienste

Das Corona-Virus stellt die Menschen im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg im zweiten Jahr zum Fest der Liebe vor große Herausforderungen – schon wieder. Denn es gilt, Abstand zu halten, um die vierte Welle zu brechen. Wie genau die Lage am 24. Dezember aussieht, weiß heute niemand. „Es gibt aber trotzdem viele Möglichkeiten, ein stimmungsvolles Weihnachtsfest vorzubereiten“, sagt Ines Langhorst, Sprecherin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg.

Ein großer virtueller Chor wird im liveline-Onlinegottesdienst an Heiligabend um 15 Uhr „O du fröhliche“ singen. Der Gottesdienst wird auf dem Youtube-Kanal des Kirchenkreises gestreamt und zudem bei BibelTV übertragen. Die Predigt hält Pröpstin Petra Kallies.

In den Gemeinden laufen darüber hinaus die Vorbereitungen für verschiedene Gottesdienste. So wird Pröpstin Frauke Eiben am Heiligabend um 17 und um 23 Uhr in der Ratzeburger Petrikirche predigen. Zuvor stehen dort um 14 und 15.30 Uhr zwei Familiengottesdienste mit Pastorin Wiebke Keller auf dem Programm. Auch der Dom öffnet am Heiligabend seine Pforten: Um 15, 16.30 und 18 Uhr gibt es drei Christvespern mit Domprobst Gert-Axel Reuß. Um 22 Uhr setzt sich dann Kantor Christian Skobowsky an die Orgel und spielt Musik zur Christnacht. Für die Christvespern werden Anmeldungen unter http://www.ratzeburgerdom.de/pdf/christvesper_anmeldung_2021.pdf entgegengenommen.

Die Kirchengemeinde Geesthacht lädt am 24. Dezember vor der St. Salvatoris-Kirche um 13.30 Uhr und 15 Uhr zu halbstündigen Krippenspielen. Es folgen – ebenfalls unter freiem Himmel – um 16.30 Uhr, 18 Uhr und 23 Uhr drei Christvespern. Eine Anmeldung für die Veranstaltungen über www.kirche-geesthacht.de ist notwendig. Wer dabei sein möchte, muss einen Nachweis mitbringen, dass er oder sie geimpft, genesen oder getestet ist.

In der Kirchengemeinde Lauenburg lädt Pastor Philipp Graffam am Heiligabend um 14.30 sowie um 16 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche zu Gottesdiensten mit Krippenspiel ein. Dabei unterstützt wird er von der Theatergruppe „Thekila“ sowie von Konfirmandinnen und Konfirmanden. Überdies hält Pastor Graffam in der Maria-Magdalenen-Kirche ab 23 Uhr eine Predigt zur Geburt Christi. Für die Gottesdienste gilt die 2G-Regel. Anmeldungen werden unter kirchenbuero@kirche-lauenburg.de angenommen.

In Schwarzenbek ist am Heiligabend die St. Franziskus-Kirche zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet. Das Gotteshaus ist mit einem Weihnachtsbaum, mit Lichtern und einem Krippen-Weg festlich geschmückt.

Die Kirchengemeinde lädt an Heiligabend ferner zu drei Open Air-Gottesdiensten ein. Um 14 und 15 Uhr gibt es zunächst zwei Predigten auf dem Platz „Unter der Brücke“. Um 16 Uhr folgt dann ein weiterer Gottesdienst auf dem Platz vor dem Evangelischen Freizeitzentrum St. Elisabeth.

In Mölln plant die Evangelisch-Lutherische Gemeinde für Heiligabend fünf Gottesdienste unter freiem Himmel. Sie finden um 14, 15, 16, 17 und 18 Uhr auf dem Marktplatz statt und dauern zwischen 15 und 20 Minuten.

Foto: KK LL_bm

Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ist Premiumpartner der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

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De Wiehnachsmann sien Engel heet Erika

De Geschicht kann wohr sein – mutt awers nich: Dat is noch gornich so lang her, dat kann sick blotes so um 40 bit 50 Johr hanneln, dor keem an „Hilligen Owend“ bi Familien, de lüttje Kinnner harrn, ümmer de Wiehnachsmann. Dat weer öwer johrelang ümmer de sülvige Kirl. Un wiel he dat so good moke, un man marke em dat ook an, dat he dor Lust un Spooß to harr, dor schnacke sick dat jo rüm, dat man to „Hilligen Ovend“  een Wiehnachsmann bestellen kunn, de dat ganze „Drum un Dran“ nett un örnllch ower de Bühne bröchte, as man so seggt: He weer „im wahrsren Sinne des Wortes“ de fröhliche un goode Vertreder vun de Verkünnung vun Jesus Geburt. So, dat vörweg !

Nu passerte een Wiehnachen mol wat, womit de Wiehnachsmann in sien Leven jo nienich rekent harr: „Bubs di swupps“ harrn sick doch veertein Familien bi em mellt wo he an „Hilligen Owend“ de Geschenke an ehre Kinner övergeven schull. Jo, segg he in sien övermötigen Lichtsinn, mook ick, mook ick.

Ansünsten harr he jo blots höchsens dere Familien besöcht, awers nu?

Sien Fru keem in’e Puschen: Dat duert doch all veel tolang!  Dat schaffst du doch gor nich! Jo, hest recht – erstmol de Tied utreken. Also, normale Tied, pro, is so 15 bit 20 min, mit Gediche opsegggen un so wieder – bi een Familie, so Satz. – Minsch. dat sünd bi 14 Familien jo öwer 3 ½ Stünnen, dat ward jo veel to laat; un öwerhaupt: um halvi söben heff ick de Goos op’n Disch: un dor leet de Fru vun’n Wiehnachsmann ook nich mit sick hanneln.

Also good, de Wienachsmann sette sick henn un moke sick een Tiedplon torecht, he reep bi all Familien an, wann he an Hilligowend denn toerst un toletzt komen kunn – un dann  harr he ook all’ns torecht, blots, he müsse allerdings all nohmiddags üm Klock dree los, dormit he dat man alln’s so bit halvig söben öwer de Bühne kreeg. Bi Petersens toerst, dann de Clausens – dann de Heningsens – no de Hausschilds – dann de – un dann de – un so wieder un so wieder, bit ton Sluß – ach, verdammi de Möllers heff ick doch vergeten, de mit de twee frechen Göhrn. De Möllers wohnten jüst gegenöwer vun den Wiehnachsmann sien Melkloden, richti! 

De Lesers hebbt nu good spekuleert:  De Melkmann is de Wiehnachsmann! De Wiehnachsbesööke an Hilligen Owend leepen egentli no een un datsülvige Schema aff: „Hallo – hier is de Wiehnachsmannn – nette Begröten – wie heetst du – sünd ji ook immer artig west – wer kann een Gedicht – naja, un dann wurr dat Gedicht meistens so’n beten wat dorher stomert – dann de Geschenke öwergewen un dann Bedanken – un wenn ji dat ganze nüe  Johr artig sünd,  koom ick anner Johr wedder. Tschüß ook – föhliche Wiehnacht!“

So, orer so ähnlich sünd de Besööke Johr vör Johr afflopen mit veel Snack un Fröhlichkeit för beide Sieden: Familjen wie Wiehnachsmann! – So, nu is eegentli mien Geschicht to Enn, denn wat nu kümmt, dörpt eegentli keen anner weten, is all schlimm genog, dat de Familien Petersen un Möller dat mitkreegen hebbt.

Öwerhaupt sünd de dran Schuld, dat de Wiehnachsmann meist so’n beten in’e Bedrullje keem. Awers ick vertell doch wieder, wiel ji jo sünst nich to weten kriggt, wieso de Engel vun Wiehnachsmann Erika heet.  Also dat füng dormit an, dat de Wiehnachsannn bi de Perersens mit „Groot Hallo“ in Empang nohm wurr. Nee, nich vun de Kinner, de werrn gor nicht to sehn: Vun dat Ehepaar Petersen sülm mit de beiden Bröder und Schwestern, de Öllern ook noch dorbe, un de harrn doch tatsächli all jeder een grootet Glas Whisky-Cola in’e Hann, weer meist all leddig, dat Glas, un wenn man sick dat genau beluerte: Dat wär mit Sekerheit nicht dat erste Glas mit Sprit.

Un denn – nu man los op’e Wienachsmann: De Wiehnachsmann hett jo so’n Döst, un richti, se harrn de Gesmack vun em dropen, – noch’n Glas – se hebbt dat wüßt, no all de Johrn wo se sick kennen dehn. „Tja un nu? frogt de Wiehnachsmann, de Kinner. Ach ja – Christine – Walter – Uwe.“ Mudder Petersen reep irgendwie no de Köök rin, un dann keemen se ook all anscheeßt, ohne irgendwecke Schuch un klammerten sick an sien Wiehnachsmantel.

„Wer kann een Gedicht“? de lütte Christine mellt sick – un nn kummt vör den Wienachsmann un vör all de annern Groten  een wunerbore Geföhl in’e Boss – man denkt sülm  mol gau an fröher torüch,  meist so’n hillige, sünnerbore Gedanken, kanns gor nich beschrieven – eben vörher noch so’n  Larm in’e Bood, nu mit eenmol musingstill: de lütte Christine, so dree – veer Johr old, op’e Schoot vun Wiehnachsmann, alle negen Personen üm em ’rum: „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei dann vier dann steht das…äh.. äh..äh.. se wußt nich wieder. Ehr Mudder wurr licht nervös:  na, Chrischi, man weiter, Chrischi kickt den Wiehnachtsmann an, de will hölpen un froogt. Na, wie geht’s denn nu weiter?  Christi kickt em mit noch grötere Ogen an – un strohlt – mit eenmol schütt dat ut ehr rut,  un se seggt: „Fünf!“

Jungedi, dat wär jüst dat Richtuge, so no veer orer fief Cola-Whisky, de Ölleren un ook de Wiehnachsmann  kregen  een Lachanfall, Crischi wuß gor nich wat los wär, bit de gröttere Broder ehr dat verklaarte, wat se seggt harr. De Wiehnachsmann kunn de Situatschon awers retten, indem he reep: „Her mit de Geschenken.“

Na, de Öwergov güng good öwer de Runn, Kinner un Öllern weern anschienend  tofreden. Vadder Petersen wär all wedder dorbie een Oplaag Cola-Whisky to spendeeren. De Kinneer wedder aff no de Köck.  Un de Wiehnachsmann, jo, de Wiehnachsmann wär meist een been ut de „Tüüt“!  „Keen Schnaps mehr, bölkte he, ick schall jo noch wieder.“

De Petersens schenkten em noch’n Buddel Rum, för loter, de Buddel wurr verstaut in so’n lüttje Jutesack, de harr de Wienachsmann op’e Rüch, dormit seeche he ut as so’n richigen Wiehnachsmann. So, grootet Veraffscheden, mit Küssi un so wieder, bit anner Johr, un Wiehnachsmann: Fohr nich so gau! Wat nu??  Tja, he müsse jo wieder, he reet sick an Rehnen, dormit keeneen marken schull, wat mit em los wär.

De Wiehnachsmann wär nähmli besopen.  De anneren Besöken leepen meist so aff, as vörhen beschreven, man blots mit de letzte, mit de Möllers dor geev dat noch örnli Opregung. De Wiehnachsmann meente nu, he musse sick noch een beten frisch moken, uu stüerte sien Melkloden an um noch kolt Woter to drinken.

Ha, schön frisch ! De Jutesack op’e Rüch, un dann to Foot röver na de Möllers. Nu wär domols  op’e Schubystroot keen so schöne Teerploster as hüüt, ne, dat wär noch so’n richti, knüppelige Steenploster op den man ook mol stolpern un utrutschen kunn. So, as nu de Wiehnachsmann. He kunn sick awers noch berappeln, is nich henfullen, he verlor bi dat Gewuppel awer den Jutesack, de so op’e Straat full, dat de Buddelns mit Schnaps dorbi in’e Brüche güngen, markte he nich.

Bi de Besöken vun de annern Familien harr hedat as „Dank“ ook meistens een Buddel mit „Brammi“ geven,, so nömte man domols „Sprit“ or „Schnaps“. Nu wär ünner all de Buddelns ook een mit Eierlikör, natürli kaputt. Also, de Jutesack wär över de Rüch, un los no de Möllers. De Wiehnachsmann markte nix mehr. – Hebbt ji mol sehn, wi dat utsüht, wenn Eierlikör, Whisky, Rum uu Korn ut een Jutesack op een roden Wiehnachsmannmantel drüppeln deiht, un wat vörn aparten Geruch dat gifft?

De Möllerstuuv wär good beheizt, de Wiehnachsmann rinstolpert : nich mit „Fröhliche Wiehnachen“, nee, he keek sick de beiden Jungs an un segg: „dor wüllt wi doch mol sehn wat de Melkmann ju mitbröcht hett: „Ha, dat heff ick ümmer wüßt, de Wiehnachsmann is uns Melkmann.“

De beiden Jungs kunn man nix mehr vörmoken. De beiden Möllers keeken op’e Wiehnachsmannn, sechen  awer nix, de Wienachsmann  stamer blots noch: „Roop doch bitte mien Engel ’Erika’ an dormit se mi affholt, un denn sacke he op’n Stohl.“

Hillig Owend – wär nu vörbie! To’n Sluß noch een Fraag: Hett vun ju eener Mol vör föfftig Johr an „Hiligen Owend“ een Taxi bestellt? Will dormit seggen: Wi lang de Wiehnachsman dor  setten  hett, weeten blots de Möllers un  sien Engel „Erika“!

Öwrigens, de Goos geef dat denn an 1. Wiehnachsdag un hett fein smeckt. Wie geseggt, de Geschicht kannn wohr sien, mutt awers nich! Denn mit besopen Mors föhrt wi keen Auto: Wi nich!