Hitzebedingte Absage der Geburtstagsfeier auf dem Ratzeburger Marktplatz am kommenden Samstag.
Ratzeburg – Der Deutsche Wetterdienst hält für den Kreis Herzogtum Lauenburg am kommenden Samstag, den 27. Juni das Erreichen der höchsten Hitzewarnstufe 2 für wahrscheinlich. Verbunden sind Hitzewarnungen vor allem mit der Empfehlung, sich nicht in die Sonne zu begeben, sich nicht am Nachmittag im Freien aufzuhalten und Anstrengungen zu vermeiden. Dies wäre bei einer Durchführung der Geburtstagsfeier anlässlich des 150jährigen Bestehens des Kreises ab 13 Uhr im Freien ab 13 Uhr nicht möglich. Zwar bietet der Ratzeburger Marktplatz ein Wasserspiel, so dass sich insbesondere Kinder bei prognostizierten 37°C abkühlen können. Nach einer Lagebewertung mit den Ausstellern wie der Rettungsdienstgesellschaft, einer Einheit des Katastrophenschutzes oder dem Berufsbildungszentrum haben sich fast alle Einrichtungen für eine Verlegung der Veranstaltung ausgesprochen. „Das 150jährige Bestehen des Kreises bleibt ein besonderer Anlass, der auch durch eine besondere Veranstaltung den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises in Erinnerung bleiben soll. Wir haben uns deshalb entschlossen, sie an das Ende unseres Geburtstagsjahres zu verlegen. Am Samstag, den 29. Mai 2027 wollen wir deshalb im gleichen Rahmen an den Kreismuseen mit unseren Gesellschaften, Einrichtungen und Partnerorganisationen die Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Dort besteht dann auch die Möglichkeit, mit dem restaurierten Ehrenhof des Kreismuseums, der Fläche zwischen den Museen und im Weber-Museum geschützte Flächen zu nutzen, so dass die Veranstaltung nahezu witterungsunabhängig durchgeführt werden kann.“ so Landrat Christoph Mager und Kreispräsident Michael Sauerland.
Mölln – Am Freitag, den 26. Juni, lädt die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Mölln, im Rahmen des KulturSommers am Kanal, zum sechsten Mal zur „Langen Nacht des Friedhofs“ ein. Zwischen 20 Uhr und Mitternacht verwandelt sich das historische Gelände des Alten Friedhofs an der Hindenburgstraße in einen Ort voller Licht, Musik, Geschichten und stillen Momenten. Eröffnung ist um 19.45 Uhr auf dem Rondell. Was vor Jahren als ungewöhnliches Kulturformat begann, hat sich längst zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Rund 600 Besucherinnen und Besucher waren bei der letzten Ausgabe vor drei Jahren mit dabei. Viele berichteten von berührenden Begegnungen, unerwartet leichten Gesprächen und einer ganz neuen Sicht auf den Friedhof. „Bei der ‚Langen Nacht‘ kommt tatsächlich Leben auf den Friedhof. Überall hört man Musik, Gespräche und Lachen. Es gibt Raum für Begegnung, aber auch zum Innehalten”, so Pastorin Hilke Lage, die mit ihrem Mann Matthias den Abend begleitet und auch den Abschlusssegen gestalten wird – für viele Besucherinnen und Besucher ein bewegender Höhepunkt. “Wir hören immer wieder, dass Menschen hier ihre Angst vorm Friedhof überwunden haben”, so Lage. Wer mag, kann sich im Rahmen der Friedhofsnacht segnen lassen. Auch in diesem Jahr erwartet die Gäste ein vielfältiges Programm an verschiedenen Orten auf dem Gelände.
In kurzen Beiträgen von 15 bis 20 Minuten laden Lesungen, Musik und Theater dazu ein, über den Friedhof zu flanieren und immer wieder Neues zu entdecken. Bespielt werden unter anderem die Dahmsche Kapelle, der Sandsteinengel, sowie die „Oase der Erinnerung“. Friedhofsleiter Johannes Stettner und sein Team sorgen für eine stimmungsvolle indirekte Beleuchtung. Fackeln schaffen eine einzigartige Kulisse. Mitwirkende aus der Region und darüber hinaus gestalten den Abend: Märchenerzählerin Anna Malten, die “Eulenspiegelaien” mit Theaterszenen, Poetry-Slammer Flemming Zunker sowie Daniel Kaiser (NDR Kultur) mit literarischen Beiträgen. Möllns Stadtarchivar Christian Lopau macht diesmal den Gedenkstein für die Russlanddeutschen Flüchtlinge zum Thema und liest aus ihren Briefen aus Übersee. Musikalisch reicht das Spektrum von Gospel, Taizé und Klassik bis hin zu handgemachter Bandmusik. Kirchenmusikerin Susanne Bornholdt und Ensemble treten auf, ebenfalls dabei sind der Möllner Gitarrist Michael Jessen und die Band Mr. Finnlay. Timo Jessen (Gitarre) und Klaus-Dieter Gutsche (Theater Courage) haben ein gemeinsames Programm entwickelt. Klaus Irmscher liest eigene Texte und Stefan Battige lässt seine Harfe erklingen. Auch Claudia August (Lesung) und Hartmut Ledeboer (Flöte) treten an diesem Abend zusammen auf.
Und es gibt auch ungewöhnliche Formate: Die Diplom-Geologin Kerstin Pfeiffer und die Kunsthistorikerin Dr. Jutta Petri bringen mit „Grabsteine – vom Rohstoff zum Kulturgut“ Geologie und Kunstgeschichte in den Dialog und Trauerrednerin Kathrin Gödecke kommt mit dem „Freunde-Buch des Todes“. „Es geht an diesem Abend auf eine leichte Art und Weise um das Leben und die Liebe, um Abschied und Tod, um Sehnsucht und Hoffnung. Eben um das, was unser Leben ausmacht”, so Pastorin Lage. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Das detaillierte Programm mit Lageplan wird ab dem 23. Juni online veröffentlicht unter www.kirche-moelln.de sowie www.friedhof-moelln.de. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, die besondere Würde des Ortes zu respektieren.
Ratzeburg – Am Freitag, 26. Juni, singt der Thomanerchor Leipzig um 19 Uhr im Ratzeburger Dom. Dieser Chor ist einer der berühmtesten Chöre überhaupt. Das liegt zum einen an seinem außerordentlichen Klang, der seit knapp fünf Jahren von seinem Leiter Andreas Reize profiliert wird, und zum anderen an seiner über 800-jährigen ununterbrochenen Existenz, die weit vor der Wirksamkeit des bedeutensten Thomaskantors Johann Sebastian Bach einsetzte. Der Thomanerchor bringt in zuverlässiger Regelmäßigkeit Kantaten J. S. Bachs in Gottesdiensten und Motettenaufführungen der Leipziger Thomaskirche zum Klingen, in denen darüberhinaus Chorwerke aus vielen Epochen bis hin zu Uraufführungen zu hören sind. Aus diesem Repertoire ist auch das Programm zusammengestellt, das der Chor auf seiner diesjährigen Sommerreise u.a. im Greifswalder, Güstrower und Ratzeburger Dom singt. Der Thomanerchor wird begleiten vom Thomasorganisten Johannes Lang. Eintrittskarten für das Ratzeburger Konzert verkauft die Buchhandlung Weber in der Herrenstraße 10 in Ratzeburg.
Hzgt. Lauenburg – Bis zum 15. November können Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit der MuseumsCard kostenlos mehr als 130 Museen, Ausstellungen und kulturelle Bildungsorte in Schleswig-Holstein besuchen. Auch Inhaberinnen und Inhaber der Jugendleiter-Card haben mit der MuseumsCard freien Eintritt. Die MuseumsCard wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. 2006 nahmen 19 Museen an der MuseumsCard teil, in diesem Jahr sind es über 130 Museen. Martina Harand, stellvertretende Referatsleitung Kulturelle Bildung vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur und Gyde Opitz, Abteilungsleiterin Kommunikation und Gesellschaftliches Engagement des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, überreichten heute die ersten MuseumsCards. Die Schüler*innen der Klasse 5a der Jungmannschule aus Eckernförde nahmen sie bei einem Besuch des Museums Eckernförde entgegen. Da die Kulturministerin Dr. Dorit Stenke nicht anwesend sein konnte, überbrachte Martina Harand die Glückwünsche: „Glückwunsch zum 20sten! Die MuseumsCard war vor 20 Jahren eine hervorragende Idee, um junge Menschen für kulturelle Bildungsorte zu begeistern – und das ist sie bis heute. Museen machen Geschichte, Kunst und Wissenschaft erlebbar und begreifbar. Sie haben die Kraft, Kinder und Jugendliche staunen zu lassen und ihre Neugier zu wecken. Je früher junge Menschen diese Lernorte kennenlernen, desto selbstverständlicher werden sie Teil ihres Lebens. Mit der MuseumsCard möchten wir sie hineinziehen in diese Welt und bieten ihnen – unabhängig vom Einkommen der Eltern – einen niedrigschwelligen Zugang zu kultureller Bildung. Deshalb hat das Land dieses Angebot mit initiiert und unterstützt gemeinsam mit anderen Partnern dabei, Kultur für alle jungen Menschen erlebbar zu machen. Im besten Fall ist es eine Beziehung fürs Leben.“ Auch die Sparkassen in Schleswig-Holstein sind von Beginn an Partner und Förderer der MuseumsCard. „Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an Bildung und Kultur zu ermöglichen, liegt uns besonders am Herzen und wir engagieren uns in diesem Bereich auf vielfältige Weise. Die MuseumsCard ist eines unserer langjährigsten Projekte und wir sind nach wie vor aus Überzeugung mit dabei. Nun gibt es sie seit 20 Jahren, aber sie ist keineswegs ‚in die Jahre‘ gekommen, sondern hat sich immer weiterentwickelt- inhaltlich, technisch – und ist mit ihren Angeboten und der Ansprache der Kinder- und Jugendlichen, es gibt sie z.B. als App, eng an der Zielgruppe“, so Gyde Opitz. 200.000 Karten sind dieses Jahr in Sparkassen, Museen, Büchereien, Jugendverbänden, beim Landesjugendring sowie in vielen Tourist-Informationen erhältlich. Alternativ kann die MuseumsCard als WebApp unter meine-museumscard.de genutzt werden. Jochen Wilms, Vorsitzender des Landesjugendrings, freut sich über das Gewinnspiel der MuseumsCard: „Mit der MuseumsCard gibt es in diesem Jahr wieder etwas zu gewinnen! Wer drei Stempel auf der MuseumsCard sammelt oder auf der Website drei QR-Codes in den Museen scannt, kann eine Übernachtungsreise oder Sachpreise gewinnen.“
Diese fünf Museen und Kulturorte nehmen 2026 erstmals teil:
Burger Waldmuseum
Museum Helgoland
KOLK 17 Figurentheater & Museum
Heimatmuseum Hanerau-Hademarschen
Storm-Haus Husum
An zwei Tagen in den Herbstferien, dem 15. und 22. Oktober, gilt die MuseumsCard auch als Fahrkarte bei NAH.SH, dem Nahverkehr in Schleswig-Holstein: An diesen Aktionstagen können mit der MuseumsCard alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs im gesamten Bundesland kostenlos genutzt werden. Dr. Dorothee Bieske, Museumsleitung im Museum Eckernförde und Vertreterin des Gastgebermuseums blickt voller Vorfreude auf den Start in das MuseumsCard-Jahr: „Für mich ist die MuseumsCard eine Chance, dass alle Kinder und Jugendliche an Kunst, Kultur und Geschichte herangeführt werden können. Das Museum Eckernförde beteiligt sich seit Beginn an der MuseumsCard, also nun schon 20 Jahre. In unserem Museum können junge Besucher die lokale Stadt- und Kulturgeschichte kennenlernen, sie erfahren damit auch etwas über die eigene Heimat und Geschichte. Man kann vieles selbst entdecken oder sich bei Führungen und Aktionen spielerisch erarbeiten. Ein Quiz für Kinder und Jugendliche, das jede und jeder mitmachen kann, gibt dabei Orientierung und funktioniert wie eine kleine Rallye mit vielen Entdeckungen.“ Dr. Stefanie Janssen, Geschäftsführerin des Museumsverbandes Schleswig-Holstein und Hamburg e. V.: „Museen sind nicht nur Orte des Lernens und Staunens, sondern auch Orte zum Spaßhaben in einer besonderen Umgebung. Zu dem runden MuseumsCard-Geburtstag empfehle ich allen Kindern und Jugendlichen sich mit dieser Karte Museen mit der Idee anzugucken, dort vielleicht einen eigenen ganz besonderen Geburtstag mit der Familie und befreundeten Kindern zu feiern.“ Die MuseumsCard wird vom Landesjugendring Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, den schleswig-holsteinischen Sparkassen, dem Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg sowie dem Nahverkehr Schleswig-Holstein durchgeführt. Das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur und die schleswig-holsteinischen Sparkassen finanzieren die Aktion gemeinsam. Alle Informationen rund um die MuseumsCard-Aktion finden Interessierte auf der MuseumsCard-Website www.meine-museumscard.de.
Mölln – Am Freitag, 19. Juni, findet in der Cafeteria des BBZ um 18Uhr das integrative Tanzhaus statt. Hier kann man tatsächlich einfach lostanzen: Die wunderschöne Musik von Trio Saitenbalg trägt rhythmisch gut durch die Tänze und Matthias Sander erklärt mit Leichtigkeit und Sicherheit – hier wird bestimmt keiner einen Knoten in die Füße kommen. Selbstverständlich kann man zu dieser Veranstaltung auch ohne Tanzpartner/Tanzpartnerin kommen – das ist das Besondere an den Folktänzen. Wer es kennt, weiß, wie schön es ist – und allen anderen sei gesagt: Kommt vorbei und probiert es aus! Zur Stärkung werden Würstchen mit Brot angeboten. Foto: Butz
30 Jahre Avantgarde-Festival Schiphorst: Hören als Haltung
Schiphorst – Drei Tage, ein ehemaliger Bauernhof, dreißig Jahre Experiment. Was 1996 als „Sommersonnenwenden-Fete“ begann, hat sich zu einem der eigenwilligsten Festivals im deutschsprachigen Raum entwickelt. Mitgründer Jean-Hervé Péron erinnert sich an die Anfänge als eine Woche „irgendwo zwischen arabischen Nächten und industrieller Brachlandschaft“ – ein Ort nicht nur für Musik, sondern für alle Künste, für Improvisation im weitesten Sinne. Das Avantgarde-Festival Schiphorst feiert in diesem Sommer vom 19. bis 21. Juni sein dreißigjähriges Bestehen. Und es bleibt sich treu: alles wie immer, also alles wieder anders.
Freitag: zwischen Käuzchen und Metallschrott
Den Auftakt machen KOU aus Frankreich mit ausgeruhten, verstolperten Tönen – durch die gelegentlich ein Käuzchen ruft. Hugging aus Berlin nehmen Metal auseinander und bauen ihn überraschend zärtlich neu zusammen. Der Musiker und Videokünstler Valle Döring zeigt, was eine über hundert Jahre alte Pumporgel voller Mikrofone heute zu erzählen hat. Das Hamburger Bunte Luft Trio reist mit Baritonsaxophon, modularem Synthesizer und vietnamesischer Kastenzither an; Monita Wagma legt auf.
Foto: AnasAboura
Krautrock trifft sich in Schiphorst
Dass Embryo in diesem Jahr zum ersten Mal beim Avantgarde-Festival auftreten, ist mehr als eine Programmnotiz. Beide Bands – Embryo wie FaUSt – werden unter dem Label Krautrock geführt und stehen für eine Haltung, die Experiment über Genre stellt. Beide verbindet außerdem ein Generationenwechsel: Marja Burchard führt Embryo weiter, die Band ihres Vaters Christian Burchard – eine Formation, die nie aufgehört hat zu touren und sich zu verändern. Jeanne-Marie Varain, Tochter von Jean-Hervé Péron, hat die künstlerische Leitung des Festivals seit 2014 inne. Dass diese beiden Bands nun erstmals gemeinsam auf einem Festival zusammenkommen, das von Töchtern seiner Gründergeneration geprägt wird, ist kein Zufall – es ist Kontinuität als Programm.
Foto: Paul Günter
Samstag: Ein Festival, das zuhört
Der Samstag steht ganz im Zeichen des aktiven Hörens – eine Hommage an ein Publikum, das seit dreißig Jahren durch seine Art des Zuhörens einen Raum geschaffen hat, der so selten zu finden ist. Er beginnt mit einer Einführung und einem Workshop von Femke Dekker (Loma Doom), die ihr Buch Open Field Listening Station gerade veröffentlicht hat. Luciana Rizzo aus Buenos Aires und Katarzyna Karpowicz aus Warschau setzen das mit ihren Soundforschungen fort. AGF (Antye Greie-Ripatti) fragt in ihrer Arbeit, wie sozialer Raum entsteht und behauptet wird. Hanna Eimermacher und Frauke Aulbert sind als Physical Listening Club zu erleben. Den Abend gestalten der Copenhagen Clarinet Choir, der zwischen Kontemplation und Explosion pendelt, und das Andromeda Mega Express Orchestra (Deutscher Jazzpreis 2021). Dazu kommt der europäische Ableger des kanadischen Growlers Choir, der Heavy Metal und experimentelle Musik zusammendenkt. „Es ist mir eine große Freude, das Hauptprogramm zu kuratieren und die Dynamiken der Tagesabläufe zu gestalten“, sagt Jeanne-Marie Varain. „Das Programm wird immer wieder durch Aktionen und Ungeplantes durchdrungen – ich kann selbst nicht genau sagen, wie die Couleur des Festivals sein wird. Das ist ein Riesenspaß, auch für mich.“
Foto: Malthelvarsson
Sonntag: Jubiläum als Happening
Den Festivalsonntag gestaltet Jean-Hervé Péron ganz im Geist der Gründerjahre – und das heißt: Die Grenze zwischen Bühne und Publikum löst sich auf. Der Vormittag beginnt im Hof mit Jazz, wandert dann auf die Hauptbühne, wo Péron Stücke aus MOI vorstellt – seinem ersten Soloalbum, das im September erscheint und wenige Wochen zuvor in Schiphorst aufgenommen wurde. Zwischendurch betritt Thomas Otto, Zaubererkünstler, den Hof – und wer aufmerksam ist, versteht vielleicht, warum der Kiosk an diesem Morgen nur eine Aufgabe hat. Den Abschluss bildet, wie es inzwischen Tradition ist, ein spontaner Chor aus dem Publikum. „Jetzt, drei Jahrzehnte später, bauen, improvisieren und erfinden wir weiter“, schreibt Péron – „nicht, um in der Vergangenheit zu schwelgen, sondern um den Geist lebendig zu halten.“
Foto: Tammo Möller
Rahmenprogramm
Auf dem Heuboden kuratiert das Brandenburger NNOI-Festival ein Kurzfilmprogramm. Im Ausstellungsraum unterm Dach sind Arbeiten von Peter Blegvad zu sehen – Poesie, Malerei, Zeichnung und Musik des Songwriters, Autors und Slapp-Happy-Mitgründers. Die freie Bühne Annex ergänzt das Programm der Tenne als Hauptspielstätte.
Das Festival findet traditionell zur Sommersonnenwende statt. Festivaltickets – inklusive Mahlzeiten und Camping im Rosengarten – sind sozial gestaffelt: 80, 100 oder 120 Euro. Tageskarten sind ab 20 Euro erhältlich. Der Vorverkauf läuft bis Juni. Das Festival wird gefördert von der Initiative Musik des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Mölln – Am Dienstag, 9. Juni, findet um 19 Uhr in der Begegnungsstätte der Lohgerberei in Mölln wieder der beliebte Möllner Live-Musik-Treff – initiiert vom Folkclub Mölln – statt. Die Bauarbeiten sind vorangeschritten und der Lohgerbergang ist nun wieder passierbar.
„Kommt vorbei, bringt euer Instrument (auch Stimme) mit, spielt eure Lieblingsstücke vor (egal welches Genre), oder setzt euch mit in die Runde, erlebt handgemachte Musik, trefft Bekannte und lernt neue Menschen kennen und genießt ein kühles Getränk zum Selbstkostenpreis.“
Mölln – Adelina und Klaus, Betreiber des „klitzekleinen Kulturzentrums COURAGE“ in der Innenstadt von Mölln (Seestraße gegenüber Bootsanleger) bieten im Juni ein Programm, das sich sehen lassen kann. Interessierte haben die Möglichkeit, an offenen Bühnen, Workshops, Konzerten und mehr teilzunehmen, die zu großen Teilen im Rahmen des KulturSommers am Kanal stattfinden.
Mölln – Ein musikalisches Ereignis voller Vielfalt, Emotion und Klangfarbe erwartet die Besucherinnen und Besucher am Samstag, 13. Juni, um 18.30 Uhr in der Möllner St. Nicolai-Kirche, Am Markt 10, 23879 Mölln. Unter dem Motto „WHY WE SING“ präsentieren sich die Chöre in einem abwechslungsreichen Programm – mal a cappella, mal begleitet, mal zart, mal kraftvoll von Vivaldi bis Civilization IV. In diesem Jahr gibt es einen besonderen Anlass zu feiern: Der Nicolai-Chor begeht sein 65-jähriges Bestehen. Seit 1959 prägt er das musikalische Leben der Gemeinde, bringt Menschen zusammen und verbindet Generationen durch die gemeinsame Freude am Gesang. Die beteiligten Chöre zeigen an diesem Abend nicht nur ihre individuellen Stärken, sondern vereinen ihre Stimmen auch zu eindrucksvollen gemeinsamen Klangbildern. Unterstützt werden der Nicolai-Chor, der Gospel- wie der Kinderchor von einem kleinen Orchester, das dem Programm zusätzliche Farbe und Lebendigkeit verleiht. Musikalisch dürfen sich die Gäste auf eine reizvolle Mischung aus Klassik und Moderne freuen – mit unerwarteten Klängen, die neugierig machen und emotional berühren. Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy treffen auf zeitgenössische Chormusik u. a. von Tracy Wong, deren moderne, rhythmisch dichte Kompositionen eine besondere klangliche Frische in das Programm bringen. Das Konzert verspricht viele Genuss-Momente: mal innig, mal lebendig, mal überraschend – immer getragen vom gemeinschaftlichen Musizieren, das die Chöre auszeichnet. Im Anschluss wird Zeit und Gelegenheit zum Anstoßen auf alle Gründe zum Singen sein. Unter der Leitung von Kirchmusikdirektorin Susanne Bornholdt. Der Eintritt beträgt 15 Euro. Personen bis 30 Jahre zahlen 5 Euro an der Abendkasse.
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