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Nördlich der A24

Avantgarde-Festival Schiphorst

30 Jahre Avantgarde-Festival Schiphorst: Hören als Haltung

Schiphorst – Drei Tage, ein ehemaliger Bauernhof, dreißig Jahre Experiment. Was 1996 als „Sommersonnenwenden-Fete“ begann, hat sich zu einem der eigenwilligsten Festivals im deutschsprachigen Raum entwickelt. Mitgründer Jean-Hervé Péron erinnert sich an die Anfänge als eine Woche „irgendwo zwischen arabischen Nächten und industrieller Brachlandschaft“ – ein Ort nicht nur für Musik, sondern für alle Künste, für Improvisation im weitesten Sinne. Das Avantgarde-Festival Schiphorst feiert in diesem Sommer vom 19. bis 21. Juni sein dreißigjähriges Bestehen. Und es bleibt sich treu: alles wie immer, also alles wieder anders.

Freitag: zwischen Käuzchen und Metallschrott

Den Auftakt machen KOU aus Frankreich mit ausgeruhten, verstolperten Tönen – durch die gelegentlich ein Käuzchen ruft. Hugging aus Berlin nehmen Metal auseinander und bauen ihn überraschend zärtlich neu zusammen. Der Musiker und Videokünstler Valle Döring zeigt, was eine über hundert Jahre alte Pumporgel voller Mikrofone heute zu erzählen hat. Das Hamburger Bunte Luft Trio reist mit Baritonsaxophon, modularem Synthesizer und vietnamesischer Kastenzither an; Monita Wagma legt auf.

Foto: AnasAboura

Krautrock trifft sich in Schiphorst

Dass Embryo in diesem Jahr zum ersten Mal beim Avantgarde-Festival auftreten, ist mehr als eine Programmnotiz. Beide Bands – Embryo wie FaUSt – werden unter dem Label Krautrock geführt und stehen für eine Haltung, die Experiment über Genre stellt. Beide verbindet außerdem ein Generationenwechsel: Marja Burchard führt Embryo weiter, die Band ihres Vaters Christian Burchard – eine Formation, die nie aufgehört hat zu touren und sich zu verändern. Jeanne-Marie Varain, Tochter von Jean-Hervé Péron, hat die künstlerische Leitung des Festivals seit 2014 inne. Dass diese beiden Bands nun erstmals gemeinsam auf einem Festival zusammenkommen, das von Töchtern seiner Gründergeneration geprägt wird, ist kein Zufall – es ist Kontinuität als Programm.

Foto: Paul Günter

Samstag: Ein Festival, das zuhört

Der Samstag steht ganz im Zeichen des aktiven Hörens – eine Hommage an ein Publikum, das seit dreißig Jahren durch seine Art des Zuhörens einen Raum geschaffen hat, der so selten zu finden ist. Er beginnt mit einer Einführung und einem Workshop von Femke Dekker (Loma Doom), die ihr Buch Open Field Listening Station gerade veröffentlicht hat. Luciana Rizzo aus Buenos Aires und Katarzyna Karpowicz aus Warschau setzen das mit ihren Soundforschungen fort. AGF (Antye Greie-Ripatti) fragt in ihrer Arbeit, wie sozialer Raum entsteht und behauptet wird. Hanna Eimermacher und Frauke Aulbert sind als Physical Listening Club zu erleben. Den Abend gestalten der Copenhagen Clarinet Choir, der zwischen Kontemplation und Explosion pendelt, und das Andromeda Mega Express Orchestra (Deutscher Jazzpreis 2021). Dazu kommt der europäische Ableger des kanadischen Growlers Choir, der Heavy Metal und experimentelle Musik zusammendenkt. „Es ist mir eine große Freude, das Hauptprogramm zu kuratieren und die Dynamiken der Tagesabläufe zu gestalten“, sagt Jeanne-Marie Varain. „Das Programm wird immer wieder durch Aktionen und Ungeplantes durchdrungen – ich kann selbst nicht genau sagen, wie die Couleur des Festivals sein wird. Das ist ein Riesenspaß, auch für mich.“

Foto: Malthelvarsson

Sonntag: Jubiläum als Happening

Den Festivalsonntag gestaltet Jean-Hervé Péron ganz im Geist der Gründerjahre – und das heißt: Die Grenze zwischen Bühne und Publikum löst sich auf. Der Vormittag beginnt im Hof mit Jazz, wandert dann auf die Hauptbühne, wo Péron Stücke aus MOI vorstellt – seinem ersten Soloalbum, das im September erscheint und wenige Wochen zuvor in Schiphorst aufgenommen wurde. Zwischendurch betritt Thomas Otto, Zaubererkünstler, den Hof – und wer aufmerksam ist, versteht vielleicht, warum der Kiosk an diesem Morgen nur eine Aufgabe hat. Den Abschluss bildet, wie es inzwischen Tradition ist, ein spontaner Chor aus dem Publikum. „Jetzt, drei Jahrzehnte später, bauen, improvisieren und erfinden wir weiter“, schreibt Péron – „nicht, um in der Vergangenheit zu schwelgen, sondern um den Geist lebendig zu halten.“

Foto: Tammo Möller

Rahmenprogramm

Auf dem Heuboden kuratiert das Brandenburger NNOI-Festival ein Kurzfilmprogramm. Im Ausstellungsraum unterm Dach sind Arbeiten von Peter Blegvad zu sehen – Poesie, Malerei, Zeichnung und Musik des Songwriters, Autors und Slapp-Happy-Mitgründers. Die freie Bühne Annex ergänzt das Programm der Tenne als Hauptspielstätte.

Das Festival findet traditionell zur Sommersonnenwende statt. Festivaltickets – inklusive Mahlzeiten und Camping im Rosengarten – sind sozial gestaffelt: 80, 100 oder 120 Euro. Tageskarten sind ab 20 Euro erhältlich. Der Vorverkauf läuft bis Juni. Das Festival wird gefördert von der Initiative Musik des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Aus der Stiftung

Konzert in Albsfelde

Albsfelde – Die Band „Gießkanne“ sorgt am Samstag, 13. Juni, um 19 Uhr in der Haferdiele (An Soot 2, 23909 Albsfelde) mit ihren vielfältigen Songs für gute Stimmung. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Der im Halbjahresprogramm der Stiftung Herzogtum Lauenburg genannte Termin So., 14. Juni ist nicht richtig. Die Coverband aus Ratzeburg und Umgebung hält musikalisch für jeden etwas bereit. Wie aus einer Gießkanne verteilen sie ihre Songs über die ganze musikalische Landschaft – breit gefächert und erfrischend vielseitig. Ob laut und kraftvoll mit Schlagzeug, Gitarren und Bass – Rock, Pop und Schlager der letzten 50 Jahre – oder unplugged mit zwei Gitarren und Bass: Sie treffen immer den richtigen Ton. Die Musik lädt zum Mitsingen, Mittanzen oder einfach zum Genießen ein. Im Repertoire der Band finden sich Hits von Sportfreunde Stiller, Creedence Clearwater Revival, Bryan Adams, Chris Norman, Torfrock, Westernhagen, Hannes Wader, Udo Lindenberg, Wir sind Helden, Die Toten Hosen – und viele mehr. Die Gemeinde Albsfelde veranstaltet diesen Abend gemeinsam mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg im Rahmen der Reihe „Kultur auf Dorf-Tour“, die die Stiftung als ein Kulturknotenpunkt des Landes ins Leben gerufen hat. Die Kulturknotenpunkte sind ein Projekt des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und werden durch den Landeskulturverband e.V. koordiniert.

Foto: Simon Lehmann

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Nördlich der A24

Volles Programm im Courage

Mölln – Adelina und Klaus, Betreiber des „klitzekleinen Kulturzentrums COURAGE“ in der Innenstadt von Mölln (Seestraße gegenüber Bootsanleger) bieten im Juni ein Programm, das sich sehen lassen kann. Interessierte haben die Möglichkeit, an offenen Bühnen, Workshops, Konzerten und mehr teilzunehmen, die zu großen Teilen im Rahmen des KulturSommers am Kanal stattfinden.

Foto: Adelina und Klaus

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Nördlich der A24

Chorkonzert

Why we sing – das große Sommer-Event

Mölln – Ein musikalisches Ereignis voller Vielfalt, Emotion und Klangfarbe erwartet die Besucherinnen und Besucher am Samstag, 13. Juni, um 18.30 Uhr in der Möllner St. Nicolai-Kirche, Am Markt 10, 23879 Mölln. Unter dem Motto „WHY WE SING“ präsentieren sich die Chöre in einem abwechslungsreichen Programm – mal a cappella, mal begleitet, mal zart, mal kraftvoll von Vivaldi bis Civilization IV. In diesem Jahr gibt es einen besonderen Anlass zu feiern: Der Nicolai-Chor begeht sein 65-jähriges Bestehen. Seit 1959 prägt er das musikalische Leben der Gemeinde, bringt Menschen zusammen und verbindet Generationen durch die gemeinsame Freude am Gesang. Die beteiligten Chöre zeigen an diesem Abend nicht nur ihre individuellen Stärken, sondern vereinen ihre Stimmen auch zu eindrucksvollen gemeinsamen Klangbildern. Unterstützt werden der Nicolai-Chor, der Gospel- wie der Kinderchor von einem kleinen Orchester, das dem Programm zusätzliche Farbe und Lebendigkeit verleiht. Musikalisch dürfen sich die Gäste auf eine reizvolle Mischung aus Klassik und Moderne freuen – mit unerwarteten Klängen, die neugierig machen und emotional berühren. Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy treffen auf zeitgenössische Chormusik u. a. von Tracy Wong, deren moderne, rhythmisch dichte Kompositionen eine besondere klangliche Frische in das Programm bringen. Das Konzert verspricht viele Genuss-Momente: mal innig, mal lebendig, mal überraschend – immer getragen vom gemeinschaftlichen Musizieren, das die Chöre auszeichnet. Im Anschluss wird Zeit und Gelegenheit zum Anstoßen auf alle Gründe zum Singen sein. Unter der Leitung von Kirchmusikdirektorin Susanne Bornholdt. Der Eintritt beträgt 15 Euro. Personen bis 30 Jahre zahlen 5 Euro an der Abendkasse.

Foto: Susanne Bornholdt

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Südlich der A24

Livemusik-Konzert mit „The DØRT“

Geesthacht – Am Samstag, 6. Juni, mischt die Band „The DØRT“ in neuer Besetzung und mit einer gesunden Packung von alten und neuen Songs (die alle kennen, aber keiner erwartet) die Bühne des SmuX in der Lichterfelder Straße 5 in Geesthacht und die hoffentlich zahlreich erscheinenden Gäste auf. Der Einlass beginnt um 18.30 Uhr, Konzert ab 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Jugendliche unter 18 Jahren können nur in Begleitung Erziehungsberechtigter dabei sein. Spenden in den Hut für die Musiker sind herzlich willkommen.

Foto: The Dört

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Orgelkonzert für Nachtschwärmer

Mölln/Breitenfelde – Orgelkonzert für Nachtschwärmer. Unter dem Titel „Orgelkonzert für Nachtschwärmer“ präsentiert Nicolaiorganistin KMD Susanne Bornholdt am Samstag, 30. Mai, 21 Uhr in der St. Nicolai-Kirche, Am Markt 10, 23879 Mölln, ausgewählte Lieder des großen Kirchenlieddichters Paul Gerhardt – in kunstvollen Bearbeitungen von J. Ch. Oley, G. Ph. Telemann, J. Pachelbel und G. Böhm. Um die besondere Atmosphäre dieses nächtlichen Konzerts voll auszukosten, sind Zuhörerinnen und Zuhörer ausdrücklich eingeladen, sich in der Kirche für ein intensives Hörerlebnis auf mitgebrachte Matratzen, Decken und Kissen zu legen. So entsteht unter den Klängen der historischen Scherer-Bünting-Flentrop-Orgel ein kontemplatives „Nachtlager“, bei dem man sich auf dem Kissen lesend in die barocken Texte des vor 350 Jahren, am 27.5.1676 verstorbenen Paul Gerhardt vertiefen kann. Der Eintritt beträgt 15 Euro. Menschen bis 30 Jahre zahlen 5 Euro an der Abendkasse.

Foto: Kirchengemeinde Mölln

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Nördlich der A24

Konzertankündigung: Exprompt

Mölln – Am Freitag, 29. Mai, 19.30 Uhr, im Konzertsaal des BBZ (Berufsbildungszentrum Mölln), Kerschensteiner Straße 2 in Mölln laden die drei Virtuosen von Exprompt in ihrem Konzert-Programm „Der Blaue Planet“ zu einer musikalischen Ballonreise durch Länder und Kontinente ein. Exprompt – das sind Olga Kleshchenko (Domra), Alexey Kleshchenko (Balalaika) und Jakob Neubauer (Bayan)
Alle Künstler sind Berufsmusiker und Absolventen stattlicher Hochschulen für Musik.  Getragen von zauberhaften ensembleeigenen Bearbeitungen kommen die russischen Komponisten Mikhail Glinka, Peter Tschaikowskij und Sergey Prokofiev genauso zu Gehör, wie Tangos von Astor Piazzolla, Swing von Django Reinhardt oder Stücke von Mozart oder Paganini. Eindrucksvoll stellt Exprompt unter Beweis, welche überraschenden Möglichkeiten ein traditionelles Instrumentarium (Balalaika, Domra, und Bayan) bieten kann, wenn Kreativität, Sicherheit des musikalischen Geschmacks und Mut zu neuen Ufern am Werke sind. Hinzu kommt die Fähigkeit der drei Akteure, Gefühle wie Lebensfreude, Trauer, Liebe oder Melancholie musikalisch auszudrücken und die Zuhörer daran teilhaben zu lassen.  Es verwundert deshalb nicht, dass diese Gruppe mit Preisen bei internationalen Musikwettbewerben ausgezeichnet wurde, so u.a. mit dem ersten Preis der italienischen “Citta di Castelfidardo“ und  beim internationale Tangomusik Wettbewerb  „Astor Piazzolla“. EXPROMPT erhielt 2008 den europäischen Folksmusikpreis „Eiserner Eversteiner“. Und noch etwas Beonderes ist zu diesem Konzert zu erwähnen: Das Akkordeon ist das Instrument 2026. Jakob Neubauer, derzeit einer der gefragtesten Akkordeonsspieler an den renommierten Theater-, Ballet- und Konzertbühnen Hamburgs, spielt in diesem Konzert den Bayan, welcher eine Schwester des Akkordeons ist und in Russland und Osteuropa gemeinsam genutzt wird. Während das im deutschsprachigen Raum vertraute Akkordeon sowohl Tasten als auch Knöpfe hat, hat der Bayan nur Knöpfe. Wir werden dieses Instrument wie auch die Domra und Balalaika eindrucksvoll erleben und kennenlernen können. Der Folkclub freut sich und ist stolz, solch renommierten Musiker für ein Konzert gewinnen zu können. Am Vormittag gibt Exprompt ein Konzert für die Schüler des BBZ. Hier gibt es weitere Infos – auch in einfacher Sprache und auch vorgelesen:  https://folkclubmoelln.de/platt/kommende-events/info-exprompt.html

Foto: Folkclub

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Konzert, Yoga und Theater

in der Kirche.

Mölln – Am Mittwoch, 27. Mai, 17 Uhr findet in der Kirche Breitenfelde, Dorfstraße 24, 23881 Breitenfelde, das Kinder-Musik-Theater „Zwischen Himmel und Erde“ zum 350. Todestag von Paul Gerhardt statt. Der Möllner Kinderchor unter der Leitung von Susanne Bornholdt und das Flötenensemble unter der Leitung von Hartmut Ledeboer. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 10 Euro (Kinder frei), Abendkasse. Zum 350. Todestag des berühmten Kirchenlieddichters Paul Gerhardt feiert am 27. Mai ein neues Kinder-Musik-Theaterstück seine Uraufführung in Breitenfelde. In dem bewegenden und kindgerechten kleinen Bühnenstück zeigt Luca Riepe Schlaglichter aus dem Leben von Paul Gerhardt (1607-1676) auf. Einfühlsam bringt sie Kindern die barocke Lebenswelt eines Dichters näher, dessen Leben voller Schicksalsschläge war. Immer wieder berühren sich Momente des Zweifelns mit Momenten großen Gottvertrauens und der Hoffnung. Gäste erleben, wie Paul Gerhardt, trotz allem Lieder, voller Trost und Lebensmut schrieb – Worte, die einen bis heute begleiten. So erklingen bekannte Lieder von Gerhardt in ihren historischen Melodien. Kinder erleben den Klang der damaligen Zeit. Ihre jungen Stimmen und ihre eigene lebhafte Interpretation lassen die alten Lieder modern werden. Das Musik-Theaterstück verbindet Wissenswertes über den Dichter mit lebendigen Szenen, eingängigen Liedern und humorvollen Dialogen. Von Kindern gespielt, spricht es Kinder und Erwachsene gleichermaßen an.

Atempause mit Gott: Ein Gottesdienst für Körper und Seele mit Yoga-Elementen. Herzliche Einladung zu „Atempause mit Gott“ am Freitag, 29. Mai um 18 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche Mölln, Immenstelle 13 23879 Mölln, mit Diakonin Andrea Brügmann, Mona Menzel von Moona Moon Yogastudio und Pastorin Franziska Nagel. Dieser besondere Gottesdienst verbindet den christlichen Glauben, Worte der Besinnung, Atem und sanfte Yoga-Elemente zu einer wohltuenden Pause im Alltag. Eingeladen sind alle, die zur Ruhe kommen, neue Kraft schöpfen und Körper, Geist und Seele etwas Gutes tun möchten. Bitte bequeme Kleidung tragen und eine Yogamatte mitbringen.

Orgelkonzert für Nachtschwärmer: Unter dem Titel „Orgelkonzert für Nachtschwärmer“ präsentiert Nicolaiorganistin Kirchenmusikdirektorin Susanne Bornholdt am Samstag, 30. Mai, 21 Uhr in der St. Nicolai-Kirche, Am Markt 10, 23879 Mölln, ausgewählte Lieder des großen Kirchenlieddichters Paul Gerhardt – in kunstvollen Bearbeitungen von J. Ch. Oley, G. Ph. Telemann, J. Pachelbel und G. Böhm. Um die besondere Atmosphäre dieses nächtlichen Konzerts voll auszukosten, sind Zuhörerinnen und Zuhörer ausdrücklich eingeladen, sich in der Kirche für ein intensives Hörerlebnis auf mitgebrachte Matratzen, Decken und Kissen zu legen. So entsteht unter den Klängen der historischen Scherer-Bünting-Flentrop-Orgel ein kontemplatives „Nachtlager“, bei dem man sich auf dem Kissen lesend in die barocken Texte des vor 350 Jahren, am 27.5.1676 verstorbenen Paul Gerhardt vertiefen kann. Der Eintritt beträgt 15 Euro. Menschen bis 30 Jahre zahlen 5 Euro an der Abendkasse.

Foto: Kirchengemeinde Mölln

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Musikalische Pfingsten

Ratzeburg – Der Ratzeburger Dom hat seinen festlichen Kantatengottesdienst am Pfingstsonntag, 24. Mai auf den Nachmittag gelegt. Er beginnt um 16:30 Uhr. Neben Domprobst Alexander Uhlig wird als Festprediger der Landespastor für Diakonie in Mecklenburg,
Paul Philipps aus Schwerin, zu Gast sein. Unter der Leitung von Christian Skobowsky musizieren Lucy de Butts (Sopran), Friederike Schorling (Alt), Christian Volkmann (Tenor), der Ratzeburger Domchor und
Mitglieder des Barockorchesters der Ratzeburger Dom-Music die Kantate „Erwünschtes Freudenlicht“. Sie wurde von Johann Sebastian Bach für den 3. Pfingstfeiertag, den es damals noch gab, des Jahres 1724 in Leipzig komponiert. Neben den Streichinstrumenten sind im Orchester als besondere Instrumente zwei Traversflöten besetzt, die das im Titel genannte Licht symbolisieren. Am Mittwoch, 27. Mai jährt sich der 350. Todestag des berühmten Liederdichter Paul Gerhardt, von dem so beliebte Lieder wie „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, „Ich steh an deiner Krippen hier“ oder „Befiehl du deine Wege“ stammen. An diesem
Tag sind alle sangesfreudigen Ratzeburger auf den Georgsberg eingeladen. Die Petribläser unter Leitung von Tomke David Buchholz begrüßen ab 19 Uhr, bevor um 19:30 Uhr in der Kirche alle Anwesenden zusammen mit den ev. Ratzeburger Chören in Paul Gerhardts Lieder einstimmen können, begleitet von Tatiana Servetnik (Orgel) und Christian Skobowsky (Klavier).

Foto: Anett Helbig

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Musikalische „Post von Paul Gerhardt“

Neue Video-Reihe gestartet

Hzgt. Lauenburg – Zum 350. Todestag des beliebten Lied-Dichters Paul Gerhardt, senden Musikerinnen, Musiker und Ensembles aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg digitale musikalische Postkarten. Die Werke des bekannten Kirchenlieder-Dichters Paul Gerhardt sind beliebt. Vielen Menschen spenden seine Lieder auch heute noch Kraft, Trost und Freude. Zu seinem 350. Todestag gibt es im Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg jetzt „Post von Paul Gerhardt“ – eine monatlich erscheinende Video-Reihe mit musikalisch-geistlichen Grüßen zum Teilen. Mit dem Danklied „Wach auf, mein Herz, und singe“ und dem Posaunenchor der Kirchengemeinde Breitenfelde ist die Reihe Mitte Mai, kurz vor dem Todestag Paul Gerhardts (27. Mai 1676), gestartet. Die Idee zu dem digitalen Format kommt aus dem Team der Kirchenmusiker. Susanne Bornholdt, Regionalkantorin für die Kirchengemeinden Mölln, Breitenfelde und Gudow, hat in der Corona-Zeit bereits gute Erfahrungen mit einer Podcast-Reihe gemacht, in der sie Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch vorstellte. „Ich möchte die Menschen neugierig machen und selbst immer neugierig bleiben, Lieder auszuprobieren und zu vermitteln“, sagt Bornholdt. Außerdem wünscht sie sich auch im Digitalen mehr musikalisches „Seelenfutter“. So war im Paul-Gerhardt-Jahr schnell die Idee zu einem kurzen musikalischen Seelengruß da. Denn genau das möchte die „Post von Paul Gerhardt“ sein: ein Moment zum Innehalten, Genießen und natürlich zum Teilen – ob auf Instagram oder YouTube, wo das Format erscheint. Sich auf die Lied-Tradition Paul Gerhardts zu besinnen, kann Kraft spenden. Davon ist Susanne Bornholdt überzeugt. „Diese alten Schätze sind die Säulen, die die Generationen vor uns getragen haben, auch und vor allem durch schwere Zeiten.“ Hoffnung und Zuversicht im Dreißigjährigen Krieg. Paul Gerhardts Lieder wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und werden auch heute noch konfessionsübergreifend gesungen. Er selbst lebte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, war mit schweren Schicksalsschlägen, Tod und Leid konfrontiert. So verlor er früh seine Eltern, vier seiner fünf Kinder starben. „Paul Gerhardt hat den Leuten dennoch die Hoffnung und Zuversicht in die Herzen gedichtet. Seine Kantorenkollegen damals haben mit wunderbaren Melodien die Ohren geöffnet und die Lippen, Zungen und Stimmen zum Singen gebracht“, so Bornholdt. Natürlich wird auch sein wohl bekanntestes Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ als musikalische Postkarte erscheinen. Beteiligt an der etwa monatlich erscheinenden Reihe sind Chöre, Solisten, Kirchenmusiker und Ensembles aus dem gesamten Kirchenkreis. Die technische Umsetzung und Verbreitung übernimmt die Medienabteilung des Kirchenkreises. Zahlreiche Kirchengemeinden planen außerdem zum Paul-Gerhardt-Jahr Konzertreihen und Themenabende. So feiert der Ratzeburger Dom unter der Leitung des Kirchenmusikers Christian Skobowsky ein Jahr voller Paul-Gerhardt-Lieder mit Gottesdiensten und Liedpredigten. In Breitenfelde gibt es am 27. Mai ein Kinder-Musical über Paul Gerhardt. Am 31. Mai feiert Bischöfin Kirsten Fehrs im Dom zu Lübeck einen Abendmahls-Gottesdienst mit dem Schwerpunkt Paul Gerhardt. Infos und weitere Termine gibt es unter dem Stichwort „Paul Gerhardt“ im Kalender auf www.kirche-LL.de. Die „Post von Paul Gerhardt“ erscheint auf dem Instagram-Kanal auf dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg.

Bildunterschrift: Der Posaunenchor der Kirchengemeinde Breitenfelde unter der Leitung von Stefan Henatsch (r.) eröffnet die Video-Reihe „Post von Paul Gerhardt“.